Fledermaus

Fledermäuse gehören in Mitteleuropa zu den am stärksten bedrohten Säugetierarten. Ihr Bestand hat sich in den letzten Jahren drastisch verringert. Da die Tiere in einer Lebens- und Sinneswelt leben, in die wir Menschen uns kaum hineinversetzen können, sind diese interessanten Lebewesen vielen Leuten nach wie vor etwas unheimlich. Doch dass dazu kein Anlass besteht, merkt man schnell, wenn man ihr Verhalten besser kennen lernt.

Das Orientieren im Raum und das Fangen der Nahrung, geschieht mit Hilfe eines Ultraschall-Ortungssystems im für Menschen unhörbaren Bereich. Aus dem meist geöffneten Maul stoßen die Fledermäuse regelmäßig Schreie aus. Deren Echos fangen sie mit ihren großen Ohren auf und erhalten so ein “Hörbild” ihrer Umgebung. Mit diesem Echo-Ortungssystem können sie Objekte mit einem Durchmesser von weniger als 0,2 Millimeter erkennen, ihnen elegant ausweichen, wenn es ein Hindernis ist oder es fangen, wenn es sich um ein Beutetier handelt.

Nach dem Erwachen aus dem halbjährigen Winterschlaf begeben sich die Fledermausweibchen ab Mai in ihre Wochenstubenquartiere. Dort kommen bis zur ersten Junihälfte die Jungtiere zur Welt, die bis Anfang August ausgewachsen sind. Fledermäuse haben eine ausgezeichnete Anpassungsfähigkeit an menschliche Bauwerke entwickelt. Man trifft sie in Häusern überall dort, wo es frostsicher ist, vorzugsweise auf Dachböden, hinter Fensterläden und zwischen Dachziegeln, sogar hinter losem Putz oder in den Öffnungen alter Außenwandheizungen. Die Winterruhe verbringen sie an kühlen, ungestörten, zugfreien, Orten, auch in unterirdischen Kellern oder Gewölben mit einer bestimmten Luftfeuchte.

Das bekannteste Winterquartier in Berlin ist die Spandauer Zitadelle. Fledermäuse “vagabundieren” oft zwischen den Quartieren – was ihren Nachweis erschwert -, Wochenstuben können über Jahre hindurch immer wieder besetzt werden. Leider finden sie nur noch wenige dieser Unterschlüpfe. Hermetische Abriegelung auch kleinster Spalten durch Wärmedämmmaßnahmen und der zunehmende Dachgeschossausbau vertreiben die Insektenfänger aus unserem städtischen Umfeld. Vor einigen Jahren gab es im Bereich einer innerstädtischen Untersuchungsfläche Flug- und Jagdbewegungen von Zwerg- und Breitflügelfledermäusen. Diese Bewegungen sind heute schon deutlich vermindert. Fledermausexperten kamen zu dem Schluss, dass diese Fledermausarten durch die intensiven Sanierungs- und Baumaßnahmen derart gravierende Bestandseinbußen hinnehmen mussten, dass dies bereits jetzt deutlich spürbar wird. Wenn diese Sanierungsarbeiten also ungebremst fortgeführt werden, ist mit einem noch stärkeren Rückgang der Fledermäuse zu rechnen. Es muss dem weiteren Verlust an Fledermausquartieren massiv entgegengewirkt werden. Mit speziell angefertigten Fledermausdachpfannen und -steinen kann man ihnen ohne großen finanziellen oder baulichen Aufwand Nistalternativen anbieten, welche die Tiere gern annehmen. Dies ist ein aktiver Beitrag zum Arten- und Umweltschutz.

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