Einzigartige Ökosysteme

Fluss KaukDie Region beeindruckt nicht nur durch die großräumige Hochgebirgslandschaft mit schneebedeckten Gipfeln und glasklaren Bergflüssen, sondern vor allem durch ihre Artenvielfalt. Mehrere hundert Kilometer abseits der bekannten Krisenregionen des Kaukasus liegt in seinem westlichen Teil ein Naturparadies. Die Gebirgswelt des Westkaukasus gehört zu den weltweit schützenswerten Naturreichtümern und wurde 1999 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Es steht schon bereits seit über hundert Jahren unter strengem Naturschutz und repräsentiert fast alle Ökosystemtypen des Großen Kauka. Seit 2007 ist die Region in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, da in den benachbarten Gebieten die Sportstätten für die Olympischen Winterspiele 2014 gebaut werden. Dadurch ist das Ökosystem akut bedroht. Die für Olympia geplanten Bauten und ihre spätere Weiternutzung würden die natürlichen Ökosysteme zerstören und den Nutzungsdruck auf das benachbarte Schutzgebiet erhöhen.

Im Westkaukasus konnten sich Tier- und Pflanzenwelt bislang weitgehend ungestört entwickeln. Bereits 1888 wies der russische Zar in dem heutigen Reservat ein Jagdschutzgebiet aus. 1924 wurde dann der Staatliche Kaukasische Biosphärenpark geschaffen, vor allem zum Erhalt der Gebirgswälder und des alpinen Gürtels mit den dort vorkommenden seltenen Tieren und Pflanzen.

Dieses Areal bildet den Kern des heutigen Welterbegebietes. Auf der 280.000 Hektar großen, unzerschnittenen Fläche leben 74 Säugetier- und 246 Vogelarten. Von ihnen und auch den rund 4000 Pflanzenarten gehören viele zu den endemischen Arten des Kaukasus oder sogar des Westkaukasus, obwohl sie zum Teil schon seit dem Tertiär dort existieren. Außerdem ist das Weltnaturerbegebiet das letzte Rückzugsareal für bedrohte Großsäugerarten wie den Wisent. Denn diese Arten brauchen abgelegene große Gebiete, um reproduktionsfähige Populationen zu erhalten.

Gebirge

Wichtige Aufgaben des Biosphärenreservats sind seit einigen Jahren vor allem die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Leider gibt es trotz vielfältiger Bemühungen noch zu wenig Kooperation zwischen dem Naturreservat und den umgebenden Bereichen. Daher kommt es immer wieder zu Konflikten. Neben Wilderei, Straßenbau und unkontrolliertem Holzeinschlag sind die Naturschützer mit einem verstärkten Touristenaufkommen konfrontiert. Die Entwicklung der Tourismusindustrie gefährdet zunehmend die biologische und landschaftliche Vielfalt der Region, trägt allerdings auch zur Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Situation der strukturschwachen Bergregion bei.

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