Erlebnisse

Tierliebe, Kind mit Meerschwein

 

Tierliebe

Ein slowakisches Mädchen schreibt uns………Erinnerungen

„Ich werde Dich nie vergessen“, sagt sie leise und Tränen rinnen über ihr Gesicht. Der kalte Wind spielt mit ihren langen Haaren. Selbst der Himmel ist trüb – als ob er spürte, dass die heutige Stimmung nicht mit sonnigem Wetter zu vereinbaren ist.

Ich erinnere mich wie alles begann…

„Schau mal, da kommt vielleicht jemand und holt mich“, spreche ich mir gut zu. Ich hocke in einem Käfig im Tierladen, als sie in meinem Blickwinkel stehen bleibt. Ich fühle mich hier verlassen und will einfach nur weg. Täglich gehen Dutzende Menschen an mir vorbei und werfen mir ihren Blick zu. Ich sei so niedlich, höre ich sie sagen, dann gehen sie weiter… Doch nun holt mich die Tierzüchterin tatsächlich aus dem Käfig! Ich bin frei!

Ich werde in einen Transportkäfig verlegt – wahrscheinlich, damit ich nicht weglaufen kann. Unterwegs höre ich viele Geräusche, darunter auch die beruhigende Stimme von meiner neuen „Mama“. Sie heißt Ela und ist die richtige für mich, ich spüre es. Ich bin ein Tier – und Tiere haben den „sechsten Sinn“…also wird alles gut gehen, denke ich mir.

Die neue Umgebung gefällt mir. Die Wohnung duftet angenehm, und in meiner Behausung habe ich alles, was ich brauche – feine Späne weich wie sanfte Baumwolle und leckere Körner.  Mein neues Zuhause hat sogar eine kleine Holzhütte nur für mich.

Die Wochen und Monate verfliegen. Es geht mir gut, und die Beziehung mit meiner „Mama“ vertieft sich mit jedem Tag. Ihre Stimme und ihr Lachen klingen wie ein Lied in meinen Ohren. Am meisten freue ich mich, wenn sie mich streichelt, und auch für sie ist das wichtig, das merke ich. Sie spricht mit mir, lächelt mich an, begrüßt mich am Morgen und wünscht mir vor dem Schlafengehen schöne Träume. Sie vertraut es mir an, wenn sie traurig ist, so dass ich für sie dann wie eine Stütze bin. Vielleicht meint ihr, daß ich doch gar nicht sprechen kann und doch nur ein Tier bin…Doch wir Tiere haben mehr Wahrnehmungsvermögen als oft angenommen wird!

Als ich spüre, daß meine Zeit gekommen ist, den Planeten Erde zu verlassen, muss ich nichts bereuen. Ich habe meine Mission erfüllt: ein einzigartiges Mädchen glücklich zu machen.

Elena Halačová (17 Jahre), Fachschule für Handel und Dienstleistungen, Púchov (Nord-West-Slowakei), Beitrag vom März 2016

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NeujahrsdreckDer Neujahrsdreck

Am 5.Januar 2016 waren wir Müll sammeln auf dem Arnimplatz. Zu dieser Müllaktion haben wir uns spontan entschlossen, weil unsere Umgebung nach Silvester so zugemüllt war, und wir das ändern wollten. Mit der Umwelt-AG der Peppermont Sekundarschule – unsere kleine Gruppe besteht aus der Pädagogin Nolwenn und den Kids Victor, Gesine, Elijah und meiner Wenigkeit Felix – haben wir eine Aktion gestartet. In 2 Stunden draußen bekamen wir 1 Kiste und 2 Tüten voll mit Silvestermüll. Am Ende haben wir die neben einen Mülleimer gestellt. Die Leute fanden gut, was wir gemacht haben! Eine Kindergartengruppe hat uns auch zugeschaut. Ich wünsche mir, dass an Silvester alle Leute ihren Müll selbst wegräumen.

Felix (12 Jahre), Beitrag vom Januar 2016


Verschwendung

20 Milliarden Euro ist der Abfall von uns Deutschen im Jahr wert! Ich finde, dass Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Kaisers einfach viel zu verschwenderisch sind: Pro Tag werfen sie 45 kg weg. Man kann das doch spenden statt wegwerfen! Es darf doch nicht sein, dass die Menschen in Afrika nichts zu essen haben. Vor allem Brot ist in Afrika etwas Besonderes und sehr teuer, so dass sich das viele nicht leisten können. Ich finde es einfach nur krass: Kein mal im Jahr können sich Menschen in Afrika Fleisch leisten. Die Leute in Deutschland sollten sich wirklich mal ein bisschen mehr einsetzen und zum Beispiel eine große Demo gegen die Supermärkte veranstalten, so dass sie nicht mehr so viel wegwerfen. Wenn ein Apfel von fünf in einer Packung eine Delle hat werden gleich alle fünf weggeworfen…das ist unnötig! Wenn ich älter bin, will ich  mich dafür einsetzen, dass das Essen auf der Welt gerecht verteilt wird.

Ida (13 Jahre), Beitrag vom Februar 2016

(benutzte Quelle: Frisch auf den Müll von Valentin Thurm)


Spiel Natur SinneSchätze für unsere Sinne machen uns schlau!

Als der Mensch ins Weltall zu fliegen begann, gab es ein Experiment: einige Versuchspersonen wurden in Spezialräumen völliger Finsternis, Geräuschlosigkeit, nur minimalen Hautreizen und immer gleicher Temperatur ausgesetzt. Nach nur 15 Minuten drohten ihnen ernsthafte Schäden: Störungen im Gehirn, im Nervensystem und im Blut. Die Wahrnehmung unserer Umwelt durch unsere Sinne beeinflusst also ganz grundlegend unser körperliches und geistiges Wohlbefinden.

Wir alle, Kinder und auch Erwachsene, fühlen uns gut und können das Gehirn auf Trab bringen und unsere Fähigkeiten am besten entwickeln,  wenn alle Sinne gefördert und gefordert werden: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und die Körperkoordination (zu dieser gehören der Gleichgewichtssinn und das Gespür für die Position des Körpers im Raum). Tastsinn und Körperkoordination funktionieren bereits im Mutterleib, alle anderen Sinne, unser Denken und Handeln bauen auf diesen auf.

In unzähligen sogenannten neuronalen Verschaltungen im Gehirn sind die Wahrnehmungen unserer Sinne gespeichert. Ein Baby nach der Geburt hat nur wenige dieser Verschaltungen; in den folgenden Jahren entstehen sehr viele, weil das Kind ständig etwas Neues lernt. Ein Gehirn ist also immer in Veränderung begriffen! Es entwickelt sich in Abhängigkeit von den Angeboten, die es bekommt. Und da ist es ziemlich klar, dass die „Nahrung“ nicht so einseitig ausfallen sollte, oder?

Wenn sich unsere Art zu lernen zum Beispiel sehr stark auf Hören und Sehen konzentriert, dann ist unser Gehirn überflutet von optischen und akustischen Reizen – und irgendwann reagieren wir gereizt bis aggressiv auf unsere Umwelt. Andere Sinneswahrnehmungen sind dann unterfordert und verlangen nach ihrem Recht. Bewegung und damit die Körperkoordination bilden besonders für Kinder und Jugendliche Elemente, die alle Informationen und Erfahrungen im neuronalen Netzwerk des Gehirns zusammenbringen und verankern. Körperliche Aktivitäten fördern das Zusammenspiel unserer Sinne, verlangen komplexe Reaktionen von uns und unterstützen so die Hirnentwicklung.

Schule sollte also viel mit Bewegung zu tun haben! – In dieser Hinsicht ist ständiges Sitzen in der Schule oder am Computer nicht so toll…Lernen nur in der Schulbank oder langes Spielen am PC sind einfach zu bewegungslos. Videospiele verlangen von uns maximale Konzentration und Aufmerksamkeit, wir sind voll dabei und geraten in Aufregung, drücken das aber überhaupt nicht mit unserem Körper aus – er bleibt mehr oder weniger starr. Das ist sehr ungünstig für uns, weil der Körper Anspannung immer auch abbauen muss, damit wir gesund bleiben können. Anderenfalls werden wir zum Beispiel immer nervöser und ungeschickter in unseren Bewegungen oder essen ständig, obwohl wir die Nahrung gar nicht brauchen…

Toll hingegen ist es, wenn Schule, Spielen und Lernen mit allen Sinnen stattfindet. – Was also liegt da näher als ein Unterricht im Grünen, in der Natur?!

 

Hier findet ihr Spiele und Übungen für alle Sinne in der Natur!

 

Dagmar Krawczik, GRÜNE LIGA Berlin e.V., Beitrag vom August 2016

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Degrowth PixabayDie Degrowth-Bewegung – Was kommt nach dem Wachstum?

Der englische Begriff „degrowth“ bedeutet Wachstumsrückgang oder Gegenwachstum. Die Vorsilbe „de“ steht für das Reduzieren oder Wegnehmen –  in diesem Fall für das Wegnehmen, das Reduzieren von Wachstum. Die Degrowth-Bewegung bezieht sich auf einen notwendiges Schrumpfen der Wirtschaft, weil die ökologischen Systeme überstrapaziert sind und wir Menschen sozusagen „über unsere Verhältnisse leben“. (Die französischen und italienischen Bezeichnungen sind décroissance und decrescita. In diesen romanischen Sprachen steht das Wort für einen Fluss, der nach einer zerstörerischen Flut wieder in sein ursprüngliches Flussbett zurückkehrt).

Doch seit wann gibt es diese Bewegung? 1972 wurde der Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ durch den Club of Rome veröffentlicht, der weltweite Beachtung fand und eine gesellschaftliche Diskussion anstieß, die bis heute nicht abgerissen ist. Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedenster Disziplinen aus mehr als 30 Ländern und eine gemeinnützige Organisation, die sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt. Die zentrale These des Berichtes war: Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.

Eine Wiederherstellung des ökologischen und wirtschaftlichen Gleichgewichtes erschien den Verfassern des Berichts möglich. Ihre Schlussfolgerung hieß: Je eher sich die Menschheit dazu entschließt, diesen Gleichgewichtszustand herzustellen und je rascher sie damit beginnt, desto größer sind die Chancen, ihn auch zu erreichen.

In den Aussagen des Berichts an den Club of Rome finden wir wichtige Punkte des „degrowths“. Quantität, also Wachstum, bedeutet ja nicht unbedingt auch Qualität, also Lebensqualität und den Erhalt unseres Planeten.

Wie entwickelt sich dieses Thema degrowth heute, also ganz aktuell? Die erste internationale Degrowth-Konferenz fand 2008 in Paris statt und prägte auch diesen Begriff des degrowth. Die Internationalen Degrowth-Konferenzen bieten Wissenschaftlern, Aktivisten und allen Interessierten eine Plattform für die Auseinandersetzung. In Paris wurde zum Beispiel festgestellt, dass das Wirtschaftswachstum die soziale Schere zwischen den armen und reichen Nationen immer größer werden lässt. Es wurde festgehalten, dass das Ziel, eine gerechte und ökologisch nachhaltige Gesellschaft zu fördern mit dem Begrenzen des „Ökologischen Fußabdrucks“ auf ein global verträgliches Niveau einhergehen muss.

Die bislang letzte Degrowth-Konferenz fand Ende August 2016 in Budapest statt – verbunden mit einer „Degrowth-Woche“ auf den Straßen Budapests. Ausstellungen, Workshops, Diskussionen und Performances luden die Besucher und die Öffentlichkeit zum Austausch ein. Auf der Website der Konferenz steht der Satz: The dialogue keeps going (http://budapest.degrowth.org/). Er besagt, dass der Schwerpunkt auf der zwischenmenschlichen Interaktion und Kommunikation liegt.

Es ist toll, dass im Sinne des Postwachstumsmodells eine Art Gemeinschaft geschaffen wird, die für Nachhaltigkeit und genügsame Lösungswege einsteht. Die Sommerschulen und Umweltaktionen der Bewegung inspirieren die Öffentlichkeit und können uns zum Handeln anregen für den Erhalt einer lebenswerten und gesunden Erde. Das ist dringend dran! Denn wie sagt man? Wir haben nur eine Welt. Ist die verbraucht, dann war´s das wohl…

Wan ist der schon vom Club of Rome prophezeite Kollaps erreicht? – In ferner Zukunft, denken wir wohl manchmal…besser überdenken wir wohl unsere Lebensweise jetzt. Denn nichts zu tun ist in gewisser Weise auch ein Handeln. So wie es „keine Kommunikation“ gar nicht gibt und sie eben auch Kommunikation ist. Entscheidet euch, welche Zeichen ihr setzen wollt!


Unter dem ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber z. B. auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch die menschlichen Aktivitäten freigesetzten Kohlenstoffdioxids.

Tipp: Deinen ökologischen Fußabdruck kannst du hier berechnen.


Emily Scholz (18 Jahre), Beitrag vom September 2016

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