Insekt des Monats

© Marion Friedrich, arthropodafotos.de

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Hornisse (Vespa crabro)

Hornissen sind staatenbildende Insekten und zählen zu den Faltenwespen (Vespidae). Sie werden bis zu 3,5 cm groß, die Arbeiterinnen nur 1,9 bis 2,5 cm. Wie alle Faltenwespen haben sie schwarz-gelbe Hinterleiber, sind aber sehr gut an der rötlichen Färbung des ersten Segmentes von anderen Arten unterscheidbar. Im Frühjahr bauen sie ein Nest aus zerkauten Holzfasern, in dem die Brut aufgezogen wird. Die Larven werden mit allem was sie fangen können, also kleinere Insekten, aber auch Wespen und Bienen, gefüttert. Aus diesem Grund findet man kaum Wespen in der Nähe von Hornissennestern. Sie stehen so eher am Ende der Nahrungskette, aber ohne pollen- und nektarreiche Nahrung für die kleinen Insekten bricht ihnen ihre Nahrungsgrundlage weg. Die erwachsenen Hornissen laben sich vor allem am Saft von Bäumen, aber auch Nektar und Fallobst. Im August schlüpfen die adulten Männchen und begeben sich auf Hochzeitsflug, und sterben bald darauf. Es überwintern nur die begatteten Jungköniginnen und einige Arbeiterinnen.

 

Juli

Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta)

Der Trauer-Rosenkäfer gehört zu den Rosenkäfern (Cetoniinae). Er ist leicht an seiner schwarzen Färbung und den weißen Flecken zu erkennen. Ursprünglich war er vor allem in Nordafrika und dem Mittelmeerraum verbreitet. Bis vor einigen Jahren war er in Deutschland sehr selten und galt als stark gefährdet. Seine Verbreitung beschränkte sich auf Wärmegebiete vor allem in Süddeutschland. Er hat sich aber – vermutlich aufgrund des Klimawandels und der steigenden Temperaturen – in letzter Zeit stark nach Norden ausgebreitet und ist inzwischen auch in Berlin und Brandenburg häufig zu finden. Die Käfer fliegen von Mai bis in den Juli, gegebenenfalls auch bis in den Spätsommer. Das hängt vor allem von den Temperaturen ab. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Pollen unterschiedlicher Pflanzen und sind daher oft in Blüten zu entdecken. Die Weibchen legen ihre Eier im Boden ab, wo sich die Larven von Wurzeln ernähren. Die adulten Käfer schlüpfen bereits im Spätsommer und überwintern dann in der Regel im Boden.

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Juni

Feldgrille (Gryllus campestris)

Die Feldgrille gehört zur Ordnung der Heuschrecken. Sie ist in trockenen Gebieten zu finden und bewohnt selbst gegrabene Erdröhren und Erdlöcher. Sie ist ein Allesfresser, ernährt sich aber überwiegend von Pflanzen. Sie weist eine glänzend schwarze bis bräunliche Färbung auf. Ihr Körper ist gedrungen, der Kopf groß und kugelförmig. Das Weibchen ist an der nach hinten ragenden Legeröhre zu erkennen.

Wie für Grillen üblich, zeichnet sich auch die Feldgrille durch ihr Zirpen aus. Die Lauterzeugung, die auch Stridulation genannt wird, dient der akustischen Kommunikation. Lediglich die geschlechtsreifen, männlichen Tiere sind dazu in der Lage. Die Schallbildung erfolgt durch das Aneinanderreiben der Vorderflügel, wobei der rechte Vorderflügel stets über dem Linken liegt. Die Weibchen sind stumm, besitzen aber jeweils ein Trommelfell an den Vorderbeinen und können so die Laute der Männchen wahrnehmen. Die Stridulation wird meist als Lockgesang eingesetzt, um weibliche Tiere zur Paarung anzulocken. Die männlichen Tiere besitzen außerdem ein ausgeprägtes Revierverhalten, so kann es beim Aufeinandertreffen zweier Männchen zu Rivalengesängen und Kämpfen kommen.

Die Feldgrille ist durch den Rückgang ihres natürlichen Lebensraumes zunehmend bedroht.

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Mai

Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata)

Die gemeine Blutzikade ist nur wenige Millimeter groß und zeichnet sich durch das leuchtend rote Muster auf ihren Flügeln aus. Diese auffällige Warnfärbung soll den Anschein von Giftigkeit erwecken und Fressfeinde abschrecken. Diesen entkommt sie außerdem in hohen Sprüngen dank ihrer guten Sprungfähigkeit.

Die gemeine Blutzikade ist eine Vertreterin der Schaumzikaden. Diese tragen ihren Namen, weil die Larven der Tiere Schaumnester bilden, die vor Fressfeinden und Austrocknung schützen sollen. Diese Schaumnester sind auch unter dem Namen „Kuckucksspeichel“ bekannt. Bei der gemeinen Blutzikade erfolgt die gesamte Entwicklung der Larve unterirdisch in 10 bis 15 cm Tiefe. Auch die Überwinterung erfolgt unterirdisch im Larvenstadium. Die geschlechtsreifen Tiere kann man dann ab Anfang Mai bis Mitte Juli beobachten.

Die gemeine Blutzikade ernährt sich trotz ihres Namens ausschließlich pflanzlich. Mithilfe eines Saugrüssels saugt sie hochwüchsige Kräuter und Gräser, wie z.B. Brennnessel, Glatthafer, Giersch, Lupine, Margerite und Mädesüß, aus. Die Larven saugen unterirdisch an Wurzeln.

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April

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Der Zitronenfalter gehört zu den wenigen Schmetterlingsarten, die hierzulande als ausgewachsene Falter überwintern können. Als Frühlingsvorbote erwacht er bereits an den ersten sonnigen, warmen Tagen des Jahres zu neuem Leben. In der Winterstarre übersteht er dank eines körpereigenen Frostschutzmittels Temperaturen von bis zu minus 20 Grad problemlos. Er überwintert draußen, weitestgehend ungeschützt in Baumritzen, am Boden zwischen Laub oder an Blattunterseiten. Zusätzlich zu der Ruhepause im Winter fällt der Zitronenfalter auch während der heißesten Zeit des Sommers in eine Starre. Hierdurch kann er eine ungewöhnlich hohe Lebensdauer von bis zu 12 Monaten erreichen. Er gilt damit in Mitteleuropa als der am längsten lebende Tagfalter.

Der Zitronenfalter trägt seinen Namen aufgrund der intensiv zitronengelben Flügelfärbung, die jedoch nur bei den männlichen Tieren auftritt. Die weiblichen Tiere haben eine blassere weiß-grünliche Färbung. Charakteristisch ist außerdem die spitzzulaufende Flügelform.

Der wissenschaftliche Name des Zitronenfalters lautet Gonepteryx rhamni und liefert einen Hinweis auf die Ernährung der Raupen. Diese besteht hauptsächlich aus Sträuchern der Gattung Rhamnus, vor allem Kreuzdorn und Faulbaum. Die erwachsenen Falter sind bei ihren Nahrungspflanzen nicht sehr wählerisch, solange diese genügend Nektar bieten. Aufgrund ihrer frühen Aktivität sind Zitronenfalter besonders auf Frühblüher angewiesen – und auf das Vorhandensein ihrer Raupenfutterpflanzen, die im Stadtgebiet nicht sehr häufig zu finden sind.

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März

Märzfliege (Bibio marci)

Die Märzfliege oder Märzhaarmücke stammt aus der Familie der Haarmücken (Bibionidae). Ihr Erscheinungsbild erinnert zwar eher an eine Fliege, eigentlich ist sie aber eine Mücke. Sie fliegt zwischen März und Mai in lockeren Schwärmen und ist für den Menschen ungefährlich, da sie weder sticht noch beißt. Sie ist in Asien und Europa weit verbreitet und bewohnt Böschungen, Dämme, Wiesen, Gärten, Parks. Männliche Märzfliegen sind oft auf Grashalmen vorzufinden, weibliche Tiere auf anderen Pflanzen. Beide können anhand der Augengröße voneinander unterschieden werden. Diese Fliegenart wird generell als nützlich bezeichnet, da die erwachsenen Fliegen neben Nektar und Pflanzensaft auch Läuse fressen. Die Märzfliegen bestäuben auch bei Regen, so dass sie von großer Bedeutung in diesem Prozess sind. Die Larven sind am Abbauprozess im Boden und bei der Bildung von Humus beteiligt, indem sie sich von pflanzlichen Abfällen ernähren. Problematisch werden sie nur, wenn sie in größerer Zahl vorkommen und Wurzelstöcke von z.B. Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln oder Tomaten anfressen. Zur Paarung sammeln sich in großen Schwärmen, die sich danach wieder auflösen. Die Märzfliege ist in der Regel kein Störfaktor und man sollte sie nicht bekämpfen, schon gar nicht mit chemischen Mitteln.

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Februar

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)

Die Dunkle Erdhummel ist eine der häufigsten und größten Hummelarten in Deutschland. Sie lebt, ähnlich wie Honigbienen, sozial in Staaten mit bis zu 600 Tieren. Gut zu erkennen ist sie an den beiden gelben Querbinden und dem weißen Hinterleibsende bei ansonsten schwarzem Pelz. Die Helle Erdhummel (Bombus leucorum) sieht ihr allerdings sehr ähnlich und ist von Laien nur schwer zu unterscheiden.

Ihre Nester legt sie gerne unterirdisch, zum Beispiel in alten Mäuselöchern an. Die bis zu 28 mm langen Königinnen fliegen manchmal bereits im Februar und sogar schon bei einstelligen Temperaturen aus und suchen nach einem geeigneten Nistplatz, an dem das neue Hummelvolk wachsen kann. Den Winter überstehen nämlich nur die befruchteten Königinnen. Dass sie schon so früh im Jahr unterwegs sein können, liegt an ihrem dichten, wärmenden Pelz und einer Besonderheit. Durch Muskelzittern können die Hummeln selbst ausreichend Wärme erzeugen, um ausfliegen zu können. Als wechselwarme Tiere sind die meisten anderen Insekten darauf angewiesen, dass es draußen warm genug wird und werden erst dann aktiv.

Das Muskelzittern nutzen auch die Arbeiterinnen beim Sammeln von festsitzenden Pollen, zum Beispiel von Tomatenpflanzen. Sie beißen sich an der Blüte fest und lassen ihre Muskeln vibrieren, bis die Pollen auf sie herabrieseln. Da ihr Rüssel relativ kurz ist, kommen sie bei Pflanzen mit tiefen Blütenröhren damit nicht an den Nektar. Auch hier haben die Hummeln einen Trick: Sie beißen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen die Blüte auf und begehen „Nektarraub“ – bestäubt wird die Pflanze dabei nämlich nicht. Trotzdem zählen sie zu den wichtigsten Bestäubern und werden dafür sogar kommerziell in Gewächshäusern eingesetzt. Auf dem Speiseplan der Erdhummeln stehen Nektar und Pollen vieler verschiedener Pflanzen. Sie sind also nicht spezialisiert. Trotzdem sind auch die noch recht häufigen Erdhummeln und ihre Verwandten darauf angewiesen, dass es in ihrem Lebensraum ein ausreichendes Angebot ungefüllter, Nektar und Pollen liefernder Blüten gibt. Mit einer vielfältigen und am besten heimischen Bepflanzung kann jede*r den Hummeln und vielen anderen Insekten etwas Gutes tun.

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Januar

Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea)

Die Gemeine Florfliege gehört zu den Netzflüglern und ist leicht an ihrer grünen Farbe, dem feinen Adernetz auf den Flügeln und den knopfförmigen, schillernden Augen zu erkennen. Die erwachsenen Florfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen und Honigtau, den Ausscheidungen von Blattläusen. Ihre Larven leben räuberisch und erbeuten am liebsten Blattläuse, aber auch andere kleine Insekten stehen auf dem Speiseplan. Sie werden deshalb auch als Blattlauslöwen bezeichnet und als natürliche Schädlingsbekämpfer eingesetzt. Florfliegen überwintern als erwachsene Tiere und verstecken sich in Laubhaufen oder hinter Baumrinden. Ihre Farbe wechselt im Winter von grün zu braun. Oft findet man die Tiere im Winter auch im Haus, wo sie kühle Räume zur Überwinterung aufsuchen.

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November

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Der Kleine Fuchs ist eine eurasische Art, die in ganz Deutschland vorzufinden ist. Er gehört zur Familie der Edelfalter und ist einer der bekanntesten Tagschmetterlinge neben dem Tagpfauenauge und dem Zitronenfalter. Typisch für diese Schmetterlingsart ist die orange-rötliche Grundfärbung auf der Oberseite der Flügel. Sie ist fast überall zu finden, in Gärten, Parks sowie offener Landschaft, dabei sind seine liebsten in Nahrungshabitate mit Hochstaudenfluren, zum Beispiel mit Disteln und Flockenblumen. Der Kleine Fuchs ist nicht sehr wählerisch, was die eigene Ernährung angeht. Die Vielfalt der Nektarpflanzen, die er bestäubt, ist sehr breit und beträgt über 200 Arten, darunter Arznei-Thymian, Schmetterlingsflieder und Lavendel. Die Raupen ernähren und entwickeln sich jedoch fast ausschließlich an der Großen Brennnessel (Urtica dioica), worauf auch sein Artname hindeutet. Ohne dieses „Unkraut“ in seinem Lebensraum kann der Kleine Fuchs also nicht existieren. Diesen überwinternden Falter kann man ab dem Frühjahr bei Temperaturen über 15 Grad bis Oktober bewundern. Zum Überwintern sucht sich der erwachsene Schmetterling ein geschütztes Quartier, zum Beispiel in ungeheizten Räumen oder Holzhaufen. In geheizten Räumen ist die Luft zu trocken, um den Winter zu überleben. Wer also im Herbst einen schutzsuchenden Schmetterling in der Wohnung entdeckt, bringt ihn am besten in einen geeigneten Raum, den er im Frühling auch wieder verlassen kann.

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Oktober

Lederwanze (Coreus marginatus)

Weltweit gibt es rund 40.000 Wanzenarten, davon kommen allein etwa 900 in Deutschland vor. Die Lederwanze, die bei uns heimisch ist, ist häufig an verschiedenen Ampfer- und Knötericharten anzutreffen. Zwischen dem mittleren und hinteren Beinpaar haben alle Wanzen Stinkdrüsen, mit denen sie signalisieren, ob sie paarungs- oder kampfbereit sind. Lederwanzen haben kräftige Stechrüssel, mit denen sie auch feste Pflanzenteile aussaugen können. Besonders bevorzugen sie die Säfte der unreifen Früchte von Himbeeren, Brombeeren, aber auch anderen Heckensträuchern.

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September

Haus-Feldwespe (Polistes dominulus)

Die Haus-Feldwespen gehören zu den sozial lebenden Wespenarten, sind aber deutlich friedfertiger als ihre Verwandten Deutsche und Gemeine Wespe und interessieren sich weder für Menschen noch für deren Nahrung. Mehrere Jungköniginnen überwintern gemeinsam und bauen ab April ihre Nester aus papierähnlichem Material. Erst später setzt sich eine der Jungköniginnen durch und wird zur Monarchin, die anderen werden zu Arbeiterinnen herabgestuft. Die Feldwespe ist deutlich schlanker als ihre Verwandten und hat orange gefärbte Fühler und Beine, die im Flug herabhängen. Ihr Hinterleib ist gelb-schwarz gefärbt. Die Drohnen (männliche Wespen) balzen im September um die fruchtbaren Weibchen, diese wiederum suchen sich die Männchen mit den kleinsten und wohlgeformtesten Flecken aus. Wer seinen Garten oder Balkon naturnah gestaltet, unterstützt so auch gleichzeitig Feldwespen. Sie sind gute Insektenjäger und ernähren ihren Nachwuchs mit Fliegen, Mücken und Raupen. Erwachsene Feldwespen sind auch oft auf Blüten anzutreffen, da sie sich auch von Nektar ernähren. Wer ein Feldwespen-Nest in seinem Garten findet, kann dieses beruhigt hängen lassen. Die Feldwespe ist nicht aggressiv, trotzdem sollte für ein friedliches Zusammenleben etwas Sicherheitsabstand gehalten werden. Selbst wenn sie im Extremfall einmal zustechen, bleibt es meist bei einem kurzen Brennen an der Einstichstelle, da ihr Stachel die menschliche Haut kaum durchdringen kann. Auch ihre häufig unter Dachziegeln angelegten Nester bereiten in der Regel dem Menschen keine Probleme.

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August

Brauner Bär (Arctia caja)

Der Braune Bär wurde vom Naturschutzbund Deutschland zum Schmetterling des Jahres 2021 gewählt. Der Nachtfalter wird deutschlandweit immer weniger. Besonders die Lichtverschmutzung in Städten macht es dem Insekt schwer. Schon jetzt steht er auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten, denn der Rückgang von Hecken und Feldgehölzen in der Landschaft machen ihm zu schaffen. Den Namen Brauner Bär bekam der Falter wahrscheinlich aufgrund seiner stark behaarten Raupen. Wenn du den Braunen Bären unterstützen möchtest, dann kannst du gezielt seine Futterpflanzen wie Mädesüß und Wiesen-Sauerampfer und Hecken wie Himbeersträucher und die Sal-Weide auf Balkon und Garten pflanzen.

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Juli

Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Der Goldglänzende Rosenkäfer ist ein Käfer der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae) und der einzige seiner Gattung, der heimisch in Europa ist. Er wurde 2000 zum Insekt des Jahres gewählt und gilt in Deutschland zu den geschützten Käferarten. Beheimatet ist der Käfer in Mittel- und Südeuropa sowie in China und Japan. In Nordeuropa ist er allerdings nur selten anzutreffen. Der Käfer ist eng mit dem Mai- und Junikäfer verwandt, zählt aber im Gegensatz zu ihnen zu den Nützlingen. Seine Larven richten keinen Schaden an den Wurzeln von Pflanzen an, sondern fressen nur verrottendes Pflanzenmaterial und tragen so maßgeblich zur Humusbildung bei, insbesondere auf Komposthaufen. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von süßen Pflanzensäften und Pollen. Man kann den Rosenkäfer zwischen April und September beobachten, vor allem wenn Rosen, Weißdorn und Holunder im Garten stehen.

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Juni

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Der Schwalbenschwanz ist, mit seinen bis zu acht Zentimetern Spannweite, neben dem Segelfalterveiner der größten Schmetterlinge Mitteleuropas. Als Wirtspflanze für die Raupen der Schmetterlinge werden Doldenblütler wie die kleine Bibernelle, Fenchel und Dill ausgewählt. Wer also einen Schwalbenschwanz als Gast begrüßen mag, kann Giersch und Wilde Möhre stehen lassen und sich nach der Verpuppung an seinem Anblick freuen. Die Falter hingegen sind auf keine bestimmte Pflanze spezialisiert. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, stülpen die Raupen des Schwalbenschwanz, eine sogenannte Nackengabel zwischen Kopf und Brustbereich auf. Diese wirkt nicht nur abschreckend, sondern verfügt auch über Drüsen, die mit einem besonders unangenehm riechenden Geruch Fressfeinde verjagt.

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Mai

Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens)

Die Hauptpollenquelle der Mai-Langhornbiene ist die Zaun-Wicke, deshalb findet man sie vor allem in Gegenden mit großen Wickenbeständen. Pollen sammelt sie ausschließlich von Schmetterlingsblütlern, darunter auch von der Wiesen-Platterbse, dem Roten Wiesenklee und anderen Wicken-Arten. Nektar wird gelegentlich auch an anderen Pflanzenfamilien wie Lippenblütlern getrunken. Die Langhornbiene fliegt von Anfang Mai bis Mitte Juni. Die Männchen sind gut an ihren sehr langen Fühlern zu erkennen. Die der Weibchen sind etwas kürzer. In Berlin gilt die Art aufgrund des Verlusts von Nahrungspflanzen als ausgestorben. Umso wichtiger ist es, für ein verbessertes Nahrungsangebot in der Stadt zu sorgen!

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April

Igelfliege (Tachina fera)

Die Igelfliege fliegt von April bis Oktober. Sie ist weit verbreitet und trotzdem nur sehr selten zu sehen. In ihrer Körpergestalt ähnelt sie der gewöhnlichen Stubenfliege, ihr Körper ist allerdings überwiegend orange-gelb gefärbt und trägt dornförmige abstehende Borstenhaare, die an Igelstacheln erinnern. Die Igelfliege gehört zu den Parasitoiden, das heißt, sie tötet ihren Wirt im Zuge ihrer Entwicklung. Sie legt ihre Eier auf verschiedene Futterpflanzen für Schmetterlingslarven. Dort schlüpft bald die Fliegenlarve und besetzt ihren Wirt, die Raupe. Da sich die Fliegenlarve in verschiedenen Schmetterlingsraupen entwickeln kann, ist sie z.B. in der Forstwirtschaft ein wichtiger Nützling. Die ausgewachsenen Igelfliegen ernähren sich von Nektar und besuchen unter anderem Doldenblütler und Korbblütengewächse.

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März

Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Die imposante Blauschwarze Holzbiene hat sich erst in den letzten Jahren zunehmend nach Norden verbreitet. Die wärmeliebende Art ist nun auch häufig in Berlin zu beobachten. Bei günstiger Witterung verlässt sie manchmal schon im Februar ihr Winterquartier.

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