Standorte und Boden

Standorte – was bedeutet sonnig, halbschattig oder schattig?

Wie die Bezeichnung sonnig vermuten lässt, geht es darum, wie viel Licht die Pflanzen am jeweiligen Standtort abbekommen. Dabei unterscheidet man zwischen direktem und indirektem Licht. Direkte Sonne trifft ungefiltert, also direkt, auf die Pflanze. Sonnenliebende pflanzen vertragen den ganzen Tag über direktes Sonnenlicht. Die Kennzeichnung sonnig sagt, dass der Standort komplett offen und frei von Schatten durch Gebäude oder Bäume sein kann. Schattig ist entsprechend das Gegenteil. Aber Achtung: je nach dem, was den Schatten verursacht, z.B. lockere Bäume, dichtere Bepflanzung oder Gebäude, liegt der Standort im lichten oder im Vollschatten. Halbschattig ist es aber nicht! Halbschattig bezeichnet Stellen, die die eine Hälfte des Tages in der Sonne und die andere im Schatten liegen. Die Übergänge sind in der Stadt meist fließend. Beobachte den Standort – sowohl tageweise als auch in Bezug auf die Jahreszeit. Was überwiegt?

 

Boden – leicht, frisch, nährstoffreich?

Der Berliner Boden ist überwiegend sandig. Sandige Böden neigen dazu eher nährstoffarm und sauer zu sein. Das ist für viele heimische Wildpflanzen allerdings eher von Vorteil, weil sie an genau diese Bedingungen angepasst sind. Bei sandigem Boden spricht man auch von leichtem Boden. Er hält wegen der großen Poren nur schlecht Feuchtigkeit und ist daher eher trocken.

Lehmiger Boden ist, je nach Zusammensetzung, etwas schwerer. Er enthält Partikel verschiedener Größen vom Sand über Schluff zum Ton, dessen Körnchen so fein sind, dass man sie bei der sogenannten Knirschprobe nicht mal zwischen den Zähnen spürt. Dadurch hält lehmiger Boden Feuchtigkeit besser und ist eher frisch und gut durchlüftet.

Schwerer Boden dagegen hat einen hohen Tonanteil. Die Poren sind sehr klein und der Boden kann Feuchtigkeit zu gut halten. Das Wasser ist in den feinen Poren eingesperrt und schlecht verfügbar. Er neigt dazu sehr feucht zu sein! Das mögen aber nicht alle Pflanzen. Staunässe vertragen die wenigsten Pflanzen, wenn ihre natürliche Heimat nicht gerade Sümpfe sind. Pflanzgefäße brauchen daher immer mindestens ein Loch im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Bei Standortangaben tauchen häufig die Begriffe „frisch“ und „feucht“ auf. Das sind Bezeichnungen für zwei verschiedene Stufen der Bodenfeuchte. Während feuchter Boden so viel Wasser enthält, dass beim Zusammendrücken einer Handvoll Erde noch Wasser austritt, besitzt frischer Boden einen mäßigen Wassergehalt und beim Zusammendrücken tritt kein Wasser mehr aus.

Auch Kompost kann die Wasserspeicherfähigkeit und natürlich den Nährstoffgehalt erhöhen. Allerdings brauchen viele heimische Blühpflanzen gar nicht so viele Nährstoffe, sie bevorzugen magere (nährstoffarme) Böden. Durch die Beimischung von Sand wird der Boden abgemagert und die Wasserdurchlässigkeit verbessert, was den Ansprüchen vieler Wildpflanzen entspricht. Es lohnt sich also immer, sich über die Ansprüche der einzelnen Pflanzen zu informieren, um die richtige Erde für sie auswählen zu können.

Gekaufte Blumenerde ist zumeist sehr nährstoffreich, was für starkzehrende Pflanzen wie Tomaten auch nötig ist. Wenn du die Erde nach der Tomatenernte für andere Pflanzen weiterverwendest und nicht düngst, hast du über kurz oder lang einen guten abgemagerten (nährstoffarmen) Boden für deine heimische Wildblumenmischung.

 

Einfache Bodenbestimmung!

Wer es genauer wissen will, kann schauen, wie gut sich ein Stückchen feuchter Boden zwischen den Fingern rollen lässt, je krümeliger, umso sandiger (leichter) ist er. Und auch viele Pflanzen wachsen bevorzugt in bestimmten Böden – sie sind sogenannte Zeigerpflanzen. So mag die Brennnessel stickstoffreiche Standorte. Auch die Bodenfeuchte, der pH-Wert, Lichtverhältnisse und andere Standortfaktoren werden durch bestimmte Pflanzen angezeigt. Am besten ist es daher, die Mischung der natürlich an einem Ort vorkommenden Pflanzen zu betrachten, um etwas über die Standortverhältnisse zu erfahren.

Eine kleine Auswahl an Zeigerpflanzen findet ihr in dieser Tabelle aus unserer Broschüre „Der Garten von nebenan“:


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