Stadtweiter Dialog zu grünen Freiflächen längst überfällig

Naturschutzverbände und die Berliner Gartenfreunde für den Schutz der grünen Freiflächen

Berlin von oben
Berlin – dicht bebaute Großstadt

Die Berliner Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Naturschutzbund Landesverband Berlin, GRÜNE LIGA Berlin, Naturschutzzentrum Ökowerk, NaturFreunde Berlin sowie der Landesverband der Gartenfreunde Berlin fordern Senatsverwaltung und Bezirke in einem Positionspapier auf, wertvolle grüne Freiflächen in Berlin dauerhaft zu sichern und von Bebauung frei zu halten.

Zu diesen Flächen gehören unter anderem die Gewässerufer, die Friedhöfe, die Kleingärten und die Grünanlagen. Diese grünen Freiflächen sind unabdingbar für die Erholung, die Entlastung des Stadtklimas und für den Natur- und Artenschutz und müssen deshalb vor einer Veräußerung und Bebauung geschützt werden.

„Kurzfristig ganze Wohngebiete aus dem Boden stampfen zu wollen, wie es zum Beispiel auf der Elisabethaue gerade geschieht, gegen alle Interessen von Naturschutz, Anwohnern und Bezirken zeugt nicht von Weitsichtigkeit der Politik sondern ist schlichtweg Wahlkampf. Das Ganze dann auch noch mit dem Begriff Gartenstadt versehen zu wollen, lässt stark an der Glaubwürdigkeit solcherlei Versiegelungsprojekte zweifeln“, erklärt Karen Thormeyer, Geschäftsführerin der GRÜNEN LIGA Berlin.

„Der Flächenfraß für Bauprojekte nagt zunehmend an der Substanz der ganzen Stadt. Berlin muss aufhören, ausschließlich über Neubauten zu reden. Stattdessen muss die Stadt anfangen, sich auch damit auseinander zu setzen, welche Flächen benötigt werden, um die Lebensqualität zu sichern. Von den grünen Freiflächen profitieren alle. Wir brauchen den Dialog mit der Stadtgesellschaft darüber, wie wir diese erhalten können“ fordert Dr. Andreas Faensen-Thiebes vom BUND.

Aus Sicht der Verbände haben die bisherigen Instrumente versagt. Schon seit Jahren anhängige Schutzgebietsausweisungen unterbleiben. Flächennutzungsplan und Landschaftsprogramm können die grünen Freiflächen nicht wirksam sichern. Daher fordern die Verbände den Dialog mit der Stadtgesellschaft darüber ein, welche Flächen erhalten werden.

„Eine nachhaltige, planvolle Stadtentwicklung zeichnet sich durch flächensparendes Bauen mit gleichzeitiger Sicherung der Grün- und Freiflächen aus. Für die Artenvielfalt der Stadt und die Erholung und Gesundheit der Berliner müssen Grünflächen erhalten bleiben“ argumentiert Ulrike Kielhorn vom NABU Berlin.

„Der Widerstand vieler Ortens gegen Bauvorhaben liegt auch daran, dass die Menschen nicht wissen, wann und wo Schluss ist mit Bauen“, drängt Günter Landgraf auf ehrlichen Dialog zwischen Politik und Bürgern. “Es fehlt jede Perspektive. Die Menschen sind nicht gegen Veränderung, sie wollen nur nicht weiterhin im Ungewissen gelassen werden.“

Die Verbände haben einen gemeinsamen Aufruf verfasst:

► Download: Aufruf zur Kampagne IMMER.GRÜN (295.09KB)

Für Rückfragen:
Karen Thormeyer, Tel.: 030 44 33 91-0
BUND-Pressestelle, Tel.: 030 78 79 00-12
Carmen Schultze, Tel.: 0179 593 59 12
Christian Hönig, Tel.: 030 78 79 00-58
Günter Landgraf, Tel.: 0172 97 69 174


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