FAQ

Tiere am Gebäude

Wie erkennt man die Anwesenheit von Vogelarten am Gebäude
Am besten lassen sich am Gebäude siedelnde Vögel während der Brutzeit feststellen. Ganz sicher kann man sein, wenn man die Tiere in die Niststätten ein- und ausschlüpfen sieht, vielleicht noch mit Nistmaterial oder Futter im Schnabel. Die Nester befinden sich bevorzugt im Bereich der Dachkante.

Häufig sitzen dann die Tiere nahe beim Brutplatz oder direkt im Nesteingang. Turmfalken und Hausrotschwänze brüten einzeln, Dohlen, Haussperlinge, Mauersegler und Mehlschwalben sind Koloniebrüter, so dass auf engstem Raum oft mehrere Vögel beobachtet werden können. Die Männchen von Hausrotschwanz, Dohle und Haussperling lassen in der Nähe des Brutplatzes ihren Gesang ernehmen.
Bei der Mehlschwalbe sind alte, ausgebesserte oder neu errichtete Nester der beste Nachweis.
Ganzjährig anzutreffende Hinweise sind Spuren an den Gebäuden. Dazu gehört aus den Öffnungen ragendes Nistmaterial, Spuren an der Hauswand, die auf einen Einschlupf hinweisen oder Kotspuren unterhalb der Brutplätze.

Wie erkennt man, ob im oder am Haus Fledermäuse leben?
Der Nachweis von Fledermausquartieren ist selbst für Experten schwierig, häufig ist man auf Zufallsfunde angewiesen.
Auch hier ist der direkte Fund von Fledermäusen (auch von Toten), oder die Beobachtung von Aus- und Einflügen am Gebäude der beste Nachweis. Die Tiere können in erstaunlich engen Spalten und Ritzen leben (so z.B. hinter Fensterläden, losem Putz oder im Dachgebälk) die man mit Taschenlampen absuchen kann. Ein deutlicher Hinweis auf das Vorkommen von Fledermäusen ist der Fund von Kot unterhalb der Schlafplätze. Bei dem Kot handelt es sich um kleine, braune, feste, glänzende (Chitinreste!) Krümel. Das Heranziehen eines Experten ist von Vorteil, denn er kennt mögliche Verstecke oder Spuren und kann sich technischer Hilfsmittel bedienen, wie z.B. eines Fledermausdetektors (macht die Ultraschallfrequenzen für das menschliche Ohr hörbar).


Beschädigung/Verschmutzung

Beschädigen die Tiere das Gebäude?
Eine Beschädigung der Bausubstanz oder von Gebäudeteilen ist nicht bekannt. Bei fachgerechtem Einbau von Nisthilfen oder der Schaffung von Dacheinschlüpfen für Vögel und Fledermäuse durch Bauhandwerker kann es zu keinen Beschädigungen kommen.

Kann es zu Verschmutzungen kommen?
Verschmutzungen können insbesondere durch Kot bei den Arten Mehlschwalbe und Turmfalke auftreten. Bei allen anderen Arten sind Verschmutzungen vernachlässigbar.
Bei Mehlschwalben kann es im Zuge des Nestbaus und wenn die Jungvögel kurz vor dem Ausfliegen sind, zu größeren Verschmutzungen kommen. Um der Mehlschwalbe auch weiterhin in unseren Städten eine Ansiedlung zu ermöglichen, sollte sie an geeignete Neststandorte „gelenkt“ und die Ansiedlung an diesen Gebäudebereichen gefördert werden. Auch kann ein Kotbrett ca. 30 cm unterm Nest den größten Schmutz abhalten.
Der Turmfalke kann zur Brutzeit weiße „Schmelzspuren“ unter dem Brutplatz hinterlassen, welche nach der Brutsaison vom Regen abgewaschen werden. Der Kot der Tiere schädigt das Gemäuer, die Dachziegel oder sonstige Materialien (wie Kupferblech) nicht.

Wie kann ich Verschmutzungen vermeiden?
Zu hundert Prozent ist dies nicht möglich! Geringe Kotmengen gehören jedoch zu den natürlichen Lebensäußerungen von Wildtieren und sind tolerabel! Wind und Wetter beseitigen die Spuren rasch wieder. Prinzipiell sollten breite und flache Simse oder Absätze an Gebäuden vermieden bzw. abgeschrägt werden. Nisthilfen, wie z.B. Einbausteine oder -kästen müssen 3-5 mm aus der Wand herausragen, dann bleibt wenig Kot an der Hauswand hängen. Einige Modelle für Fledermäuse sind so konzipiert, dass der krümelige Kot herausfallen kann – übrigens ein hervorragender Blumendünger!
Kotspritzer des Turmfalken und seines Nachwuchses kann man mittels eines Anflugbrettchens oder einer Anflugstange am Nistplatzeingang reduzieren.

Um Verschmutzungen durch Mehlschwalben zu vermeiden, können ca. 30 cm unterhalb des Nestes sogenannte Kotbretter angebracht werden. Das Brett sollte einen ungehinderten Anflug des Nestes ermöglichen und so groß sein, das alle Verschmutzungen liegen bleiben. In größeren Abständen, spätestens nach dem Ausfliegen der Jungen, ist das Brett zu reinigen.

Wenn eine Ansiedlung vermieden werden muss, beispielsweise wenn Nester das Öffnen des Fensters verhindern, kann die Besiedlung der Nestanlage durch das Anbringen von Flatterbändern, Blumentöpfen etc. vor der Brutsaison verhindert werden. Es sollte jedoch immer sicher gestellt werden, dass den Schwalben an geeigneten Stellen, wie Dachüberständen oberhalb fensterloser Gebäudeabschnitte, Stirnwänden u.ä., die Anlage von Nestern ermöglicht wird. Auch das Anbringen von Kunstnestern an geeigneten Stellen ist eine Möglichkeit. Das ungenehmigte Beseitigen von Schwalbennestern ist verboten!

Verschmutzungen durch Nistmaterial treten sehr selten auf. Spatzennester werden „recycelt“ und immer wieder genutzt. Der Turmfalke trägt gar kein Nistmaterial ein, Mauersegler nur geringe Mengen von in der Luft schwebenden Teilchen (Haare, Halme, Papierfetzen), welche er mit Speichel zu einem Ring verklebt.

Dohlen bauen umfangreiche Reisignester, aus denen sie überzähliges Material selbst ausräumen. Der Hausrotschwanz baut dagegen ein feines Reisignest, welches an der Fassade nicht stört und nach der Saison zerfällt.


Haustaube

Wie kann ich die Ansiedlung der nicht geschützten Haustaube vermeiden?
Bereits während der baulichen Ausführung ist auf Maßnahmen zu achten, welche die Ansiedlung der Taube verhindern. Dazu gehören keine Öffnungen größer 8 cm, die Vermeidung von überdachten waagerechten Simsen, die breiter als 8 cm sind und unverschlossene Bodenfenster.
Grundsätzlich sollte das Füttern von Haustauben unterbleiben.


Nistkästen

Kann ich einen Nistkasten aufhängen?
Bereits sanierte Häuser können mit Nistkästen nachgerüstet werden. Das ist insbesondere für Mauersegler oder Fledermäuse (Fledermausbretter) sinnvoll .

Wenn möglich, sind dem Mauersegler mehrere Nistmöglichkeiten anzubieten, denn er ist ein Koloniebrüter. Koloniekästen sind immer für mehrere Vögel gedacht und können z.B. auch auf die Balkonbrüstung oder auf Fensterbretter der oberen Stockwerke montiert werden. Hier ist die Zusammenarbeit (Genehmigung) mit dem Vermieter erforderlich.

An geeigneten Stellen  wie Balkonen, Fensterrahmen oder Hofbäumen, können Nistkästen angebracht werden. Nistkästen haben einen hohen pädagogischen Wert . So bekommen Kinder die Gelegenheit, die fütternden Altvögel und ausfliegenden Jungvögel zu beobachten.

Die Kästen sollten vor Zerstörung sicher und der Wetterseite abgewandt angebracht werden. Beim Anbringen an Bäumen dürfen diese nicht beschädigt werden

siehe auch Nistkästenbau


Bei Sanierung

Mein Wohnhaus oder in der Nachbarschaft wird ein Haus saniert. Darin haben immer Vögel genistet. Was ist zu tun?
Da es sich bei allen Fledermaus- und Vogelarten, außer der Haustaube, um geschützte Arten handelt, dürfen deren Lebensstätten auch im Rahmen von Sanierungen nicht ohne weiteres beseitigt werden. Näheres zum Naturschutzrecht finden Sie unter Service.

Melden Sie bitte jedes bekannte Vorkommen unter Angabe der beobachteten Arten und deren Anzahl (soweit möglich) an die für Ihren Bezirk zuständige Untere Naturschutzbehörde. Hierfür können Sie unsere Vorlage für einen Meldebogen verwenden, um Vorkommen geschützter Tierarten an Gebäuden anzuzeigen.


Fachkundiger Rat

Wo bekomme ich fachkundigen Rat?
Fachkundigen Rat kann sich jeder bei den Mitarbeitern für Artenschutz bei den Bezirksämtern oder beim Senat für Stadtentwicklung sowie den Naturschutzverbänden holen. Hier finden Sie Adressen für die Unteren Naturschutzbehörden in Berlin.


Verletzte Tiere

Was kann ich tun, wenn ich ein verletztes Tier finde?
Verletzte Wildtiere sollten so schnell wie möglich einem Spezialisten vorgestellt werden. Tierärzte können eine erste Anlaufstelle sein.Ein für die unterschiedlichen Tiere erfahrener Spezialist wird Ihnen bei folgenden Ansprechpartnern genannt:

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Sachgebiet Artenschutz
Am Köllnischen Park 3, 10173 Berlin-Mitte
Tel.: 030/90 25-16 37 oder -10 36

Vespertillo Verein zum Schutz bedrohter Säugetiere e.V.
Odenwaldstr.21, 12161 Berlin
Tel. 030/79 70 62 87

Weitere Ansprechpartner sind die Naturschutzverbände. Ausführliche Informationen können Sie der Broschüre „Wildtiere in Not“ entnehmen. Diese Broschüre wurde als special 22 der Zeitschrift Grünstift (Hrsg. Stiftung Naturschutz) veröffentlicht und liegt bei allen Naturschutzbehörden und -verbänden aus.


Schädlinge

Haben die Tiere Schädlinge, die sie in die Wohnung oder auf den Menschen übertragen?
Hygienische Beeinträchtigungen gehen hauptsächlich von Haustauben aus. Über den Kotstaub können Krankheitserreger und Parasiten übertragen werden. Aus diesem Grund sollte einer Ansiedlung der Haustaube entgegengewirkt werden.In Berlin ist übrigens der Bestand der Haustaube in den letzten Jahren stark rückläufig.
Auch andere Vogelarten und Fledermäuse haben Parasiten am Körper und in den Nestern. Die Parasiten bleiben am Wirt, sonst könnten sie nicht überleben. Die Kleinlebewesen in den nicht mehr benutzten Nestern sterben bald ab. Für die menschliche Gesundheit gehen von diesen nur in seltenen Einzelfällen Beeinträchtigungen aus, da Parasiten auf ihren Wirt spezialisiert sind und nur auf ihm leben können. Kleinstlebewesen, die im Nistmaterial leben (z.B. Milben) gehen kaum auf „Wanderschaft“.


Futter

Was fressen die Tiere?
Die Nahrung der Tiere variiert von Art zu Art und häufig auch im Jahresverlauf. Die Zugvögel Mauersegler, Mehlschwalbe und Hausrotschwanz ernähren sich fast ausschließlich von Insekten. Auch typische Körnerfresser, die ganzjährig in den Brutgebieten verweilen, wie der Haussperling, benötigen zur Aufzucht der Jungen Insektennahrung. Gerade für die Insektenvielfalt im Stadtgebiet sind Grünanlagen mit heimischen Sträuchern und Gehölzen sowie unversiegelten Böden unverzichtbar.Außerhalb der Brutzeit sind Sperlinge und andere Körnerfresser auf samentragende Kräuter, wie sie Ruderalflächen und Krautsäume aufweisen, angewiesen.

Der Turmfalke macht Jagd auf Kleinsäuger und im Stadtgebiet bevorzugt auch auf Kleinvögel.Fledermäuse ernähren sich ausschließlich von Insekten. Für ihren Schutz sind neben dem Erhalt von Verstecken auch Flächen notwendig, die in ausreichendem Maße Insekten beherbergen.

Wann und wie sollen Vögel gefüttert werden?
Prinzipiell sollte auf die Fütterung von Vogelarten verzichtet werden. Auch extreme Wettersituationen gehören zum Lebenslauf von Tierarten. Das Füttern von Wasservögeln erfüllt eher pädagogische oder soziale Aspekte, es ist kein Beitrag zum Artenschutz. Es kann jedoch dazu beitragen, Kinder mit der Natur in Kontakt zu bringen. Im Winter sollte Futter erst ausgebracht werden, wenn eine geschlossene Schneedecke vorhanden ist und über mehrere Tage Frost herrscht. Meisenknödel oder Futtersilos sind gegenüber Futterhäuschen zu bevorzugen, da letztere durch Kotablagerungen schnell zu Infektionsherden werden können. Als Futter sollten Wintervogelmischungen, vorwiegend aus Samen von Ölfrüchten bestehend, verwendet werden, die im Fachhandel gekauft werden können. Auf Produkte mit Salz und anderen Gewürzen, das betrifft auch Brot u.ä., sollte unbedingt verzichtet werden!


Fledermäuse in der Wohnung

In meiner Wohnung sind Fledermäuse!
Gerade im Spätsommer kann es zu Einflügen von Fledermäusen in Wohnungen kommen. Dort suchen die Tiere nach Tagesverstecken. Sollten Sie Fledermäuse in Ihrer Wohnung finden, dann belassen Sie die Tiere bitte in ihrem Versteck. In der Regel verlassen die Tiere am Abend ihre Ruheplätze zur Nahrungssuche. Deshalb kein Licht machen und die Fenster öffnen.

Sollten Sie den Tieren keinen Ausflug gewähren können, die Fledermäuse über einen längeren Zeitraum Ihre Wohnung aufsuchen oder Sie deren Anwesenheit als unzumutbare Störung empfinden, dann wenden Sie sich bitte an die

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Sachgebiet Artenschutz, Am Köllnischen Park 3, 10173 Berlin-Mitte
Tel.  (030)-9025-1637

an Ihre Untere Naturschutzbehörde im Stadtbezirk oder einen Naturschutzverbände. Dort erhalten Sie Rat und Hilfe. Die Tiere werden an geeignete Plätze umgesetzt.Von Fledermäusen gehen keine Beeinträchtigungen aus. Der  Aberglaube an blutsaugende oder sich in den Haaren verfangende Fledermäuse sollte längst der Vergangenheit angehören.


Selbstverständlich finden Sie auch viele Angebote im Internet.


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