Pressemitteilung: GRÜNE LIGA Berlin e.V. gratuliert Thomas Tennhardt zur Wahl als Vorsitzender des GRÜNE LIGA Bundesverbandes

Die Mitgliederversammlung des Umweltnetzwerks GRÜNE LIGA e.V. hat am Samstag in Berlin einen neuen Bundesvorstand gewählt. Neuer Bundesvorsitzender ist der Biologe und Landschaftsplaner Thomas Tennhardt.

Er erhielt 89,3 Prozent der Stimmen. Zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Steffen Schorcht mit 92,0 Prozent der Stimmen gewählt. Josephine Sahner wurde mit 93,3 Prozent zur Bundesschatzmeisterin gewählt. Der langjährige Bundesvorsitzende René Schuster war nicht erneut zur Wahl angetreten.

Mit großer Freude begrüßt der Berliner Landesverband die Wahl von Thomas Tennhardt zum neuen Bundesvorsitzenden. „Thomas Tennhardt ist nicht nur Gründungsmitglied der GRÜNEN LIGA Berlin, sondern auch ein erfahrener Wegbereiter des ostdeutschen Naturschutzes“, betonte Leif Miller, Vorstandsvorsitzender der GRÜNEN LIGA Berlin. „ Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit ihm – auch in unserem Beirat. Tennhardts langjähriges Engagement und seine tiefgreifende Kenntnis der ostdeutschen Umweltszene werden dem Netzwerk ökologischer Bewegung GRÜNE LIGA wertvolle Impulse verleihen.“

„In einer Zeit, in der Natur- und Umweltschutz politisch und gesellschaftlich stark unter Druck geraten, Beteiligungsrechte eingeschränkt werden und Entbürokratisierung an falscher Stelle erfolgt, brauchen wir eine starke Stimme der Zivilgesellschaft gerade in Ostdeutschland“, sagte der neue Bundesvorsitzende Thomas Tennhardt nach seiner Wahl. „Die GRÜNE LIGA – das Netzwerk ökologischer Bewegungen in Ostdeutschland – muss im politischen Berlin wieder stärker wahrnehmbar sein und den Netzwerkcharakter stärken, auch um die Demokratie zu stärken.“

Thomas Tennhardt war 1990 Gründungsmitglied der GRÜNEN LIGA Berlin, baute danach den Naturschutzbund Ostberlin auf und führte ihn als erster Vorsitzender. Danach war er 20 Jahre Vizepräsident des NABU. Beruflich war er unter anderem zehn Jahre wissenschaftlicher Assistent von Prof. Michael Succow an der Universität Greifswald und hat mit dem „Vater des DDR-Nationalparkprogramms“ Naturräume in Osteuropa, Nord- und Zentralasien gesichert und nachhaltig entwickelt. Er hat die Michael Succow Stiftung als erster Geschäftsführer mit aufgebaut. Bis 2025 war er Mitglied der Geschäftsleitung des NABU Bundesverbandes und leitete 15 Jahre die Stiftung NABU International. Er ist heute als selbständiger Landschaftsplaner tätig. Tennhardt ist Vater zweier Töchter und wohnt in Caputh (Brandenburg).

Zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Steffen Schorcht von der GRÜNEN LIGA Brandenburg gewählt. Schorcht gehört zu den profiliertesten Kritikern der Tesla-Ansiedlung in Grünheide. Besondere Erfahrung bringt er in der Basisarbeit ein – ob bei der Gründung von Bürgerinitiativen und Vereinen oder bei deren Vernetzung. Der promovierte Elektroingenieur lebt in Erkner (Brandenburg).

„Viele Umweltkonflikte entstehen heute direkt vor Ort – etwa bei Industrieansiedlungen oder Infrastrukturprojekten. Bürgerinitiativen brauchen Unterstützung und Vernetzung. Dazu will ich im Bundesvorstand beitragen“, sagte Schorcht. „Die Stärke der GRÜNEN LIGA liegt in ihrer Basis. Bürgerinitiativen und lokale Umweltgruppen zusammenzubringen und ihnen Gehör zu verschaffen, ist für mich eine zentrale Aufgabe.“

Zur Bundesschatzmeisterin wurde erneut Josephine Sahner gewählt. Die promovierte Biologin arbeitet zu Fragen der sozial-ökologischen Transformation und Umweltpolitik. Sie ist seit 2024 Bundesschatzmeisterin der GRÜNEN LIGA und setzt sich für eine stabile finanzielle Basis sowie die Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit des Verbandes ein.

Der neu gewählte Bundesvorstand wird die Arbeit des Umweltnetzwerks in den kommenden zwei Jahren leiten.

Die Mitgliederversammlung befasste sich zudem mit einem inhaltlichen Leitantrag zur nachhaltigen Resilienz und Sicherheit in Europa, der einstimmig angenommen wurde. In dem Beschluss kritisiert die GRÜNE LIGA die zunehmende Abhängigkeit von Rohstoffen sowie von immer neuen Infrastruktur- und Bergbauprojekten: „Wer geopolitische Abhängigkeiten reduzieren will, muss vor allem beim Ressourcenverbrauch ansetzen“, heißt es darin. „Jede neue Straße muss zusätzlich zu den schon bestehenden erhalten und in einigen Jahren wieder erneuert werden.“ Der Verband mahnt: „Die Abhängigkeit von einem ewigen Wirtschaftswachstum wächst so immer mehr, ohne dass es irgendjemand garantieren könnte.“


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