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Pressemitteilung 45/2007

Berlin, 26. Oktober 2007

Die pauschale Wasserkraftförderung ist ökologisch nicht vertretbar

Die GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser tritt dafür ein, die pauschale Wasserkraftförderung im Zuge der Novelle des EEG komplett einzustellen.

Das sinnvoll nutzbare Potential ist bei der Wasserkraft weitgehend ausgeschöpft. “Die weitere Entwicklung des Energieträgers steht insbesondere bei der kleinen Wasserkraft in keinem Verhältnis zum ökologischen Schaden”, erklärt Michael Bender, Leiter der Bundeskontaktstelle. „Wenn bei Wasserkraftanlagen etwas gefördert werden sollte, dann die Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit.”

Eine extreme Gefährdung stellt die Wasserkraftnutzung für die akut vom Aussterben bedrohten Aale aufgrund ihrer schmalen und langen Körper dar: In den Wanderzeiten werden sie regelmäßig von den Turbinen zerhäckselt, wenn sie versuchen, flussabwärts in die Meere zu gelangen.
Um die, in der im September 2007 beschlossenen EU-weiten Aal-Verordnung, schadlose Abwander-Quote der Tiere von mindestens 40% zu erreichen, ist der Abbau unnötiger Querbauwerke und ökologisch unverträglicher Wasserkraftnutzung unerlässlich.
Die Verordnung (EG) Nr. 1100/2007 mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aals (veröffentlicht im Amtsblatt der EU am 22. September 2007), ist für die Mitgliedsstaaten unmittelbar verbindlich. Die Mitgliedsstaaten legen Aaleinzugsgebiete fest für die sie bis zum 31. Dezember 2008 einen Aalbewirtschaftungsplan erstellen. Ziel ist es, die Abwanderung von Blankaalen ins Meer von mindestens 40% der ohne menschlichen Einfluss erzielten Menge zuzulassen. Zu den Maßnahmen können u.a. die Reduzierung der Fangtätigkeit, die Einschränkung der Sportfischerei, Besatzmaßnahmen, die Sicherung der Durchgängigkeit von Flüssen und die befristete Abschaltung von Wasserkraftwerken gehören, aber auch Maßnahmen gegen Raubtiere. Fänge von Aalen kleiner 12 cm (Glasaale) müssen zu mindestens 60 % zur Aufstockung des Bestands genutzt werden.
Bleibt zu hoffen, dass es für den Aal noch nicht zu spät ist.

Am 1. Dezember 2007 veranstaltet die GRÜNE LIGA gemeinsam mit dem Wassernetz Niedersachsen/Bremen in Hannover ein Seminar mit dem Titel: “Die EG-Wasserrahmenrichtlinie zwischen Ems und Elbe – Maßnahmen oder Ausnahmen?”. Es widmet sich insbesondere den erneuerbaren Energien. Fachjournalisten sind herzlich eingeladen. Das Programm finden Sie hier.

Weitere Informationen:
Michael Bender, GRÜNE LIGA e.V., Bundeskontaktstelle Wasser,
Tel.: 030-4433 91 -44, Fax: 030-4433 91-33,
e-mail: wasser@grueneliga.de
http://www.wrrl-info.de