Pressemitteilung der Bundeskontaktstelle Luftverkehr zur Flugroutenentscheidung der DFS

Die Bundeskontaktstelle Luftverkehr der GRÜNEN LIGA lehnt das von der Deutschen Flugsicherung (DFS) erarbeitete und von der Politik bejubelte Flugroutenkonzept für den BER entschieden ab, welches den völlig irrationalen BBI-Standort Schönefeld nun auf diese Weise dramatisch bestätigt. Weiterhin begrüßt und unterstützt sie nicht zu letzt vor diesem Hintergrund ausdrücklich die Volksinitiative für ein Nachtflugverbot in den Ländern Brandenburg und Berlin.

Dazu im Detail:

1. Durch das vorgelegte Flugroutenkonzept wird der inakzeptable Schönefelder BER-Standort offenkundiger denn je, da die Flugrouten immense städtische/innerstädtische Auswirkungen haben und keine Entlastung, sondern im Vergleich zum jetzigen Flughafensystem eine erhebliche Mehrbelastung durch Fluglärm verursachen werden (die Rede ist von bis zu 1 Mio. Menschen unter dem künftigen Fluglärmteppich in einem Ausmaß von ca. 60 mal 30 km).

2. Die Flugrouten, die große Teile Berlins und dicht besiedelte Regionen Brandenburgs überziehen sind nur theoretische Abstraktionen, weil sie sich als jeweilige Flugkorridore ab einer Höhe von 1.500 m zu einem gigantischen, ausfransenden Dauerlärmteppich auffächern und die Region überwölben.

3. Besonders wird der Osten Berlins zur Lärmmüllhalde verkommen, der schon durch die zu bauende teuerste Stadtautobahn der Welt verlärmt werden soll und ausgerechnet der ehemalige Bezirk Köpenick, gegen dessen Klagen Wowereit und der Senat mit Drohungen gegenüber dem damaligen Bezirksbürgermeister Ulbricht vorgingen, ist am stärksten in Berlin betroffen.

4. Der dauerhafte Flugroutenbetrug durch Täuschung und Manipulationen ist ebenso entschieden abzulehnen, wie die politisch-euphorischen BBI-Drehkreuzphantasien, die nicht im Planfeststellungsantrag beantragt worden sind und in deren Folge, die Parallelstarts in den Spitzenzeiten mit der entsprechenden Flugroutendivergenz erforderlich werden würden.

5. Weiterhin  unterstützt die Bundeskontaktstelle vor diesem Hintergrund uneingeschränkt die Volksinitiative für ein striktes Nachtflugverbot in den Ländern Brandenburg und besonders in Berlin.

6. Die GRÜNE LIGA lehnt eine 3. Start- und Landebahn als widerrechtliche Vorratsplanung ab, die bereits geplant ist und nach Eröffnung des BBI offensichtlich genehmigt werden soll.

7. Nicht nur der Standort Schönefeld ist für den BER-BBI völlig absurd, sondern ebenso die Behauptung, dass der BBI durch diese Forderungen nach einem Nachtflugverbot unwirtschaftlich arbeiten würde: Richtig ist zwar, dass er durch ein Nachtflugverbot noch unwirtschaftlicher wird, aber durch die  absolut überdimensionierte Billigfliegerpräsenz wird er ohnehin hoffnungslos unrentabel arbeiten und dauerhaft Verluste einfliegen.

8. Die Kosten hat letztendlich der Steuerzahler in einer ebenfalls hoffnungslos überschuldeten Hauptstadt zu übernehmen, nachdem die viel zu hohen BER-Gebühren  inklusive „Sondergebühren“ etc. zu einem wirtschaftlichen Desaster auf dem BBI führen wird.

9. Die Eröffnung des BBI und der Bau einer 3. Start- und Landebahn ist nichts anderes als eine zynische und  makabere Missachtung der Menschen, besonders der Kinder, die zwischen Erkner, Berlin und Potsdam nach dem Willen von Wowereit und Platzeck einem ununterbrochenen Fluglärm ausgesetzt werden sollen.

10. Wieder einmal soll der Steuerzahler und wie bisher, mit rechtswidrigen Beihilfen für den BBI-Skandal bürgen, während der Bürger nicht nur mit ansehen muss, was mit seinen Steuermitteln geschieht, sondern er muss auch für einen Staat bürgen, der sich skrupellos an den Geldern den Bürgern in der Armuts- und Schuldenmetropole Berlin vergreift und sich noch mehr  verschulden wird.

Dr. Frank Welskop
Vorsitzender Bundeskontaktstelle sowie der Arbeitsgemeinschaft Luftverkehr und Mitglied des Landessprecherrates der GRÜNEN LIGA Berlin


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