Belarus

Grüne Routen in Belarus – Grüne Routen in der Brester Region als Entwicklungsfaktor ländlicher Gebiete

Belarus (Weißrussland) ist einer der jüngsten selbständigen Staaten Europas. Das Land öffnet sich vorsichtig der Europäischen Union (EU) und damit dem Tourismus; ein Prozess, den die EU fördert. Die Öffnung Belarus’ bietet die Chance, dass der Tourismus demokratische Prozesse innerhalb der Bevölkerung begünstigt und dass die Übernachtungen den privaten Gastgebern im ländlichen Raum wirtschaftlich helfen und dadurch die Landflucht aufhalten.
Belarus ist ein überwiegend flaches Land mit waldreichen Regionen und Tausenden von Flüssen und Seen. Umweltbewusste Reisende mit dem Fahrrad oder dem Kanu finden hier hervorragende Bedingungen. Naturschutzgebiete bewahren die ursprüngliche Flora und Fauna, außerhalb der Städte finden sich noch überwiegend die traditionellen Holzhäuschen der Landbevölkerung. Die Unterkünfte auf dem Lande sind sehr einfach, sanitäre Anlagen nach westlichem Standard noch die Ausnahme. Dafür erwarten ein herzlicher Empfang und die traditionelle Gastfreundschaft die Reisenden. Gern werden regionale Spezialitäten zubereitet und gemeinsam mit den Gästen verzehrt. Dabei entwickelt sich manches Gespräch über Geschichte und aktuelle Situation von Belarus. Informationen über die Länder und Lebensbedingungen der Gäste sind hoch willkommen.
Im Brester Gebiet wurden jeweils eine grüne Fahrradroute und eine Paddeltour entwickelt und begleitend Anbieter ländlicher Unterkünfte geworben. Thematische Schwerpunkte liegen auf dem Kontakt zur ländlichen Bevölkerung und der „Erfahrung“ natürlicher Lebensräume. Die Fahrradroute umfasst ca. 360 km. Sie beginnt im Naturschutzgebiet „Beloveshkaya Pushcha“ an der belarussisch-polnischen Grenze und führt in etwa acht Tagesetappen nach Brest. Die sechstägige Paddeltour führt durch die Flusslandschaft „Polesie“ nördlich der Stadt Pinsk. Hauptroute ist der romantische Fluss Yaselda, inmitten zahlreicher Natur- und Vogelschutzgebiete mit reiner Luft und sauberem Wasser. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass große Gebiete vor allem im östlichen Landesteil stark durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl betroffen waren und sind. Leider gibt es über die heutige Situation keine Informationen der Regierung, und ein kritisches Bewusstsein der Bevölkerung scheint zu fehlen.
Für den kommenden Projektzeitraum haben die GRÜNE LIGA und mobilocal21 zwei weitere Projekte eingereicht (Verbesserung und Erweiterung der Grünen Routen in den Landkreisen Brest und Gomel / Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie und Förderung des Agrotourismus im Gebiet Lepel). Außerdem wurde durch mobilocal21 unter dem Dach der GRÜNEN LIGA Berlin eine weitere Partnerschaft für ein nachhaltiges Tourismusvorhaben im Landkreis Lviv (Ukraine) anvisiert.


Grenzüberschreitender nachhaltiger Tourismus im Grenzgebiet von Belarus zu Polen
Erstellen eines Marketingkonzeptes mit Zielgruppenanalyse und Vermarktungsstrategie

Dieses Projekt war die Fortsetzung des bereits 2008 durchgeführten Projekts „Grüne Routen in der Brester Region als Entwicklungsfaktor ländlicher Gebiete“.
Aktuelle Zielsetzung war zum einen die Erweiterung der bestehenden touristischen Produkte durch die Konzeption einer neuen grenzüberschreitenden Fahrradroute. Dies beinhaltete auch die Beschilderung der Grünen Routen für Individualtouristen. Im Vordergrund stand jedoch die Ausarbeitung einer Vermarktungsstrategie, die ein verbessertes Erreichen der Zielgruppen für nachhaltigen Tourismus im In- und Ausland anstrebt.

Das Projekt wurde aus dem Förderprogramm Belarus des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund (ibb) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschafliche Zusammenarbeit gefördert.


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