Kein Olympia für die Hauptstadt

Karikatur: Jan Henkel

GRÜNE LIGA Berlin und NABU Berlin sind Bündnispartner von „NOlympia Berlin“. Sie lehnen eine Olympiabewerbung Berlins strikt ab.
Das sommerliche Berlin hat bislang kaum auf die ersten Vorboten zur Olympiabewerbung reagiert. Zwar nehmen die Zeitungen die Botschaften aus dem Abgeordnetenhaus immer wieder auf, aber eine Olympiaeuphorie ist deswegen in der Bevölkerung noch lange nicht ausgebrochen. Nun schließen sich langsam aber sicher die Reihen der Gegner:

Nachhaltige Stadtentwicklung adé
Gerade für olympische Sportstätten besteht ein großer Raumbedarf, so dass das Hauptaugenmerk bei Planungen für olympische Bauten auf die großen Freiflächen gerichtet sein wird. Dabei besteht bereits heute schon eine große Nutzungskonkurrenz auf Gebiete, die eigentlich für den Biotopverbund, das Stadtklima und als Naherholungsräume dringend erhalten bleiben müssen. Beide Naturschutzverbände befürchten, dass es durch die Neubauten für Olympia zu einer weiteren Verdichtung Berlins zulasten von Natur- und Klimaschutz kommt. „Bislang ist eine strategische Stadtentwicklung, die den Schutz von Mensch und Natur berücksichtigt, nicht erkennbar und wird durch einen olympischen Bau-Hype auch nicht besser“, befürchten sowohl Karen Thormeyer, Landesgeschäftsführerin der GRÜNEN LIGA Berlin als auch Anja Sorges, Geschäftsführerin des NABU Berlin. Die bislang bekannten vertraglichen Vereinbarungen anderer Olympiastandorte haben den beiden Naturschutzverbänden deutlich gemacht, dass weder Naturschutz, noch Transparenz oder Mitbestimmung eine Rolle spielen, wenn das IOC seine Forderungen an die Stadtentwicklung stellt.

Und wer soll es machen? Verschwendung von Geldern befürchtet
Die Umsetzung der potenziellen Planungen ist Aufgabe der Senatsverwaltung. In den letzten Jahren wurde aber gerade die Abteilung personell und finanziell ausgedünnt, die bei Bebauungen die kontrollierende Behörde im Bereich Natur- und Artenschutz ist. Derzeit sieht man sich dort beispielsweise nicht mehr dazu in der Lage, die Kernkompetenzen, wie die Ausweisung von gemeldeten beziehungsweise die Pflege von bestehenden Schutzgebieten, zu erfüllen. Eine umfangreiche planerische Begleitung der Olympiabewerbung sehen daher sowohl NABU Berlin als auch GRÜNE LIGA Berlin nicht gewährleistet. „Eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung der Naturschutzbehörden ist seit langem überfällig“, betont Sorges.
Alleine für die Bewerbung sollen rund 50 Millionen Euro ausgegeben werden, ohne dass es eine Garantie für deren Erfolg gibt. „Wir lehnen es prinzipiell ab, dass Mittel in diesem Umfang für ein nachweislich nicht nachhaltiges Projekt ausgegeben werden. Die Fokussierung auf Großprojekte löst in Berlin nun mal nicht die wirklich drängenderen Probleme“, so Thormeyer.

Karen Thormeyer, GRÜNE LIGA Berlin, Landesgeschäftsführerin
Anja Sorges, NABU Berlin, Geschäftsführerin & Presse

 

Presseerklärung zur Gründung des Bündnisses NOlympia Berlin:

► Download: Presseerklärung NOlympia Berlin (51.84KB)

Weitere Infos:
nolympia-berlin.de
de-de.facebook.com/pages/NOlympia-Berlin/529508843844585

 

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