Pflanze der Woche

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Feld-Thymian (Thymus serpyllum)

Familie:  Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Blütezeit:  Juli bis Oktober
Standort:  sonnig
Boden:  leicht, sandig
Insekten: Wildbienen, Ameisen, Falter

Der mehrjährige Feld-Thymian kann je nach Standort bis zu 30 cm hoch werden. Die Blüten, die dicht zusammen in zylindrischen Blütenständen wachsen, sind rosa bis purpurn gefärbt und verströmen einen aromatischen Duft, der eine Vielzahl von Insekten anlockt. Die schmalen bis breit-elliptischen Blätter können an sonnigen Orten im Winter rote Pigmente bilden, um sich vor der Sonne zu schützen. Die nahrhaften Ölkörper der Früchte sind Nahrungsquelle für Ameisen. Häufig ist der Feld-Thymian daher in der Nähe von Ameisenhaufen anzutreffen. Der als Küchenkraut beliebte Echte Thymian (Thymus vulgaris) ist für Insekten ebenso wertvoll. Beide Arten eignen sich gut für sonnige, trockene Standorte im Garten oder auf dem Balkon. Der Feld-Thymian hat ähnliche, aber etwas schwächere Heilwirkungen wie sein Verwandter und kann ebenso als Gewürz eingesetzt werden.

 

Oktober

Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix)

Familie:  Araliengewächse (Araliaceae)
Blütezeit:  August bis Oktober
Standort: schattig bis halbschattig
Boden:  feucht, leicht bis mittelschwer
Insekten: Wildbienen (u.a. Efeu-Seidenbiene), Fliegen, Wespen, Falter (u.a. Admiral)

Der immergrüne Gewöhnliche Efeu kann bis zu 20 Meter hoch und mehr als 200 Jahre alt werden. Seine Stämme können einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen. Mit seinen kleinen Haftwurzeln kann er nahezu jeden Untergrund erklimmen. Erst wenn der Efeu etwa 10 Jahre alt ist, erscheinen seine grüngelben, unscheinbaren Blüten. Sie enthalten viel Nektar und sind durch die späte Blütezeit eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Die Efeu-Seidenbiene ist auf Efeu spezialisiert, doch auch viele andere Insekten können an ihm im Herbst noch Energie tanken. Nach der Blüte erscheinen die kugelförmigen, schwarzblauen Früchte erst zwischen Februar und April. Diese sind zwar für Menschen leicht giftig, Vögel wie Amseln nutzen sie aber als Futterquelle. Auch als Nistplatz ist er beliebt, dies sollte man beim Rückschnitt von Fassadenbegrünung unbedingt beachten und außerhalb der Brutzeit erledigen.

 

September

Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit:  Juni bis September
Standort:  sonnig
Boden:  nährstoffreich, mittelschwer, lehmig
Insekten: Falter, Wildbienen (z.B. Löcherbienen), Käfer

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Die gewöhnliche Kratzdistel ist eine zweijährige Pflanze mit einer Wuchshöhe zwischen 50 und 300 cm, die erst im zweiten Jahr in die Höhe wächst und ihre Blüte entfaltet. Die Stacheln an Stängel, Blattrand und Körbchen bieten ihr Schutz vor Fressfeinden. Oft findet man sie an Wegrändern, auf trockenen Wiesen oder auf Brach- und Ödland, aber sie eignet sich auch als Blickfang für Gärten oder Blumentöpfe. Ihre besonders großen Blütenkörbchen mit purpurfarbenen Röhrenblüten bieten langrüsseligen Insekten wie z.B. dem Zitronenfalter oder dem Distelfalter eine wichtige Futterquelle.

 

Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Standort: Sonnig
Boden: Humusreich, leicht
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln)

Die gewöhnliche Sonnenblume gehört zu den einjährigen Pflanzen und wird je nach Art zwischen 25 und 300 cm hoch. Ebenso tief wachsen meist ihre kräftigen Pfahlwurzeln. Ihre gelb bis gelborangefarbenen Blüten, die sich immer zur Sonne drehen, können einen Durchmesser von bis zu 30 cm erreichen. Die nektargefüllten Röhrenblüten befinden sich in der Mitte des Blütenkopfes, die kräftigen Farben der Zungenblüten locken bestäubende Insekten an. Die Samen sät man am besten im Ende Mai direkt ins Beet oder bei Vorkultur im Haus im April in Anzuchttöpfe. Die gewöhnliche Sonnenblume ist eine robuste Pflanze, längere Trockenzeit verträgt sie allerdings nicht und die Jungpflanzen müssen ggf. vor Schnecken geschützt werden.

 

Hanfblättriger Eibisch (Althaea cannabina)

Familie:  Malvengewächs (Malvaceae)
Blütezeit:  Juli bis September
Standort:  sonnig
Boden:  mittelschwerer, nährstoffreicher Boden
Insekten: Hummeln, Schwebfliegen

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Die mehrjährige Staude lockt mit ihren rosavioletten Blüten zahlreiche Insekten in den Garten. Sie hat zwar nicht sonderlich viel Nektar zu bieten, dafür ist sie reich an Pollen. Da sie ständig neue Blüten ansetzt, blüht sie über mehrere Monate.  Als Solitärstaude oder auch als Heckenersatz kann sie unter optimalen Bedingungen bis zu zwei Meter hoch werden. Sie ist auch in großen Blumentöpfen gut zu halten. Ihre Blätter erinnern an die der Hanfpflanze und ähnlich stark sind auch ihre Fasern. Dies macht ihre dünnen Stiele windresistent. Im Mittelalter fertigte man aus ihnen Stoffe und Seile.

 

Blutwurz (Potentilla erecta)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Mai bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: leichte, nährstoffarme Böden
Insekten: Wildbienen, Käfer, Wanzen

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Die Blutwurz gilt als Zeigerpflanze nährstoffarmer Standorte. Vielleicht ist sie nicht unbedingt als Zierpflanze geeignet ist, dafür aber als genügsamer Bodendecker mit hübschen kleinen gelben vierblättrigen Blüten, die gerne von Wildbienen als Nahrungsquelle angeflogen werden. Nach der Blüte bilden sich kleine nussartige Früchte, die die Samen enthalten. Durch Wind oder Tiere werden diese verbreitet.  Die Blutwurz ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die 10 bis 40 cm hoch wächst. Schneidet man ihren Wurzelstock auf, so verfärbt sich das weiße Wurzelfleisch rötlich, vermutlich stammt ihr Name daher. Seit der Antike ist die Blutwurz eine bekannte Heilpflanze, die auch heute noch in der Pflanzenheilkunde vielseitig angewandt wird. Auch für Kräuterliköre und Schnäpse wird sie gerne verwendet.

 

August

Acker-Rittersporn (Consolida regalis)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig
Boden: kalkhaltiger, humoser Lehmboden
Insekten: langrüsselige Insekten wie Hummeln und Schmetterlinge

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Der Acker-Rittersporn ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen und steht auf der Roten Liste bedrohter Arten. Früher fand man ihn häufig an den Rändern von Getreideäckern und als eine Pionierpflanze auf Brachflächen. Der Acker-Rittersporn ist durch Herbizide, gründliche Saatgutreinigung und den Rückgang von Ackerrändern stark gefährdet. Alle Pflanzenteile des Rittersporns sind stark giftig! Insbesondere die Samen enthalten die giftigen Alkaloide. Im öffentlichen Raum oder in Reichweite von Kindern und Haustieren sollte er deshalb lieber nicht gepflanzt werden. Viele langrüsselige Insekten erfreuen sich aber an seinem Nektar.

 

 

 

Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig
Boden: leichter Boden
Insekten:  Wildbienen, Falter (v.a. Nachtfalter)

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Das Taubenkropf-Leimkraut wird zwischen 20 und 60 cm hoch und kann Wurzeln bis in 1 m Tiefe bilden. Obwohl es zu den Leimkräutern zählt, ist es nicht klebrig. Als Heilpflanze hat es heutzutage seine Bedeutung verloren, früher kochte man aus den Wurzeln eine Seifenlauge und aß die stoffwechselanregenden jungen Triebe. Jedoch bietet diese Wildpflanze ein wertvolles Nahrungsangebot für Insekten. Zwar sind die Blüten auch tagsüber geöffnet, aber nur abends und nachts verströmen sie einen kleeartigen Duft, um Nachtfalter anzulocken. Der tief im Kelch liegende Nektar ist nur für langrüsselige Bienen und Falter erreichbar, Hummeln umgehen dieses Problem, indem sie ein Loch in den Kelch beißen. Die Blüte wird dann jedoch nicht befruchtet. Außer über Samen vermehrt die Pflanze sich auch über ihre Wurzeln und bildet Ableger. Möchte man das Taubenkropf-Leimkraut aussäen, sollte man dies im Frühling tun.

 

Wilde Malve, Große Käsepappel (Malva sylvestris)

Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig
Boden: sandig, lehmig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Schwebfliegen, Käfer, Falter, Wanzen (u.a. Rote Feuerwanze)

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Zu den Insekten, die besonders gerne an der Wilden Malve sitzen, zählen die Roten Feuerwanzen. Sie saugen den Pflanzensaft an Blüten und Blättern, fügen der Malve aber keinen nennenswerten Schaden zu. Auch Spinnen wie die Veränderliche Krabbenspinne haben an der Wilden Malve ihr Jagdrevier. Die Pflanze wird schon lange als Heilpflanze verwendet, wobei der Hauptwirkstoff der Pflanzenschleim ist. Als Käsepappel wird sie bezeichnet, weil ihre Früchte die Form eines Käselaibs haben und aus ihnen früher Kinderbrei (Papp) zubereitet wurde. Die Wilde Malve ist recht anspruchslos an ihren Standort und wächst sowohl auf Wiesen als auch an Wegrändern und an Häuserwänden.

 

 

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Familie: Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: humusreich, mittelschwer
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge

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Die Kapuzinerkresse stammt aus den Anden. Trotzdem ist sie bei vielen unserer heimischen Insekten als Nahrungsquelle beliebt. Als unkomplizierte Kletterpflanze eignet sie sich gut für Balkone oder Kübel. Sie rankt sich an Spalieren empor oder kann ohne Kletterhilfe kriechend oder hängend schnell Kästen und Beete begrünen. Ihre Blüten und Blätter sind auch für Menschen essbar und sie wurden schon von den Inkas als Heilpflanze genutzt.

 

Garten-Rettich (Raphanus sativus)

Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Standort: sonnig
Boden: humusreich, mittelschwer
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge

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Der Garten-Rettich ist eine alte Kulturpflanze. Von welcher Wildart er abstammt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Auch Radieschen, Winterrettich und Ölrettich gehören der gleichen Art an und sind lediglich andere Unterarten. Beim Anbau im Garten geht es normalerweise um die Wurzel und die Pflanze kommt gar nicht erst zur Blüte. Lässt man aber einen Teil der Pflanzen stehen und blühen, tut man damit der Insektenwelt einen Gefallen: Die Blüten von Rettich, Radieschen und Co. liefern zahlreichen Insekten Nahrung. Außerdem können so Samen für das nächste Jahr gewonnen werden.

 

Juli

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit: Juni bis September
Standort: sonnig
Boden: leicht bis mittelschwer, trocken
Insekten: Wildbienen (z.B. Hosenbienen), Schwebfliegen

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Die Gemeine Wegwarte ist als Pionierpflanze eine der ersten, die neue Standorte, z.B. Brachflächen, besiedelt. In der Stadt ist sie oft an Straßen- und Wegrändern zu finden. Sie liebt es warm und sonnig und kommt an trockenen Stellen gut zurecht. Sie wird gern von Hummeln, anderen Wildbienen und Schwebfliegen aufgesucht. Die Wurzeln der Wegwarte werden zum Teil bis heute gemahlen und geröstet als Kaffee-Ersatz genutzt. Der Chicorée ist eine Zuchtform der Wildpflanze.

 

Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Standort: sonnig
Boden: feucht bis nass, humos, lehmig-tonig
Insekten: langrüsselige, Schmetterlinge und Bienen

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Die Kuckucks-Lichtnelke verdankt ihren Namen dem Aberglauben unserer Vorfahren, die sich die schaumartige , die oft an ihrem Stängel zu finden ist, nicht recht erklären konnten. Der Schaum, der im Volksmund auch als „Kuckucksspeichel“ bezeichnet wurde, war im Volksglauben vom Kuckuck verursacht, der mit dem Teufel gleichgemacht wurde. Diese Naturphänomene sind allerdings nichts weiter als die Nester der Schaumzikade, in denen die Zikadenlarven heranwachsen. Die Kuckucks-Lichtnelke hat einen tiefen Kelch, so dass nur langrüsselige Insekten wie Schmetterlinge und langrüsselige Bienen sie bestäuben können. Durch die zerteilten Kronblätter zieht sie besonders viel Aufmerksamkeit der Insekten auf sich.

 

Gemeiner Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Familie: Rosengewächse
Blütezeit: Juni-September
Standort: halbschattig bis sonnig
Boden: locker, durchlässig, kalkhaltig
Insekten: Schwebfliegen, Fliegen, Wildbienen

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Der gemeine Odermennig ist ein heimisches Wildkraut, das häufig auf Magerwiesen und an Waldrändern zu finden ist. Im Mittelalter war das Wildkraut sehr bekannt als Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden oder starkem Husten. Der Odermennig ist eine robuste ausdauernde Pflanze, die auch längere Hitzeperioden gut übersteht. Ihr reichliches Pollenangebot lockt verschiedene Insekten wie Schwebfliegen, Fliegen und Wildbienen an

 

 

Gewöhnlicher Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Juni bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig, schattentolerant
Boden: nährstoffreich, durchlässig
Insekten: Fliegen, Wildbienen (u.a. Hummeln)

Der heimische Frauenmantel mit seinen vielen verschiedenen Arten zählt zu den am weitesten verbreiteten Gartenstauden. Er bildet schnell dichte Bestände, die teilweise bis in den frühen Herbst blühen, was Wildbienen und Fliegen freut. Natürlicherweise wächst der Gewöhnliche Frauenmantel zusammen mit anderen Frauenmantelarten auf Hochlandwiesen und Waldichtungen, was vermutlich durch willkürliche Kreuzungen zu den heute so verschiedenen zahlreichen Unterarten geführt hat. Er ist wegen seiner krampflösenden und schmerzlindernden Wirkung ein beliebtes Heilkraut bei Frauenleiden (Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden). Zur Herstellung von Tees sollten die Blätter des Frauenmantels vor der Blüte geerntet werden. Die Pflanze fand schon bei den alten Germanen Verwendung und wurde der Göttin Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit, Liebe und des Krieges geweiht, denn aus ihren Tränen soll sie entstanden sein. Die Römer taten es ihnen gleich und weihten sie der Venus.

 

Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: kalkhaltig, durchlässig, nährstoffarm
Insekten: Widderchen (Falter), Schachbrettfalter, Wildbienen u.a.                                          

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Die Tauben-Skabiose ist eine recht anspruchslose Pflanze, die am richtigen Standort keine Pflege benötigt. Sie wächst auf Wiesen, macht sich aber auch gut in Mauerkronen oder im Steingarten. Als alte Heilpflanze wurde sie früher innerlich bei Atembeschwerden angewendet und sollte den Stoffwechsel anregen. Die jungen Blätter der Tauben-Skabiose kann man zudem sehr gut im Salat verwenden.

 

 

Juni

Ausdauerndes Sandglöckchen (Jasione laevis)

Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig
Boden: kalkarm, dicht
Insekten: Wildbienen (z.B. Große Keulhornbiene, Schwarzglänzende Keulhornbiene)

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Das Ausdauernde Sandglöckchen ist eine heimische Staude, die im Schwarzwald und im Pfälzer Wald noch in der freien Natur vorkommen soll. Sie gehört zu den gefährdeten Arten und ist unter anderem ein wichtiger Pollenlieferant für die Große, die Gewöhnliche und die Schwarzglänzende Keulhornbiene, sowie für die Glänzende Schmalbiene. Die zierliche Pflanze ist recht wählerisch was ihren Standort betrifft und zieht kalkarme, sonnige Plätze vor. In einem Steingarten macht sie sich besonders gut.

 

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: mäßig feucht, leicht bis mittelschwer
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln

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Der Rote Fingerhut ist eine heimische zweijährige Pflanze, die häufig an Waldrändern oder auf Lichtungen zu finden ist. Auch im Garten fühlt sie sich an halbschattigen Plätzen wohl. Für Menschen ist der Fingerhut stark giftig und darf daher nicht im öffentlichen Raum oder an für Kinder und Haustiere zugängliche Stellen gepflanzt werden. In der richtigen Dosierung liefert er aber noch heute einen der wichtigsten Wirkstoffe für Herzmedikamente. Für Wildbienen, insbesondere Hummeln, ist er aber eine wertvolle Nahrungsquelle. Aufgrund des hohen Mineralstoffgehalts können seine Blätter gut als Gründüngung oder Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.

 

 

 

Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: Juni bis Juli
Standort: vollsonnig
Boden: durchlässig, nährstoffreich, nicht zu kalkreich, mäßig trocken
Insekten: Falter, Raupen (als Futterpflanze), Wildbienen inkl. Hummeln

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Früher wurde die giftige Ochsenzunge zur Gewinnung eines gelben Farbstoffs und als Heilpflanze in der Nähe von Siedlungen angebaut und konnte sich so gut ausbreiten. Die Blätter der Ochsenzunge sind namensgebend, da sie in ihrer Form an eine Ochsenzunge erinnern. Als Nahrungsquelle für Falter, Wildbienen und Hummeln ist der Pollen der Gemeinen Ochsenzunge wichtig, aber auch für die Raupen diverser (Eulen-)Falter ist sie als Futterquelle entscheidend.

 

Großes Immergrün (Vinca major)

Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Blütezeit: April bis Mai, ein zweites Mal im Herbst
Standort: schattig
Boden: mäßig kalkhaltig bis sauer, locker
Insekten: Bienen, Hummeln und Schwebfliegen

Das Große Immergrün ist ein hervorragender Bodendecker, der keine großen Ansprüche hat, außer dass er genug Wasser braucht. Wie der Name schon sagt, ist die Pflanze auch im Winter grün. Ursprünglich aus Vorderasien stammend, wächst das Große Immergrün vielerorts eingebürgert. Es ist von der Blüte übers Blatt bis zur Wurzel giftig. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen freut es, genau wie sein kleinerer Verwandter, allerdings sehr.

 

Mai

Schwarzer Senf (Brassica nigra)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: vollsonnig
Boden: warm und feucht
Insekten: Wildbienen, Käfer, Falter und Fliegen

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Schwarzer Senf ist eine der ältesten Gewürzpflanzen Mitteleuropas und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er trägt scharfe Samen, die eine verdauungsfördernde Wirkung haben. Er geht jedoch in der Speisesenfherstellung stark zurück, da andere Sorten milder sind. Als Heilpflanze wird Senf bei Bronchitis und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Wildbienen, Käfer und vielen  anderen Insekten dient Schwarzer Senf als Nahrungsquelle.

 

Herzblättrige Bergenie (Bergenia cordifolia)

Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Blütezeit: April und Mai
Standort: sonnig, halbschattig
Boden: lehmhaltig und humusreich, nährstoffreich, feucht, durchlässig
Insekten: Wildbienen, Schmetterlinge u.a.

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Wegen der großen Blätter und ihrer Robustheit sind Bergenien beliebte Bodendecker im Garten, Steingarten und an Teichufern. Sie ist eine ganzjährige robuste Staude, die 2017 aufgrund ihrer steigenden Beliebtheit zur Pflanze des Jahres gewählt wurde. Zwischen April und Mai öffnen sich die Blüten und locken erste Insekten an. Im Herbst überzeugt die Bergenie durch dekorative Rotfärbung.

 

 

Echter Beinwell (Symphytum grandiflorum)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig
Boden: feucht, nähstoffreich und stickstoffhaltig, schwere Böde
Insekten: Falter (z.B. Weißlinge, Hauhechel-Bläuling)

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Der echte Beinwell braucht als heimische Wildpflanze kaum Pflege und ist häufig in Bauengärten zu finden. Man sollte beachten, dass seine lange Pfahlwurzel das Umpflanzen erschweren kann, wenn er einmal gepflanzt ist. Er lässt sich aber auch gut im Kübel halten. Schon Hildegard von Bingen fand, eine Beinwell-Salbe, aus den Wurzeln der Pflanze, helfe bei Verstauchungen, Prellungen und Muskelverspannungen. Tees aus Beinwellblättern helfen gegen Bronchialbeschwerden. Besonders Falter und Hummeln mit langen Rüsseln freuen sich über den Beinwell.

 

Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)

Familie: Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: halbschattig bis schattige Standorte
Boden: feuchte, durchlässige und humose Böden, nährstoffreich und kalkhaltig
Insekten: langrüsselige Insekten, Falter, Ameisen (Samen)

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Die Samen des Lerchensporns werden von Ameisen verbreitet  die, das fett- und  zuckerreiche Anhängsel (Elaiosom) am Samen fressen.  Das wiederum ist vorteilhaft für die Pflanze, da sie so weit entfernt von der Mutterpflanze eine neue Kolonie bilden kann. Die Pflanze ist vor allem an der Wurzel stark giftig. Sie blüht erst im vierten Jahr und ist mit reichlich Nektar vor allem bei langrüsseligen Insekten sehr beliebt. Hummeln kommen mit ihren kurzen Rüsseln nicht an den Nektar. Sie beißen die Blüten einfach von unten auf und saugen den Nektar, ohne die Pflanze zu bestäuben. Dieses Phänomen nennt man Nektarraub.

 

April

Berberitzen (Berberis-Arten)

Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: halbschattig bis sonnig
Boden: trocken bis frisch
Insekten: Wildbienen, Wespen, Fliegen, Käfer

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Die gelben Blüten der Berberitze ziehen unzählige Bienen, Fliegen und Käfer an. Für Vögel ist der stachelige Strauch ein toller Nistplatz, da er sie vor Katzen und andere Nesträubern schützt. Neben der als Garten- und Heckenpflanze beliebten Thungberg-Berberitze (Berberis thunbergii, Bild), eignet sich für die heimische Tierwelt besonders die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris), die zeitweise fast ausgerottet war, weil sie ein Zwischenwirt für Getreidekrankheiten ist.

 

Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)

Familie: Lippenblütler (Lamiceae)
Blütezeit: März bis Oktober
Standort: halbschattig
Boden: frische, nährstoffreiche, lockere, sandige Böden
Insekten: Wildbienen (inkl. Hummeln), Falter (ausgewachsene Tiere und Raupen, z.B. Achateule, Weißfleck-Widderchen), Großer Wollschweber, Ameisen (Samen)

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Die Purpurrote Taubnessel ist eine Zeigerpflanze die stickstoffhaltige, nährstoffreiche Standorte anzeigt. Ihre Blätter können wunderbar als Wildgemüse in Salaten oder als Spinat zubereitet werden. Sie ist sehr schnellwüchsig und so können pro Jahr drei bis  vier Generationen möglich sein. Da sie eine wichtige Pflanze für frühfliegende nahrungssuchende Hummelköniginnen und Wildbienen ist, sollte man mit dem Sammeln aber lieber die zweite Generation im Jahr abwarten.

 

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: frisch, nährstoffreich, kalkreich
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln, Rote Mauerbiene), Falter

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Wie der Name schon verrät, sammelt die Platterbsen-Mörtelbiene ihre Pollen hauptsächlich von Platterbsen. Die Frühlings-Platterbse ist die erste blühende Platterbse des Jahres und liefert der Platterbsen-Mörtelbiene somit wichtige Nahrung bei ihren ersten Flügen.  Auch andere Insekten und Wildbienenarten, wie die Rote Mauerbiene, freuen sich über den Pollen der Frühlings-Platterbse.

 

 

Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: sonnig
Boden: gut durchlässig, trocken und steinig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Falter

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Das Felsensteinkraut ist nicht zu anspruchsvoll und mag es gerne trocken und warm, ist also perfekt für Leute geeignet, die nicht viel Zeit zur Balkon- und Gartenpflege haben. Es macht sich toll in nährstoffarmen Böden oder an Natursteinmauern und bringt mit seinen vielen Blüten Stärkung für Hummel, Wildbiene, Falter und Co.

 

März

Traubenhyazinthe (Muscari-Arten)

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Blütezeit: März bis Mai   
Standort: sonnig, warm
Boden: locker, durchlässig, nicht zu feucht
Insekten: Wildbienen (u.a. Gehörnte Mauerbiene)

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Die Gehörnte Mauerbiene beerntet die Traubenhyazinthe auf ihre eigene Weise. Dazu lässt sie den Pollenstaub, aus den Staubbeuteln der Blüte, auf ihren Vorderkopf rieseln und fängt ihn dort mit ihren Hörnchen auf.

 

 

 

 

 

Frühlings-Krokus (Crocus vernus)

Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig
Boden: nährstoffreich, frisch, durchlässig
Insekten: Wildbienen, Fliegen

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Ursprünglich eher im Mittelmeerraum beheimatet, ist der Frühlings-Krokus verwildert fast überall in Deutschland zu finden. Er ist eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen im Jahr für frühfliegende Insekten wie Hummeln und Schwebfliegen.

 

 

 

 

Duftveilchen (Viola odorata)

Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Blütezeit: März bis April
Standort: lichter Schatten, halbschattig, unter Gehölzen
Boden: frisch, nährstoffreich
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln, Schmetterlinge (z.B. Distelfalter)

Vielen ist das Duftveilchen, wie schon sein Name verrät, wegen seines lieblichen Duftes bekannt. Doch nicht nur wir Menschen haben das wohlriechende Veilchen sehr gern, auch unsere geflügelten Mitbewohner finden Gefallen an ihm. Für früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten, wie den Distelfalter, ist es mit seinem süßen Nektar eine wichtige Nahrungsquelle.

 

 

Wiesenschlüsselblume (Primula veris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffarm
Insekten: langrüsselige Hummeln und Falter, Raupenfutterpflanze für Tagfalter

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Die röhrenförmig verwachsenen Blütenkronen der Wiesenschlüsselblume sind perfekt geeignet für langrüsselige Hummeln und Falter, die sich von ihrem Nektar ernähren. Außerdem dient sie mehreren Tagfalterraupen, wie dem Schlüsselblumen-Würfelfalter, als Futterpflanze. Aber auch Nachtfalter, wie die Raupen der Silbergrauen Bandeule, fressen die Wiesenschlüsselblume gern. Die Loki-Schmidt-Stiftung erklärte die Wiesenschlüsselblume zur Blume des Jahres 2016, um auf sie und ihren drastischen Rückgang aufmerksam zu machen.

 

 

 

 

Gundermann (Glechoma hederacea)

Familie: Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Blütezeit: März bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig bis lehmig, mäßig feucht bis feucht
Insekten: Wildbienen (u.a. Pelzbiene), Falter, Käfer, Ameisen, Fliegen

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Der Gundermann ist eine heimische Waldstaude, die schon von den Römern und Germanen als Heilpflanze für Wunden und gegen Würmer verwendet wurde. Äußerlich angewendet hilft er bei Entzündungen.  Der Gundermann macht sich mit seinem würzigen Aroma gut in Salaten und auch unsere heimischen Insekten, z.B. die Pelzbiene und 21 Schmetterlingsarten wie der Aurora- und Zitronenfalter saugen gern seinen Nektar. Für Pferde und auch für Meerschweinchen und Hamster soll er allerdings giftig sein.

 

Februar

Gewöhnlicher Schneeglanz (Chionodoxa luciliae)

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: trocken bis frisch, locker, steinig, lehmig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Wespen, Fliegen

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Die hübsche kleine Pflanze mit den blauen Blüten kommt ursprünglich aus dem Bozdag-Gebirge in der westlichen Türkei. Dort wächst sie in bis zu 2.000 Höhenmetern. Unsere heimischen Insekten freuen sich auch sehr über ihren frühen Pollen. Der gewöhnliche Schneeglanz vermehrt sich mit den Jahren selbst durch Brutzwiebeln, es ist also nach erstmaliger Pflanzung keine neue Aussaat notwendig.

 

Schwarze Nieswurz  (Helleborus niger)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: Februar bis April, manchmal schon ab November
Standort: halbschattig
Boden: schwer
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln und Falter

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Die auch als Christrose bekannte Pflanze stammt aus den Alpen und ist in Deutschland nur in Bayern wirklich heimisch, aber als Zierpflanze sehr beliebt und ein wichtiger Winterblüher. Das Nektarium, eine Saftdrüse, die den Nektar ausscheidet, absorbiert an der Schwarzen Nieswurz UV-Licht, was sie für UV-sichtige Insekten wie Hummeln besonders anziehend macht. Am geeigneten Standort kann sie bis zu 25 Jahre alt werden.

 

Kissenprimel (Primula vulgaris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: Februar bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: lehmig, frisch bis mäßig feucht
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln, Fliegen (u.a. Wollschweber), Falter, Käfer

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Die einheimischen Primelarten wie die Kissenprimel produzieren besonders viel Nektar und Pollen und sind damit im Frühling besonders attraktiv für Insekten wie den Wollschweber oder Hummeln. Sie kommen sich gerne bedienen. In Deutschland und Österreich steht die wilde Kissenprimel als besonders geschützt auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als Zierpflanze ist sie in vielen Farben erhältlich.

 

Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Blütezeit: Februar bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig, kiesig, mäßig trocken, frisch, locker
Insekten: Wildbienen, Falter und Hummeln

Auch wenn das flammende Käthchen ursprünglich in Madagaskar beheimatet ist, erfreut sich auch unsere heimische Insektenwelt an seinen zahlreichen Blüten. Gerade im Winter ist es als Zimmerpflanze beliebt, kann aber im Frühling nach draußen gestellt oder ausgepflanzt werden und liefert dann Wildbienen, Faltern und Hummeln ein gutes Nahrungsangebot.

 

Januar

Gewöhnliches Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)  
Blütezeit: Februar bis März
Standort: halbschattig
Boden: humusreich, locker, feucht
Insekten: Falter, Hummeln, Wildbienen

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Das Schneeglöckchen gehört zu den ersten Blütenpflanzen des Spätwinters. Da es aber nur noch äußerst selten in der freien Natur vorkommt, steht es in Deutschland unter Naturschutz. Vom frühen Blühen des Schneeglöckchens profitieren viele Insekten, wie Falter, Hummeln und Wildbienen in der noch sehr blütenarmen Zeit zum Jahresbeginn.

 


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