Am Mittwoch, den 24.06.2026 war bei über 30 Grad Außentemperatur spürbar, warum Klima- und Umweltbildung heute und in Zukunft eine entscheidende Rolle zukommt. Die Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der demokratischen Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses und den einladenden Umwelt- und Bildungs-NGOs sowie über 50 weiteren Bildungsakteur*innen war ein voller Erfolg.

Anlass der Veranstaltung war die Vorstellung des Runden Tisches Klima- und Umweltbildung, der sich nach den massiven Kürzungen im Bildungs- und Umweltbereich Ende 2025 gegründet hat. Trotz des im Berliner BNE-Masterplan formulierten Anspruchs auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fehlen langfristige Finanzierungsperspektiven für viele Bildungsträger. Der Runde Tisch formulierte zehn zentrale Forderungen, die zur Diskussion standen.
Die politischen Vertreterinnen und Vertreter betonten die Bedeutung von Klima- und Umweltbildung und zeigten grundsätzlich Verständnis für die Herausforderungen der Träger. Gleichzeitig verwiesen sie auf die angespannte Haushaltslage Berlins. Danny Freymark (CDU) hob hervor, dass direkte Gespräche mit Abgeordneten wichtig seien, um Projekte zu sichern, und regte an, einen Forderungskatalog über den Petitionsausschuss einzubringen. Zudem verwies er auf alternative Fördermöglichkeiten, etwa über die Stiftung Naturschutz Berlin oder die Lotto-Stiftung.

Louis Krüger (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete BNE als zentrale Zukunftsaufgabe zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und Gestaltungskompetenz. Er sprach sich dafür aus, insbesondere den Ganztagsbereich stärker in den Fokus zu nehmen, machte aber zugleich deutlich, dass Lobbyarbeit keine Voraussetzung für Förderung sein dürfe. Er empfahl, die Forderungen des Runden Tisches in konkrete Formulierungsvorschläge für die anstehenden Koalitionsverhandlungen zu übersetzen.

Franziska Brychcy (Die Linke) verwies darauf, dass BNE bereits als Bildungsziel im Berliner Schulgesetz verankert sei. Sie sprach sich für eine Sockelfinanzierung von Koordinierungsstellen, eine Reform des Zuwendungsrechts sowie eine dauerhafte finanzielle Unterlegung des BNE-Masterplans aus. Außerdem betonte sie die Bedeutung, die Forderungen frühzeitig in die Koalitionsverhandlungen sowie in den Hauptausschuss einzubringen.
Marcel Hopp (SPD) stellte die enge Verbindung von Klima- und Demokratiebildung heraus und warb für eine gesetzliche Verankerung einer dauerhaften Finanzierung, beispielsweise im Rahmen eines Demokratiebildungsfördergesetzes, das Umwelt- und Klimabildung einschließt. Ohne eine gesetzliche Absicherung sei eine nachhaltige Finanzierung kaum möglich.

In der Diskussion mit dem Publikum wurden die Forderungen des Runden Tisches nochmals betont, um weitere Herausforderungen ergänzt und durch konkrete Beispiele unterlegt. Es ging um wirksame Strategien, politisch Druck aufzubauen, sowie um schwierige Rahmenbedingungen beispielsweise für die Einwerbung von Drittmitteln angesichts prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Eine wichtige Anregung zielte auf die Ausrichtung von Klima- und Umweltbildung – gefordert wurde, dass neben Kindern auch Erwachsene stärker in den Blick genommen werden.
Grundsätzlich wurde festgestellt, dass der neu gegründete Runde Tisch künftig als kontinuierliches Austausch- und Vernetzungsgremium zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft wirken soll. Einigkeit bestand darüber, dass Klima- und Umweltbildung langfristige und verlässliche Finanzierungsstrukturen benötigt und die Forderungen des Runden Tisches in die politischen Entscheidungsprozesse der kommenden Haushalts- und Koalitionsverhandlungen im Herbst 2026 eingebracht werden müssen.

