Pressemitteilung 22/2008

Berlin, den 22.05.2008

Die Überlebensstrategie der Natur heißt VIELFALT!

Auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn müssen verbindliche Regeln für den Schutz der Biologischen Vielfalt und deren gerechte und nachhaltige Nutzung getroffen werden!

Seit Montag läuft / Heute beginnt in Bonn die 9. UN-Naturschutzkonferenz zur Biologischen Vielfalt. Es werden rund 5000 Teilnehmer aus 190 Staaten erwartet, vorwiegend aus den Ländern, die die Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) ratifiziert haben. Ziel der Konvention ist u.a. das „2010 Ziel“; bis 2010 soll das weltweite Artensterben signifikant reduziert werden, die Europäische Union will den Artenverlust bis dahin sogar gestoppt haben. Beides ist nach heutiger Einschätzung nicht zu schaffen. Das hat jedoch für den jeweiligen Staat keinerlei Konsequenzen. Insbesondere fehlt es an verbindlichen Regelungen und Sanktionen.

„Der Verlust der Biologischen Vielfalt ist so alarmierend wie nie zuvor, täglich sterben weltweit rund 150 Arten aus, allein in Deutschland sind 35% der Tierarten und rund 70% aller Biotope gefährdet. Dazu gehören so populäre Tierarten wie der Sperling, der Laubfrosch oder die Uferschnepfe, aber auch die medizinisch bedeutende Schlüsselblume und die ökologisch wertvollen Fließgewässer“, so Stefan Richter Geschäftsführer der GRÜNEN LIGA Berlin. Edelholz- und Zuckerrohrplantagen, Sojaanbau und Weidelandgewinnung vernichten pro Minute weltweit eine Urwaldfläche von ca. 35 Fußballfeldern. Die Weiterentwicklung der Biodiversitäts-Konvention muss bindende Regelungen für den weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt zum Ziel haben. Über den direkten Schutz der Arten hinaus, muss es ebenfalls verbindliche Regelungen zum gerechten Vorteilsausgleich zwischen den Nutzern der natürlichen Ressourcen und den Entwicklungs- und Schwellenländern geben: Mehr als 80% der biologischen Vielfalt befindet sich in diesen Ländern, die Vermarktung und die Gewinnerzielung finden jedoch vorwiegend in den Industriestaaten statt. Dieser „Biopiraterie“ muss Einhalt geboten werden.

Die GRÜNE LIGA wird auf dem 13. Umweltfestival am 1. Juni unter dem Motto „Vielfalt belebt!“ von 11 bis 20 Uhr am Brandenburger Tor aktuell über die Ergebnisse der COP 9 informieren und diskutiert zum Thema mit Politikern und Teilnehmern der Konferenz. Über 150 Aussteller präsentieren auf Europas größter ökologischer Erlebnismeile Ideen und Konzepte zum Thema Natur- und Artenschutz, auf dem Ökomarkt gibt es Leckeres aus biologischem Anbau. Außerdem stellt die GRÜNE LIGA ihr bundesweites Projekt zur Biologischen Vielfalt „Schulhofdschungel- – Deutschlands artensreichster Schulhof gesucht!“ vor. Ziel des Projektes ist es, Kindern und Jugendlichen das Thema Biodiversität anschaulich zu vermitteln und sie zu motivieren durch naturnahe Umgestaltungsmaßnahmen auf ihrem Schulhof Biotope zu schaffen und damit selbst einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu leisten.

Weitere Informationen unter: www.umweltfestival.de

Das 13. Umweltfestival „Vielfalt belebt!“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert. Außerdem wird das Umweltfestival unterstützt von der Stiftung Naturschutz Berlin, der GASAG und der Deutschen Telekom.

Anke Ortmann, GRÜNE LIGA Berlin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030/44 33 91 -49


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