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Aus DER RABE RALF August/September 2022, Seite 21

Eine Konferenz in Potsdam informiert Mitte September über neue Tricks der Finanzwirtschaft

Blackrock ist der weltgrößte Vermögensverwalter. (Foto/​Ausschnitt: Christopher Michel/​Wikimedia Commons)

Im September 2020 wollte das „Blackrock-Tribunal“ in Berlin eine Diskussion über einen zentralen Player des internationalen Finanzkapitalismus anstoßen. Trotz vieler informativer Beiträge gab es allerdings bisher keine Fortsetzung. Das lag auch am Tod des Mentors Peter Grottian. Der engagierte Hochschullehrer, der über viele Jahre ein solidarischer Begleiter der außerparlamentarischen Bewegung war, starb am 30. Oktober 2020. Einen Tag später wollte der Kreis der Engagierten darüber beraten, wie es mit dem Blackrock-Tribunal weitergeht.

In Gedenken an Peter Grottian

Es war auch Grottians Vermächtnis, dass sein Freundeskreis deshalb weitermachen will. „Als letzte Initiative, die Peter aktiviert hat, fühlen wir uns verantwortlich und motiviert, als ‚Staffelträger‘ in seinem Sinne weiterzumachen“, heißt es im Nachruf. „Wir möchten an euch alle, als seine früheren zahlreichen Initiativen, als seine alten Kollegen, Freunde, Mitstreitenden appellieren, Peters letztes Anliegen so ernst zu nehmen wie er selbst und sich der wachsenden Einflussnahme von Blackrock und Co. in aller Welt entgegenzustellen.“

Im Gedenken an Peter Grottian soll deshalb das Backrock-Tribunal in diesem Jahr am 16. und 17. September an der Uni Potsdam seine Fortsetzung finden – am Campus Am Neuen Palais 10 unter dem Oberthema „Arbeit und Rente im Digital- und Umweltkapitalismus“.

„Wir wollen die Form ‚Tribunal‘ nicht wiederholen, sondern eine Konferenz mit Vorträgen, Diskussionen, Videobotschaften, Kabarett-Einlage und Abschluss-Podium halten“, erklärt Ulrike Kölver vom Vorbereitungskreis gegenüber dem Raben Ralf. Das Tribunal vor zwei Jahren habe einen Panorama-Überblick über die Investitionsfelder und Einflüsse von Blackrock gegeben. Dieser Themenbereich soll in diesem Jahr einem Einführungsreferat vorbehalten bleiben. Die Schwerpunkte sollen diesmal andere sein: die Rolle von Blackrock beim „Greenwashing“ in den Bereichen Klima, Umwelt und Arbeit sowie die drohende Privatisierung der Rente, die von Konzernen wie Blackrock wesentlich vorangetrieben wird.

Schwerpunkt Umwelt

Der harte Kern der UnterstützerInnen des Blackrock-Tribunals vor zwei Jahren bereite auch die Veranstaltungen in diesem Jahr vor, betont Ulrike Kölver. Neu hinzugekommen sind der Umweltverband BUND, die Universitätsgesellschaft Potsdam und die Wassertafel Berlin-Brandenburg.

Kölver weist darauf hin, dass der Vorbereitungskreis noch weitere Vorträge zum Schwerpunkt Umwelt in das Programm einbauen will. Das ist natürlich auch als Angebot an Klima- und Umweltaktive gemeint. Schließlich wird hier am Beispiel von Blackrock deutlich, wie die kapitalistische Produktionsweise zur Klimakrise beiträgt. Das ist auch deshalb besonders interessant, weil Blackrock schon längst Greenwashing betreibt, wenn der Finanzkonzern für eine angeblich nachhaltige Geldanlage wirbt.

Für die Beiträge zur Privatisierung der Rente konnten die Gewerkschafter Hans-Jürgen Urban von der IG Metall und Gotthard Krupp von Verdi gewonnen werden. So könnte die Veranstaltung auch ein Forum schaffen, auf dem sich Klima- und Gewerkschaftsbewegung austauschen können.

Peter Nowak

Weitere Informationen: www.blackrocktribunal.de


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