Pflanze der Woche

© orestligetka - stock.adobe.com

© orestligetka – stock.adobe.com

Echter Beinwell (Symphytum grandiflorum)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig
Boden: feucht, nähstoffreich und stickstoffhaltig, schwere Böden
Insekten: Falter (z.B. Weißlinge, Hauhechel-Bläuling)

Der echte Beinwell braucht als heimische Wildpflanze kaum Pflege und ist häufig in Bauengärten zu finden. Man sollte beachten, dass seine lange Pfahlwurzel das Umpflanzen erschweren kann, wenn er einmal gepflanzt ist. Er lässt sich aber auch gut im Kübel halten. Schon Hildegard von Bingen fand, eine Beinwell-Salbe, aus den Wurzeln der Pflanze, helfe bei Verstauchungen, Prellungen und Muskelverspannungen. Tees aus Beinwellblättern helfen gegen Bronchialbeschwerden. Besonders Falter und Hummeln mit langen Rüsseln freuen sich über den Beinwell.

 

Mai

Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)

Familie: Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: halbschattig bis schattige Standorte
Boden: feuchte, durchlässige und humose Böden, nährstoffreich und kalkhaltig
Insekten: langrüsselige Insekten, Falter, Ameisen (Samen)

© GRÜNE LIGA Berlin

Die Samen des Lerchensporns werden von Ameisen verbreitet  die, das fett- und  zuckerreiche Anhängsel (Elaiosom) am Samen fressen.  Das wiederum ist vorteilhaft für die Pflanze, da sie so weit entfernt von der Mutterpflanze eine neue Kolonie bilden kann. Die Pflanze ist vor allem an der Wurzel stark giftig. Sie blüht erst im vierten Jahr und ist mit reichlich Nektar vor allem bei langrüsseligen Insekten sehr beliebt. Hummeln kommen mit ihren kurzen Rüsseln nicht an den Nektar. Sie beißen die Blüten einfach von unten auf und saugen den Nektar, ohne die Pflanze zu bestäuben. Dieses Phänomen nennt man Nektarraub.

 

April

Berberitzen (Berberis-Arten)

Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: halbschattig bis sonnig
Boden: trocken bis frisch
Insekten: Wildbienen, Wespen, Fliegen, Käfer

© GRÜNE LIGA Berlin

Die gelben Blüten der Berberitze ziehen unzählige Bienen, Fliegen und Käfer an. Für Vögel ist der stachelige Strauch ein toller Nistplatz, da er sie vor Katzen und andere Nesträubern schützt. Neben der als Garten- und Heckenpflanze beliebten Thungberg-Berberitze (Berberis thunbergii, Bild), eignet sich für die heimische Tierwelt besonders die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris), die zeitweise fast ausgerottet war, weil sie ein Zwischenwirt für Getreidekrankheiten ist.

 

Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)

Familie: Lippenblütler (Lamiceae)
Blütezeit: März bis Oktober
Standort: halbschattig
Boden: frische, nährstoffreiche, lockere, sandige Böden
Insekten: Wildbienen (inkl. Hummeln), Falter (ausgewachsene Tiere und Raupen, z.B. Achateule, Weißfleck-Widderchen), Großer Wollschweber, Ameisen (Samen)

© Marielle Kittmann, GRÜNE LIGA Berlin

Die Purpurrote Taubnessel ist eine Zeigerpflanze die stickstoffhaltige, nährstoffreiche Standorte anzeigt. Ihre Blätter können wunderbar als Wildgemüse in Salaten oder als Spinat zubereitet werden. Sie ist sehr schnellwüchsig und so können pro Jahr drei bis  vier Generationen möglich sein. Da sie eine wichtige Pflanze für frühfliegende nahrungssuchende Hummelköniginnen und Wildbienen ist, sollte man mit dem Sammeln aber lieber die zweite Generation im Jahr abwarten.

 

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: frisch, nährstoffreich, kalkreich
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln, Rote Mauerbiene), Falter

© JRG – stock.adobe.com

Wie der Name schon verrät, sammelt die Platterbsen-Mörtelbiene ihre Pollen hauptsächlich von Platterbsen. Die Frühlings-Platterbse ist die erste blühende Platterbse des Jahres und liefert der Platterbsen-Mörtelbiene somit wichtige Nahrung bei ihren ersten Flügen.  Auch andere Insekten und Wildbienenarten, wie die Rote Mauerbiene, freuen sich über den Pollen der Frühlings-Platterbse.

 

 

Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: sonnig
Boden: gut durchlässig, trocken und steinig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Falter

© sleepyhobbit – stock.adobe.com

Das Felsensteinkraut ist nicht zu anspruchsvoll und mag es gerne trocken und warm, ist also perfekt für Leute geeignet, die nicht viel Zeit zur Balkon- und Gartenpflege haben. Es macht sich toll in nährstoffarmen Böden oder an Natursteinmauern und bringt mit seinen vielen Blüten Stärkung für Hummel, Wildbiene, Falter und Co.

 

März

Traubenhyazinthe (Muscari-Arten)

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Blütezeit: März bis Mai   
Standort: sonnig, warm
Boden: locker, durchlässig, nicht zu feucht
Insekten: Wildbienen (u.a. Gehörnte Mauerbiene)

© GRÜNE LIGA Berlin

Die Gehörnte Mauerbiene beerntet die Traubenhyazinthe auf ihre eigene Weise. Dazu lässt sie den Pollenstaub, aus den Staubbeuteln der Blüte, auf ihren Vorderkopf rieseln und fängt ihn dort mit ihren Hörnchen auf.

 

 

 

 

 

Frühlings-Krokus (Crocus vernus)

Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig
Boden: nährstoffreich, frisch, durchlässig
Insekten: Wildbienen, Fliegen

© GRÜNE LIGA Berlin

Ursprünglich eher im Mittelmeerraum beheimatet, ist der Frühlings-Krokus verwildert fast überall in Deutschland zu finden. Er ist eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen im Jahr für frühfliegende Insekten wie Hummeln und Schwebfliegen.

 

 

 

 

Duftveilchen (Viola odorata)

Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Blütezeit: März bis April
Standort: lichter Schatten, halbschattig, unter Gehölzen
Boden: frisch, nährstoffreich
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln, Schmetterlinge (z.B. Distelfalter)

Vielen ist das Duftveilchen, wie schon sein Name verrät, wegen seines lieblichen Duftes bekannt. Doch nicht nur wir Menschen haben das wohlriechende Veilchen sehr gern, auch unsere geflügelten Mitbewohner finden Gefallen an ihm. Für früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten, wie den Distelfalter, ist es mit seinem süßen Nektar eine wichtige Nahrungsquelle.

 

 

Wiesenschlüsselblume (Primula veris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffarm
Insekten: langrüsselige Hummeln und Falter, Raupenfutterpflanze für Tagfalter

© Rob Lavers LRPS – stock.adobe.com

Die röhrenförmig verwachsenen Blütenkronen der Wiesenschlüsselblume sind perfekt geeignet für langrüsselige Hummeln und Falter, die sich von ihrem Nektar ernähren. Außerdem dient sie mehreren Tagfalterraupen, wie dem Schlüsselblumen-Würfelfalter, als Futterpflanze. Aber auch Nachtfalter, wie die Raupen der Silbergrauen Bandeule, fressen die Wiesenschlüsselblume gern. Die Loki-Schmidt-Stiftung erklärte die Wiesenschlüsselblume zur Blume des Jahres 2016, um auf sie und ihren drastischen Rückgang aufmerksam zu machen.

 

 

 

 

Gundermann (Glechoma hederacea)

Familie: Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Blütezeit: März bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig bis lehmig, mäßig feucht bis feucht
Insekten: Wildbienen (u.a. Pelzbiene), Falter, Käfer, Ameisen, Fliegen

© Anjuschka – stock.adobe.com

Der Gundermann ist eine heimische Waldstaude, die schon von den Römern und Germanen als Heilpflanze für Wunden und gegen Würmer verwendet wurde. Äußerlich angewendet hilft er bei Entzündungen.  Der Gundermann macht sich mit seinem würzigen Aroma gut in Salaten und auch unsere heimischen Insekten, z.B. die Pelzbiene und 21 Schmetterlingsarten wie der Aurora- und Zitronenfalter saugen gern seinen Nektar. Für Pferde und auch für Meerschweinchen und Hamster soll er allerdings giftig sein.

 

Februar

Gewöhnlicher Schneeglanz (Chionodoxa luciliae)

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: trocken bis frisch, locker, steinig, lehmig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Wespen, Fliegen

© JGade – stock.adobe.com

Die hübsche kleine Pflanze mit den blauen Blüten kommt ursprünglich aus dem Bozdag-Gebirge in der westlichen Türkei. Dort wächst sie in bis zu 2.000 Höhenmetern. Unsere heimischen Insekten freuen sich auch sehr über ihren frühen Pollen. Der gewöhnliche Schneeglanz vermehrt sich mit den Jahren selbst durch Brutzwiebeln, es ist also nach erstmaliger Pflanzung keine neue Aussaat notwendig.

 

Schwarze Nieswurz  (Helleborus niger)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: Februar bis April, manchmal schon ab November
Standort: halbschattig
Boden: schwer
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln und Falter

© GRÜNE LIGA Berlin

Die auch als Christrose bekannte Pflanze stammt aus den Alpen und ist in Deutschland nur in Bayern wirklich heimisch, aber als Zierpflanze sehr beliebt und ein wichtiger Winterblüher. Das Nektarium, eine Saftdrüse, die den Nektar ausscheidet, absorbiert an der Schwarzen Nieswurz UV-Licht, was sie für UV-sichtige Insekten wie Hummeln besonders anziehend macht. Am geeigneten Standort kann sie bis zu 25 Jahre alt werden.

 

Kissenprimel (Primula vulgaris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: Februar bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: lehmig, frisch bis mäßig feucht
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln, Fliegen (u.a. Wollschweber), Falter, Käfer

© GRÜNE LIGA Berlin

Die einheimischen Primelarten wie die Kissenprimel produzieren besonders viel Nektar und Pollen und sind damit im Frühling besonders attraktiv für Insekten wie den Wollschweber oder Hummeln. Sie kommen sich gerne bedienen. In Deutschland und Österreich steht die wilde Kissenprimel als besonders geschützt auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als Zierpflanze ist sie in vielen Farben erhältlich.

 

Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Blütezeit: Februar bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig, kiesig, mäßig trocken, frisch, locker
Insekten: Wildbienen, Falter und Hummeln

Auch wenn das flammende Käthchen ursprünglich in Madagaskar beheimatet ist, erfreut sich auch unsere heimische Insektenwelt an seinen zahlreichen Blüten. Gerade im Winter ist es als Zimmerpflanze beliebt, kann aber im Frühling nach draußen gestellt oder ausgepflanzt werden und liefert dann Wildbienen, Faltern und Hummeln ein gutes Nahrungsangebot.

 

Januar

Gewöhnliches Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)  
Blütezeit: Februar bis März
Standort: halbschattig
Boden: humusreich, locker, feucht
Insekten: Falter, Hummeln, Wildbienen

© sergejson – stock.adobe.com

Das Schneeglöckchen gehört zu den ersten Blütenpflanzen des Spätwinters. Da es aber nur noch äußerst selten in der freien Natur vorkommt, steht es in Deutschland unter Naturschutz. Vom frühen Blühen des Schneeglöckchens profitieren viele Insekten, wie Falter, Hummeln und Wildbienen in der noch sehr blütenarmen Zeit zum Jahresbeginn.

 


Copyright © 2009 - 2021 GRÜNE LIGA Berlin e.V. Landesverband Berlin - Netzwerk Ökologischer Bewegungen - Alle Rechte vorbehalten.