Mauersegler

Pünktlich Anfang Mai trifft der Mauersegler aus seinen afrikanischen Winterquartieren südlich des Äquators bei uns ein, um nach vier Monaten mit den Jungen den Rückflug anzutreten. In dieser kurzen Zeit sucht er sich einen Neststandort, legt ein bis vier weiße Eier, bebrütet diese 18 bis 20 Tage und füttert die Jungen bis zu 55 Tage. Während ihrer Anwesenheit in unseren Breiten beleben diese geselligen Vögel mit ihren charakteristischen Rufen unsere Straßenschluchten. Ursprünglich brüteten Mauersegler an Felsen und in Baumhöhlen.

Heute siedelt dieser Koloniebrüter überwiegend in der Stadt. In Berlin sind es gut 13.000 Paare. Abgesehen von der Jungenaufzucht halten sich Mauersegler überwiegend in der Luft auf. Nichtbrüter können abends in höhere Luftschichten aufsteigen und dort schlafen! Trotz ihres strapaziösen Lebens gibt es Mauersegler, die bis zu 20 Jahre alt werden. Die Vögel nehmen ausschließlich tierische Nahrung zu sich – auch Kleininsekten wie Blattläuse. Das Futter wird während des Fluges im Kehlsack gesammelt, mit Speichel zu einer haselnussgroßen Kugel geformt und anschließend an die Nachkommen verfüttert.

Mauersegler wachsen in horizontalen Hohlräumen auf, die direkt angeflogen werden können. Das Nest wird aus in der Luft schwebenden Materialien – Gras, Federn, Papierfetzen – vermischt mit Speichel gebaut. Einem einmal gewählten Brutplatz bleiben die Tiere oft jahrelang treu. Doch viele der angestammten Brutplätze gehen durch Sanierungsmaßnahmen verloren. So verringerte sich beispielsweise der Brutbestand in einem Kreuzberger Sanierungsgebiet im Verlauf von 12 Jahren um 25 Prozent. Deshalb wird es immer dringender, bei Modernisierungsvorhaben gleichzeitig an die Errichtung von Ersatznistplätzen zu denken und diese mit einzuplanen.

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