Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!

BDEW startet zusammen mit neun Organisationen eine Petition gegen die Überdüngung der Böden und die Verschmutzung des Grundwassers / Gülle-Tourismus stoppen: Allein 2016 importierte Landwirtschaft zwei Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden / Drohende Kostenbelastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher verhindern

Berlin, 14. Juni 2017 – Eine Koalition aus Wasserverbänden, Umweltorganisationen und einer Gewerkschaft hat heute den Startschuss gegeben für eine Petition zur Verschärfung des deutschen Düngerechts. Das gemeinsame Ziel: Die Nitrat-Verschmutzung der Böden und Gewässer stoppen und eine gewässer- und umweltverträgliche Landwirtschaft einfordern.

Die massive Überdüngung der deutschen Felder durch die großindustrielle Agrarwirtschaft gefährdet zunehmend das Grundwasser. In einigen Regionen werden inzwischen alarmierende Nitratwerte gemessen. Das schadet der Umwelt und kostet die Verbraucherinnen und Verbraucher dreifach: Für die Wasserversorger wird es in vielen Regionen Deutschlands immer aufwendiger und kostenintensiver, die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten. Damit droht in einigen Regionen ein Anstieg des Trinkwasserpreises um über 60 Prozent. Die Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie könnte zu hohen Strafzahlungen für Deutschland führen, die letztlich von den Steuerzahlern finanziert würden. Hinzu kommen die bestehenden Subventionen für die größtenteils industriell geprägte Landwirtschaft.

Trotz allem floriert der Gülltetourismus: Nach Angaben der Universität Wageningen wurden allein 2016 zwei Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden auf deutschen Äckern entsorgt. Das entspricht 66.600 LKW-Ladungen.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die Europäische Kommission:

  1. Sofortiger Dünge-Stopp in belasteten Gebieten, wenn der Grenzwert(Schwellenwert/Umweltqualitätsziel) von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser überschritten wird!
  2. Verpflichtende Stoffstrombilanzen ab 2018 für alle Agrarbetriebe!
  3. Gülle-Tourismus eindämmen: Gülletransporte bundesweit überwachen und in nitratbelasteten Gebieten Gülle-Importe stoppen!
  4. Agrarwende: Die Milliarden-Subventionen für die großindustrielle Agrarwirtschaft müssen sofort zugunsten einer gewässer- und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Flächen umgeschichtet werden!


Die Initiative „Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!“ ist eine Initiative des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gemeinsam mit: Aktion Agrar, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Germanwatch, Greenpeace, GRÜNE LIGA und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.guelleverschmutzung-stoppen.de.

Ansprechpartner für die Presse:

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)
Manuela Wolter – Stv. Pressesprecherin – 030 300 199-1162 – presse@bdew.de

Aktion Agrar
Leonie Dorn – 0163-718-0259 – leonie.dorn@aktion-agrar.de

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Christian Rehmer – Leiter Agrarpolitik – 030 275 86-473 – christian.rehmer@bund.net

Deutscher Naturschutzring (DNR)
Florian Schöne – Generalsekretär – 030 6781 775 99 – info@dnr.de

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
Clivia Conrad – Bundesfachgruppenleiterin Wasserwirtschaft – 0151/1267 3959 –
clivia.conrad@verdi.de

Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)
Doreen Volsdorf – 030 2400867-892 – volsdorf@duh.de

DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e.V.
Daniel Wosnitzka – 030 7947 36-64 – wosnitzka@dvgw.de

Zur Meldung auf bdew.de:
http://www.bdew.de/internet.nsf/id/C06709AED88EB5F0C125813F0030D654?open&WT.mc_id=Pressemeldung-20170614


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