Mit der U-Bahn zum Acker

Friendship Garden (Mexico/USA)

International Urban Farming Conference 2017 in Berlin

Die GRÜNE LIGA Berlin präsentiert am 11. und 12. September in Berlin auf der International Urban Farming Conference 2017 über 70 Projekte städtischer Landwirtschaft aus fünf Kontinenten. Knapp 200 Teilnehmer*innen, darunter Vertreter*innen von NGOs, Kommunen und urbane Gärtner*innen bekommen auf der Konferenz die Gelegenheit, politische Rahmenbedingungen zu diskutieren und sich zu vernetzen.

Tomaten auf Dächern, Salat an der Wand, Äpfel im Hinterhof und Brokkoli im Container – die Möglichkeiten, Gemüse und Obst in Städten anzubauen, sind ungemein vielfältig. Weltweit nutzen immer mehr Menschen diese Chance: Sie ackern und gärtnern auf urbanen Flächen und engagieren sich gemeinschaftlich für ein Leben in grünen Städten. Landwirtschaft in der Stadt ist kein vorübergehender Trend, sondern gewinnt für die Welternährung und das soziale Miteinander in Ballungsräumen wieder zunehmend an Bedeutung.  In manchen Regionen ist der Nahrungsanbau in der Stadt schon heute existentiell.

Im Jahr 2050 werden Schätzungen zufolge ca. zehn Milliarden Menschen auf der Erde und davon zwei von drei Menschen in Städten leben. Städtische Landwirtschaft wird somit immer wichtiger für die nachhaltige Sicherung der Welternährung, die weltweit zu den drängendsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehört. Ebenso bedeutend ist die Frage, wie wir in den weltweit wachsenden Städten zusammenleben werden. Wie können wir die Lebensqualität in oft betongrauen Monotonien verbessern und wie schaffen bzw. erhalten wir uns ein soziales Miteinander?

Wie wir diesen Herausforderungen begegnen können, zeigen zahlreiche Projekte aus Wissenschaft und Praxis. Die auf der Konferenz vorgestellten Beispiele stammen von fünf Kontinenten – Europa, Afrika, Asien, Nord- und Südamerika:

Das Aushungern der Zivilbevölkerung wird in Syrien von den Konfliktparteien als Kriegstaktik eingesetzt. Das Aktivistennetzwerk 15th Garden kämpft für die Ernährungssouveränität der Zivilbevölkerung in Syrien sowie in den Flüchtlings-Camps im angrenzenden Libanon. Dafür bieten sie Beratung an, verteilen Setzlinge und gründeten eine Schulfarm für Jugendliche.
Auf der Konferenz: Montag 10:30 Uhr Open Space, Dienstag 09:45 Uhr Panel globaler Süden

Das Projekt „Agroarte“ will die Menschen in der vom jahrzehntelangen kolumbianischen Drogenkrieg zerissenden Stadt Medellin  wieder zusammenbringen und der Stadt eine neue, lebensfreundliche Identität geben. Mit gemeinsamer Musik, in der die traumatischen  Erfahrungen der Vergangenheit verarbeitet und artikuliert  werden. Mit Umweltbildungsangeboten für Jugendliche, um sie von der Straße fern zu halten. Und nicht zuletzt durch gemeinsames Gärtnern, um dort neues Grün zu pflanzen, wo in der Vergangenheit die Opfer des Drogenkrieges mit Zement übergossen und im Boden verscharrt wurden.
Auf der Konferenz: Montag 19:30 Konzert EL AKA im Prinzessinnengarten und Dienstag 11:00 Uhr, Workshop 8

Vertreten sind aber auch zahlreiche Projekte aus Berlin. Der „Weltacker“ zeigt, wie auf 2000 m² Acker, der Fläche, die jedem Menschen auf der Erde theoretisch zur Verfügung steht, alles angebaut werden kann und auch muss, um jeden ausreichend zu ernähren.
Auf der Konferenz: Montag 10:30 Uhr Open Space

International Urban Farming Conference 2017
11. und 12. September
Heinrich Böll Stiftung
Schumannstraße 8
10117 Berlin

Weitere Informationen unter: www.grueneliga-berlin.de
Für Rückfragen: Christian Lerche 0159 060 211 27

Medienvertreter*innen können sich vor Ort gegen Vorlage eines Presseausweises akkreditieren lassen.

Die Konferenz wird gefördert und unterstützt von Engagement Global und ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung des BMZ sowie von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Weitere Unterstützer und Mitveranstalter sind die Anstiftung, die Schweisfurth-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung, das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union, Misereor und das Institut für Welternährung.


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