Mit neuem Mut – 11. Netzwerk21Kongress in Göttingen

Die USA kündigen das Pariser Klimaabkommen. Deutschland, für seine Nachhaltigkeitsstrategie erst international gelobt, wird seine Klimaziele 2020 wohl deutlich verfehlen und kämpft gleichzeitig mit wachsender sozialer Ungleichheit. Auf der großen Bühne scheint es um die Agenda 2030 derzeit nicht gut bestellt zu sein. Dabei gibt es hierzulande eine lebendige Nachhaltigkeitslandschaft. Deren Akteure treffen sich auf dem 11. Netzwerk21 Kongress in Göttingen.

Unter dem Leitspruch: „Mit neuem Mut: global denken, lokal handeln“ sollen auf dem Kongress die Spannungsfelder zwischen globalen Strategien und konkreter Umsetzung in Städten und Gemeinden diskutiert werden. Es geht um kommunale Entwicklungspolitik, Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltiges Wirtschaften.
Warum es Anstöße braucht, erklärt Karen Thormeyer, die Geschäftsführerin der GRÜNEN LIGA Berlin und Mitorganisatorin des Nachhaltigkeitskongresses: „Wir brauchen neuen Schwung bei der Umsetzung der von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele für nachhaltige Entwicklung, zum Beispiel beim Klimaschutz. Es ist doch klar, dass wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen bewahren müssen, indem wir Ökonomie mit Ökologie und den sozialen Bedürfnissen der Menschen versöhnen. Vor allem Kommunen und kleine Initiativen zeigen auf unserem Kongress, wie es geht.“

Karen Thormeyer meint zum Beispiel Gemeinden oder Handwerksvereine, die ihre Materialien und Rohstoffe unter ökologischen und sozialen Kriterien beschaffen. Oder das Dorf in Sachsen-Anhalt, dessen Bewohner dem Strukturwandel selbstbewusst begegnen und gemeinschaftlich ein Nahversorgungs- und Bildungszentrum gründeten, nachdem die letzte Einkaufsmöglichkeit verschwand. Das Zentrum arbeitet wirtschaftlich, ist mit seinem Angebot regionaler Produkte ökologisch verträglich, auch weil Versorgungsfahrten in umliegende Städte entfallen. Und es schafft Zusammenhalt.

An beispielhafte Projekte wird bei der Veranstaltung traditionell der Deutsche lokale Nachhaltigkeitspreis „ZeitzeicheN“ verliehen. Gut 140 Wettbewerbsbeiträge aus ganz Deutschland gab es in diesem Jahr. Dr. Edgar Göll vom Institut für Zukunftsstudien ist Vorsitzender der Wettbewerbsjury und versteht die Auszeichnung auch als Mutmacher: „Ich finde es großartig, wie innovativ und praxisorientiert die Beiträge sind. Viele Initiativen bringen nachhaltige Entwicklung mit oft bescheidenen Mitteln voran. Ihr Engagement wollen wir mit dem ZeitzeicheN Preis ehren und fördern.“

Förderer und Unterstützer des Netzwerk21 Kongress

Der Netzwerk21 Kongress wird gefördert und unterstützt durch das Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit, das Umweltbundesamt und Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt. Organisationspartner des diesjährigen Netzwerk21 Kongress sind das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sowie die Stadt Göttingen. Weitere Unterstützer sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, das Klimabündnis e.V. und ICLEI – Local Governments for Sustainability.


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