Der Havelgarten in Brandenburg an der Havel gewinnt mit dem Projekt „für den interkulturellen Garten“ den Deutschen Lokalen Nachhaltigskeitspreis ZeitzeicheN

Dortmund, 27. Oktober 2016

Der Deutsche Lokale Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN in der Kategorie Initiativen geht an Havelgarten in Brandenburg an der Havel für den interkulturellen Garten.

„Der Weg ist das Ziel“: Dies ist der Leitsatz der Ideenträger des Havelgartens in Brandenburg. Aus einer Industriebrache gestalten geflüchtete Menschen aus unterschiedlichen Nationen gemeinsam mit Bürger_innen der Stadt Brandenburg und Umgebung auf 2.500 qm einen interkulturellen Nutz- und Wohlfühlgarten als Raum für Begegnung, Austausch, Säen und Ernten, Essen und Kennenlernen.

Im Herbst 2015 wurde der Vertrag mit der Stadt Brandenburg/Havel geschlossen, die die Brache in Wassernähe unentgeltlich zur Verfügung stellt, inklusive kostenloser Müllentsorgung und Garage als Geräteschuppen. Noch im Winter wurde mit den ersten Aufräumarbeiten begonnen. Seit März 2016 treffen sich jeden Samstag Ehrenamtliche und Geflüchtete zum Bau von bislang fünfzehn Hochbeeten für den Anbau von Gemüse und Kräutern, zum Anlegen von Blumenbeeten, Sandkastenbau und gemeinsamen Essen. Alle Arbeiten erfolgen ehrenamtlich. Vielfältige Sachspenden unterstützen das Projekt: Wurde anfänglich das Gießwasser mit Eimern und zu Fuß aus dem 40 Meter entfernten fließendem Silokanal geholt, so ermöglicht eine Pumpenspende die Wasserversorgung inzwischen direkt im Garten.

Nachhaltigkeit bedeutet im Havelgarten: wenn Flüchtlinge nach getaner Arbeit mit den Freiwilligen zur Kunstausstellung oder zum gemeinsamen Abendessen gehen, wenn „Schubkarre“ und die dazugehörige Grammatik gelernt und angewendet und ein Praktikums- oder bzw. Arbeitsplatz vermittelt wird oder, wenn in der Benjeshecke Igel Unterschlupf finden.

Dr. Edgar Göll, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, betont in seiner Laudatio: „Die Geflüchteten des Übergangswohnheimes in Brandenburg an der Havel haben die Ruinen ihres Lebens hinter sich gelassen und stehen vor einem Neuanfang in einem völlig fremden Land. Genauso ist es um den Havelgarten bestellt. Für Anpflanzungen müssen die Ruinen der Industriebrache erst einmal weggeräumt werden. Es braucht viel Fantasie, Geduld und auch Mut, den Weg von der Brache zum Havelgarten zu gehen. Auf dem gemeinsamen Weg werden wie beiläufig Erfahrungen und Hoffnungen ausgetauscht, Sprach- und Alltagskompetenzen erworben und vielleicht auch die eine oder andere Wunde geheilt. Gemeinsam wird ein neuer Ort der Hoffnung und ein neues Leben gebaut.“

Nominiert in dieser Kategorie waren außerdem:

Murg im Wandel nominiert für die Transition-Towns-Initiative
www.murgimwandel.de

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. nominiert für Quartier mit Zukunft
experimentihmezentrum.wordpress.com

 

Die feierliche Übergabe der Preise erfolgt durch Dr. Sabine Heymann, LE-Regio Leipzig, dem Laudator Dr. Edgar Göll, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung sowie Karen Thormeyer, Geschäftsführerin GRÜNE LIGA Berlin und Sprecherin des Netzwerk21Kongresses.

Die Festveranstaltung findet am 27.Oktober 2016 im Rahmen des jährlichen bundesweiten Netzwerk21Kongresses in der St. Petry-Kirche in Dortmund statt. Im zehnten 10. Jahr würdigt der ZeitzeicheN-Preis innovatives und langjähriges Engagement für eine zukunftsfähige Entwicklung. Insgesamt gab es dieses Jahr 138 Bewerbungen.

Pressekontakt
Sandra Kolberg, GRÜNE LIGA Berlin e.V.
Telefon 030 / 44 33 91 – 65
sandra.kolberg@grueneliga.de
www.netzwerk21kongress.de

Kontakt Preisträger:
Margot Pröckl, Havelgarten in Brandenburg an der Havel
Weseramer Straße 1
14776 Brandenburg
Tel.: 03381 2885592
garten@havelgarten-brandenburg.de
http://havelgarten-brandenburg.de

Der Kongress wird von der GRÜNEN LIGA Berlin e.V., Civixx und LE Regio ausgerichtet. Mitveranstalter ist in diesem Jahr die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW), unterstützt von der Stadt Dortmund.
Förderer: Umweltbundesamt aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen
Hauptsponsor: Veolia Deutschland
Sponsoren: IKEA, die Umweltdruckerei
Unterstützer: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Deutscher Städte- und Gemeindebund, KlimaBündnis e. V., Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, Rat für Nachhaltige Entwicklung, ICLEI – Local Governments for Sustainability, Arbeitsstelle des Wissenschaftlichen Beraters des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
Medienpartner: oekom-Verlag

Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank.


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