Landwirtschaftsminister beschließen Aushebelung des Gewässerschutzes

Flusslandschaft und SeeRat der Agrarminister will Wasserrahmenrichtlinie und Ziele der Flussgebietsmanagementpläne aus der Subventionspolitik ausklammern

Der Rat der Landwirtschaftsminister will heute beschließen, die Wasserrahmenrichtlinie aus den verbindlichen Umweltstandards der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (sog. Cross Compliance) herauszunehmen. Damit würden die geltenden Standards und Ziele der Flussgebietsmanagementpläne in der Förderperiode 2014-2020 faktisch ausgeklammert. Weder Ausreicher noch Empfänger von Subventionen müssten sich nicht an die vereinbarten Ziele für den Gewässerschutz halten. Michael Bender von der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser warnt: „Das hieße, die mit großen finanziellen Anstrengungen erzielten Erfolge des Gewässerschutzes der letzten Jahrzehnte aktiv zu konterkarieren und einen guten Zustand in den meisten Flüssen, Seen, Küstengewässern und Meeren Europas auf lange Sicht zu verhindern.“

Wir rufen daher die Bundeslandwirtschaftsministerin auf:

Frau Aigner, setzen Sie sich für und nicht gegen den Schutz von Europas Flüssen, Seen und Meeren ein! Halten Sie sich an geltende Umweltstandards und international vereinbarte Ziele, die auch für die Agrarpolitik und die Landwirtschaftssubventionen gelten. Öffentliches Geld muss öffentliche Güter fördern: Saubere Gewässer in einem guten ökologischen Zustand!

Saubere Gewässer in einem guten ökologischen Zustand: Dies ist seit dem Jahr 2000 eines der herausragenden Umweltziele von EU, Bund und Ländern. Für alle deutschen Flussgebiete wurden von den Regierungen im Jahr 2009 national und international abgestimmte Bewirtschaftungspläne beschlossen. Diese Pläne und Maßnahmenprogramme flankieren geltende Gesetze und Umweltstandards der europäischen Wassergesetze.
Hintergrund:

Die Überdüngung der Gewässer ist europaweit eines der größten Umweltprobleme. In Deutschland stammen rund 50% dieser Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und gelangen durch Auswaschung in Grundwasser, Flüsse, Seen und Meere. Die konventionelle Landwirtschaft setzt zu zu viel Dünger und Gülle ein und hat durch Eingriffe in die Gewässerlebensräume dazu beigetragen, natürlich Puffer und Filter in der Landschaft zu schädigen (insbesondere Ufer, Auen und Feuchtgebiete).

Subventionen für die Landwirtschaft sind der größte Posten im EU-Haushalt. Sie betragen jährlich insgesamt rund 55 Milliarden Euro (www.farmsubsidy.org). Das Positionspapier „Die EU-Agrarpolitik muss Europas Gewässer besser schützen!“ von Europäischem Umweltbüro, GRÜNE LIGA, NABU und weiteren Verbänden finden Sie auf www.wrrl-info.de

Kontakt:
Michael Bender, Tobias Schäfer
GRÜNE LIGA
030-40 39 35 30

www.wrrl-info.de

► Download: GAP und Gewässerschutz (528.90KB)


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