Vertikale Gärten

Vertikaler Blanc-Garten in Berlin © marctwo/ PIXELIO

Vertikaler Blanc-Garten in Berlin © marctwo/ PIXELIO

Vertikale Gärten – auch als urbane Kunstform, botanisches Wunder oder neue Dimension der Stadtbegrünung bezeichnet – wurden ursprünglich vom französischen Botaniker Patrick Blanc erfunden und beschreiben die in die Höhe gehende Gestaltung von Gärten ganz ohne Erde oder die typischen Kletterpflanzen Efeu und Wein.

Ideengrundlage von Blancs Gärten ist synthetisches Vlies (wie es normalerweise für Pflanztöpfe in Anzuchtbeeten verwendet wird), das vertikal an einem Metallgerüst angebracht wird. Auf dem Vlies finden die Wurzeln der Pflanzen Halt, während ihre Wasser- und Nährstoffversorgung durch zeitschaltuhrengesteuerte Rohre bzw. Schläuche gesichert wird. Blancs vertikale Gärten kommen ohne besondere Pflege oder Schutz aus, so dass sie wild und natürlich wirken – quasi ein Stück Urwald mitten in der Stadt.

Die Wahl der Arten ist vom jeweiligen Standort und der geographischen Lage abhängig; je wärmer die Umgebung, desto artenreicher kann der vertikale Garten gestaltet werden. Geeignet sind vor allem kleine Sträucher, Stauden, Farne und Moose. In Deutschland müssen winterharte Arten ausgewählt werden, so dass die Auswahl in unseren Breiten auf etwa 50 Arten begrenzt ist.

Das Prinzip der vertikalen Gärten wird auch von anderen Gärtnern oder Gartenkünstlern umgesetzt. 90degreen bietet beispielsweise eine Alternative zur herkömmlichen Fassade und möchte mehr Grün im urbanen Bereich etablieren. Es kann einfach montiert werden und dient nicht nur als optisches Gestaltungselement, sondern bietet auch Rückzugsräume für Tiere. Zudem stellen die Wände Lärmschutz sowie zusätzliche Wärmedämmung im Winter dar.

Generelle Vorteile aller vertikalen Gärten sind die Verbesserung des Mikroklimas und der minimale Platzverbrauch; beides entscheidende Faktoren in urbanen Gebieten, wo wenig Raum für Pflanzen ist.

Rund 50 Projekte konnte Blanc mit seinem Team in Städten in ganz Europa realisieren, z.B. in Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland. In Deutschland gibt es zwei vertikale Blanc-Gärten: die Fassade des Kaufhauses Galeries Lafayette in Berlin und im Pressecenter der Frankfurter Messe. Ein weiteres gutes Anschauungsobjekt für Fassadenbegrünung in der Stadt ist auch das Physikgebäude der Humboldt Universität zu Berlin in Adlershof, wo rankende Pflanzen an einen vertikalen Garten erinnern sollen. Ebenfalls in Berlin, in der Brunnenstraße 147, soll zur Begrünung des Innenhofs ein vertikaler Garten mit essbaren Pflanzenarten entstehen. Vertikale Gärten verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern bieten auch ökologische Vorteile und verbessern ganz nebenbei die Lebensqualität des Menschen.

Literaturtipps

http://www.gartenwelt.de/artikel/4470/vertikale-gaerten/

Vertikale Gärten – Die Natur in der Stadt: Blanc, Patrick; Ulmer (Eugen) Verlag 2009; 191 Seiten

Vertikale Gärten: Lambertini, Anna; Deutsche Verlags-Anstalt 2009; 240 Seiten

Grüne Wände selbst gestalten – Vertikale Gärten für Ihr Zuhause: Groult, Jean-Michel, Ulmer (Eugen) Verlag 2010; 191 Seiten


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