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Spinat

Spinat – Der gesunde Lückenfüller für jedes Beet

Einleitung

Spinat

Bild: Atle Brunvoll/flickr.com

Spinat (Spinacia oleracea) wird als Blattgemüse verwendet und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Die Pflanze hat in Südwestasien ihren Ursprung und ist seit der Antike im Mittelmeerraum zu finden. Außer in tropischen Regionen hat sie im Laufe der Jahrhunderte eine weltweite Verbreitung als Gemüsepflanze erfahren. In Europa hat Spinat in Italien, Frankreich und Deutschland seine größte Verbreitung.

Als Nahrungspflanze kann sie roh oder gekocht, ganz, geschnitten oder püriert gegessen werden. Auch die Samen sind als Sprossen roh oder gekocht verwendbar. Der hohe Gehalt an Mineralstoffen wie Eisen, Calcium, Magnesium und Zink, sowie den Vitaminen A, B1, B2 und C macht Spinat nicht nur zu einer schmackhaften sondern auch gesunden Kost. So ist er auch als Heilmittel und als Farbstoffpflanze (z.B. bei Nudeln) bekannt.

Aussaattermine

Der Aussaattermin entscheidet darüber, ob man einen zarten Frühjahrs- oder Sommerspinat oder eher einen kräftigen, langstieligen Herbst- bzw. Wintersalat erntet. Bei gleicher Qualität eignet sich der frühe Spinat eher zum Salat machen und der spätere mehr zum Kochen.

Als Langtagpflanze sprießt Spinat bei Hitze und viel Licht schnell in die Höhe. Ein schnelles Austreiben begünstigt zwar das Ausbilden von Samen für weitere Aussaaten, nicht aber ein kontinuierliches Abernten der Blätter. Daher ist es ratsam, dass die Pflanzen möglichst zu Kurztagsbedingungen gesät werden, um so die Bildung der Blattrosetten zu unterstützen.

Im Freiland kann bereits im März mit der Saat begonnen werden. Nach ca. 60 Tagen sind die Pflanzen dann für die Ernte bereit. Bis September kann die Aussaat immer wieder fortgesetzt werden. Spinat, den man noch vor dem Winter ernten möchte, sollte spätestens im August gesät werden, für die Ernte im zeitigen Frühjahr bedarf es einer Aussaat im September.

Bodenvorbereitung

Wenn genügend organisches Material im Erdreich vorhanden ist, gedeiht Spinat auf fast jedem Boden. Eine zu starke Düngung ist nicht notwendig. So reicht es aus, wenn der Boden im Vorjahr mit Kompost oder Mist angereichert wurde. Wichtig aber ist eine tiefgründige Lockerung des Bodens, bevor die Saat in die Erde gebracht wird.

Wurde die Saat im September ausgebracht, empfiehlt sich im Frühjahr eine Düngung mit Stickstoff oder Ackerschachtelhalmbrühe.

Verträglichkeit mit anderen Pflanzen

Bei einer Wachstumszeit von nur 60 Tagen und einer hohen Verträglichkeit mit anderen Pflanzen (ausgenommen sind hier nur Rote Beete, Mangold, Spinat selbst und Schwarzwurzel) ist Spinat eine ideale Vor- und Nachkultur in jedem Garten.

Als Lückenfüller auf Beeten kann Spinat diverse Funktionen übernehmen. Als Zwischenreihe dient er der Gründüngung und bietet Schutz für keimende Saaten. Ideale Kombinationen mit Spinat sind z.B. Bohnen, Tomaten, Gurken und Kohl. Ist der Spinat ausgewachsen, fangen diese Pflanzen erst richtig an sich zu entfalten.

Das Wachstum der Spinatwurzel begünstigt die Lockerung des Bodens. Durch die Wurzelausscheidungen fördert er das Wachstum benachbarter Pflanzen. Arbeitet man überschüssigen Spinat nach der Ernte in den Boden ein, dient dieser als hervorragendes Mulchmaterial, da er schnell verrottet.

Pflanzenpflege

Der Standort von Spinat sollte feucht, halbschattig und windstill sein. Gesät wird dünn in einem Reihenabstand von 15cm oder breitwürfig, in einer Tiefe von ca. 2cm. Um ein schnelles Schießen der Blüte zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Pflanzen mit ca. 10cm Abstand zu vereinzeln.

Besonders in trockenen Monaten sollte der Boden permanent feucht gehalten werden. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass sich die Nässe nicht staut.

Begünstigt wird das Wachstum auch durch häufiges Lockern des Bodens.

Jungpflanzen, die im Frühjahr geerntet werden sollen, brauchen eine Abdeckung bei Frost. Dazu können Folien, Frostschutzhauben aber auch Reisig verwendet werden

Krankheiten und Schädlinge

Die zarten Blätter des Spinates dienen Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten als Nahrungsgrundlage. Aber auch Schädlinge wie die Minierfliege, die Schwarze Bohnenlaus oder Stängelälchen fühlen sich in und an der Pflanze wohl. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten ist es sinnvoll, Läuse z.B. mit der Hand abzustreifen oder den Spinat mit Brennnesseljauche zu gießen. Von Stängelälchen befallene Pflanzen müssen entfern werden um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Doch auch Schimmel- und Schlauchpilz oder (bei zu hoher Feuchtigkeit) falscher Mehltau schädigen den Spinat. Durch einen gesunden Boden kann dies jedoch vermieden werden. Das bedeutet, ausreichend lockern, keine Staunässe und ausreichender Pflanzenabstand. Eine Gefahr stellt auch die Überdüngung des Bodens dar.

Um die Pflanze von innen zu stärken empfiehlt es sich alle 2-3 Wochen mit Ackerschachtelhalmbrühe zu gießen. Die darin enthaltene Kieselerde erhöht die Abwehrstärke der Pflanze gegenüber Krankheiten.

Ernte

Spinat kann laufend frisch vom Beet geerntet werden. Pflückt man zuerst die großen Blätter, wird eine Blütenbildung hinausgezögert und die Pflanze treibt noch einmal aus. Wenn der Spinat blüht werden die Blätter bitter und sind zum Verzehr nicht mehr geeignet.

Geerntet sollte der Spinat so schnell wie möglich verarbeitet werden, da er im Kühlschrank frisch nur 2-3 Tage haltbar ist. Für eine längerfristige Konservierung ist es ratsam den Spinat tiefzukühlen. Zuvor sollte er blanchiert und in Eiswasser heruntergekühlt werden, was bewirkt, dass angereichertes Nitrat sich nicht in gesundheitsschädliches Nitrit umwandelt.

Saatgut

Abhängig vom Geschlecht der Pflanze bildet Spinat scharfsamige oder rundsamige Sorten aus. Dabei eignen sich scharfsamige Sorten besonders gut für den Winter- und rundsamige Sorten für den Sommeranbau.