Pflanze der Woche

Grüne Liga Berlin

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Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)    

Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig
Boden: trockener, neutraler Boden
Insekten: Honigbiene, Wildbienen, Hummel, Schmetterlinge

Das Tüpfel-Johanniskraut oder Echtes Hartheu ist eine weit verbreitete einheimische Wildpflanze. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa und Westasien aber mittlerweile ist es weltweit vielerorts eingebürgert. Das Kraut wird bis zu 60cm hoch und vermehrt sich mit Samen oder Wurzelausläufern. Man findet es an Waldrändern, an Wegen und Böschungen sowie auf mageren Weiden und Magerrasen ebenso wie auf Heiden und Waldlichtungen. Den Namen hat die Pflanze bekommen, weil sie um den Johannistag am 24. Juni herum blüht.

 

Juni

Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Mai bis August
Standort: halbschattig bis sonnig
Boden: nährstoffreicher, verdichteter und eher feuchter Boden
Insekten: Bienen, Schmetterlingsraupen

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Das Gänsefingerkraut kommt ursprünglich vermutlich aus Nord- und Mitteleuropa. Das Kraut ist ein einheimischer, niedrig bleibender Bodendecker und verbreitet sich überirdisch über Samen oder über wurzelnde Ausläufer. Es kann Wuchshöhen zwischen 10 und 25 cm erreichen. Seine fiedrigen Blätter und goldgelben Blüten wurden früher als Heilpflanze gegen Krämpfe verwendet. Die Pflanze gilt häufig als Indikatorpflanze für staunasse Böden.

 

Weiße Fetthenne (Sedum album)

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Blütezeit: Juni bis September
Standort: sonnig
Boden: trocken, sandig, steinig
Insekten: Bienen, Hummeln, Schmetterlingsraupen

© Pixabay – Radfotosonn

Die Weiße Fetthenne, auch als Weißer Mauerpfeffer bekannt, kommt in Süd- und Mitteleuropa, Süd-Skandinavien, der Türkei und Armenien, auch im Kaukasus, in Kurdistan sowie in Nordwestafrika vor und ist somit weit verbreitet. Die Pflanze ist eine Sukkulente und speichert in ihren saftig-fleischigen Blättern und Stängeln Wasser. Somit braucht sie wenig Wasser und übersteht auch lange Trockenperioden problemlos. Ihre Stängel werden 8 cm bis 20 cm hoch. Die Weiße Fetthenne dient verschiedenen Schmetterlingsraupen (unter anderem Blattspanner, Steinspanner, Fetthennen-Kleinspanner, Zipfelfalter, Fetthennenbläuling, Apollofalter) als Futterpflanze. Von den Menschen wird sie auf Dächern, zur Beeteinfassung, zur Grabbegrünung oder in modernen Steingärten eingesetzt. In den Allgäuer Alpen findet man die weiße Fetthenne bis in Höhenlagen von etwa 1800 Metern.

 

Mai

Gewöhnlicher Erdrauch (Fumaria officinalis)

Familie: Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
Blütezeit: Mai bis Oktober
Standort: Halbschatten
Boden: leicht feucht, stickstoffhaltig, sauer
Insekten: Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Ameisen

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Der gewöhnliche Erdrauch kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist heute vorrangig in den mediterranen Zonen Europas und Asiens zu finden. Die Stängel der Pflanze erreichen eine Wuchshöhe zwischen 10 und 50 cm. Durch die Wuchsform und die bläulich-grüne Farbe der Blätter und des Stängels wirkt die Pflanze von weitem „rauchähnlich“ woher wohl auch der Name stammt. Die Pflanze ist auch ein Nährstoffanzeiger. Sie wächst auf nährstoffreichem, bearbeitetem Boden wie in Gärten, auf Äckern oder Weinbergen und zeigt an, wo der Boden stickstoffhaltig oder sauer ist. Die Blüten des gewöhnlichen Erdrauches sind Zwitter, was bedeutet, dass sie sich selbst bestäuben können. Dennoch werden sie auch von Insekten bestäubt. Sobald die Pflanze dann ihre Samen fallen lässt, werden diese entweder von Ameisen oder auch dem Regen davongetragen und verteilt. Alle Teile des Gewöhnlichen Erdrauches sind giftig.

 

Faulbaum (Frangula alnus)

Familie: Kreuzdorngewächse
Blütezeit: Mai bis Juni
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig bis tonig, frisch bis nass, neutral bis sauer, kalktolerant, mäßig nährstoffreich
Insekten: Zitronenfalter (Raupen) u.a., bienenfreundlich

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Der Faulbaum ist in Mitteleuropa verbreitet und als Neophyt nach Nordamerika eingewandert. Der von eins bis zu vier Meter hohe Strauch entwickelt sich selten als Baum bis zu sieben Meter. Eine Besonderheit sind seine roten Wurzeln. Der Frangula alnus hat angeordnete, bis zu sieben Zentimeter lange Blätter, die an kurzen Stielen stehen und die einzige Nahrungsquelle für die grünen Raupen des Zitronenfalters sind. Die Pflanze mit unscheinbaren Blüten hat von allen heimischen Gehölzen die längste Blütezeit. Ab Mitte August reifen die kleinen kugeligen Steinfrüchte, die sich bei der Reifung von rot auf schwarz färben. Diese Pflanze schützt sich gegen Wildverbiss, indem ihre Rinde beim Kratzen einen leichten Fäulnisgeruch verströmt. Man kann den Faulbaum bei Birkenmooren, lichten Wäldern, Böschungen und Auen finden. Er wird deshalb im Garten am besten in Ufernähe eines Teiches oder Bachlaufs in einer normalen, mit Kompost gemischten Gartenerde gepflanzt. Das feste Herzwurzelsystem des Faulbaumes dient der Befestigung von Uferböschungen. Außerdem liefert er als sommergrüne Heckenpflanze einen wertvollen Beitrag als heimische Insekten- und Vogelfutterpflanze. Seine Säulenform macht ihn zum Formelement im Garten und durch sein filigranes Laub ist er besonders für Japangärten geeignet. Der Faulbaum kann im Kübel auch die Terrasse zieren.

 

Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: Mai bis Oktober
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: gleichmäßig feucht, humusreich, durchlässig
Insekten: Bienen, Schwebfliegen, Falter

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Rucola (Diplotaxis tenuifolia), die man als aromatischen Blattsalat kennt, wird auch Schmalblättriger Doppelsame, Wilde Rauke oder Stinkrauke genannt. Diese Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt, ist heute in Deutschland und auf der ganzen Welt verbreitet. Sie ist an Wegrändern, in Parks, Gärten, auf Böschungen und Dämmen zu sehen. Die Wilde Rauke wächst als aufrechte, krautige Pflanze und kann blühend etwa 70 bis 100 Zentimeter hoch werden. Zuerst entwickelt sich eine grundständige Rosette mit gestielten Blättern. Am Stängel des Blütenstandes sind die Blätter dann sitzend und tief fiedergeteilt. Die nektarreichen Blüten bieten Nahrung für Bienen und Schwebfliegen. Die Rauke kann ab März im Haus vorkultiviert werden. Im Freiland sollte sie von April bis August, am besten mit Salat, Erdbeeren und Sellerie und möglichst nicht neben Kohl, Radieschen und Rettich gepflanzt werden. Es ist eine winterharte, aber kurzlebige Staude. Die Wilde Rauke ist besonders gesund, weil sie das Immunsystem stärkt und antibakteriell wirkt. Dieser absolute Lieblingssalat enthält viele Vitamine wie das Beta-Carotin und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium.

 

Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas)

Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Standort: sonnig
Boden: sandig, trocken bis mäßig trocken, kalkliebend, mäßig nährstoffreich, locker, durchlässig
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen; spezialisiert: Mohn-Mauerbiene

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Aufgrund seiner natürlichen Anmutung und seiner Eigenschaft als wertvolle Bienenweide ist der Klatsch-Mohn wie geschaffen für den Naturgarten oder naturnah gestaltete Gartenecken, Beete und Rabatten. Als typische Ackerwildpflanze wächst er vor allem auf Äckern und Feldern mit Getreide, ist im Frühsommer aber auch an vielen Wegrändern anzutreffen. Er kommt ursprünglich aus Europa und gilt somit in Deutschland als heimisch. Heute ist er auch in Nordafrika und Asien beheimatet. Es ist eine einjährige, krautige Pflanze mit Wuchshöhe von 50 bis 60 Zentimetern. Die Blätter sind mehrfach gefiedert und am Rand gezähnt. Seine Blüten halten sich maximal drei Tage an der Pflanze, erneuern sich aber ständig. Die Wildpflanze schmückt sich mit auffälligen roten Schalenblüten mit schwarzer Mitte. Bekannt ist der Klatsch-Mohn mit seinen dekorativen, eiförmigen Kapselfrüchten, die eine Vielzahl kleiner, schwarzer Samen enthalten. Typisch für diese Pflanze ist die Selbstaussaat. Wenn man sie aussät, erfolgt das im März und April. Der Pflegeaufwand ist sehr gering. Bei Topfpflanzen sollte man Verblühtes entfernen, damit die Blütenbildung und Blütezeit angeregt werden, und täglich gießen, im Garten- nur bei länger anhaltender Trockenheit. Er ist oft Bestandteil von Saatgutmischungen für Sommerblumen, Bienenweiden oder bunten Wildblumenwiesen. Die Mohn-Mauerbiene (Hoplitis papaveris) verwendet die Mohnblütenblätter zum Auskleiden ihrer Niströhren.

 

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: durchlässig, sandig bis lehmig, kalktolerant, nährstoff- und humusreich
Insekten: Wildbienen, Falter, langrüsselige Fliegen

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Das Wald-Vergissmeinnicht ist ein beliebter Frühjahrsblüher und im Garten wie auch in der Natur weit verbreitet, sowohl in Europa als auch in Asien. Entgegen dem Namen wächst es nicht nur im Wald, sondern auch auf frischen bis feuchten Fettwiesen, am Gehölzrand oder auf Lichtungen. Es ist eine zweijährige bis ausdauernde, krautige Pflanze. Sie wächst als Halbrosette mit Blütenstielen bis 45 cm und behaarten Blättern mit abgerundeten Spitzen. Die Blüten sind in der Regel blau, können aber auch weiß oder zartrosa sein. Diese schöne Staude hat die Besonderheit, dass neben der Bestäubung durch Insekten auch Selbstbestäubung möglich ist, dank der Anordnung von Narbe und Staubbeutel. Es bildet nach dem Verblühen Spaltfrüchte mit Samen, die nach der Samenreife in vier Klausen zerfallen und durch den Wind verstreut werden. Topfpflanzen können sofort nach dem Kauf ausgepflanzt werden. Die Pflanze ist sehr pflegeleicht. Man muss sie nicht düngen, da sie wegen zu viel Stickstoff den Winter nicht überstehen kann. Topfpflanzen muss man regelmäßig wässern und Verwelktes hin und wieder entfernen, was die Bildung neuer Knospen fördert und die Selbstaussaat eindämmt. Das Wald-Vergissmeinnicht wird sehr gerne für Frühlingsbeete oder -töpfe mit anderen blühenden Arten wie Narzissen, Primeln oder Tulpen bevorzugt. Gerade bei Tulpen fällt ihre Schönheit neben diesen kleinen blauen Blüten auf. Für viele kleine Wildbienen und langrüsselige Insekten wie Falter und einige Fliegen ist sie es eine wichtige Nahrungsquelle im Frühjahr.

 

April

Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: April bis Juni
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: lehmig bis tonig, mäßig trocken bis frisch, kalkliebend, nährstoff- und humusreich
Insekten: Wildbienen, Hummeln, Fliegen, Falter

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Die echte Schlüsselblume ist heutzutage weltweit verbreitet. Von Hobbygärtnern und Gartenbesitzern geliebt, gilt sie überall als Frühlingsbote. Dies verrät auch ihr wissenschaftlicher Name Primula veris, welches direkt übersetzt „erste Blume im Frühling“ bedeutet. Die Blüten der attraktiven, mehrjährigen Staude stehen zu mehreren eng beieinander an einem Stiel und haben einen angenehmen Duft. Ihre Anordnung erinnert an einen Schlüsselbund, weshalb die Schlüsselblume landläufig unter diesem Namen bekannt ist. Die beliebte Heilpflanze wächst auf Wiesen, an Waldrändern und unter lichten Gehölzen mit einer Wuchshöhe von 15 bis 25 cm und wird fast ebenso breit. Die graugrünen, weichen, behaarten Blätter bilden eine grundständige Rosette. Die echte Schlüsselblume ist für ihre gelben Blüten mit orangen Flecken, die sich am Schlund jedes Kronblatts befinden, bekannt. Die Wildstaude bildet kugelförmige Kapseln, in denen sich die Samen befinden. Diese neigt zur Selbstaussaat und erfordert kaum Pflege. Es existieren außerdem verschiedene Sorten, die nicht fruchten, sich jedoch durch Teilen der Wurzel vermehren. Bereits im Mittelalter war die Pflanze für ihre Heilwirkung bekannt. Die in der Wurzel steckenden Wirkstoffe helfen gegen Erkältung und Bronchitis. Als schädlich für die Schlüsselblume sind Blattläuse, Schnecken und Dickmaulrüssler bekannt. Ältere Schlüsselblumen sind außerdem für Viruserkrankungen anfällig, die durch Werkzeuge oder Blattläuse übertragen werden.

 

Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Blütezeit: April bis August
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: mager, trocken, steinig bis sandig, kalkhaltig, nährstoff- und humusarm
Insekten: Bienen, Hummeln, andere Insekten

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Die Heimat der Zypressen-Wolfsmilch war Europa. Dennoch ist sie heutzutage bis nach Asien verbreitet. Man findet sie auf Magerrasen, Schafweiden, Bahndämmen und felsigen Standorten, in einer Höhe bis zu 2.000 m. Ihre Triebe sind 20 bis 40 cm hoch, mit auffällig zierenden, zitronengelb gefärbten Hochblättern, auf denen die Blüten sitzen. Ihr Honigduft lockt viele Insekten an. Die Zypressen-Wolfsmilch erfordert keine besonderen Pflegemaßnahmen. Die Besonderheit dieser Pflanze ist, dass sie unverwüstlich und winterhart ist und Trockenperioden überstehen kann. Am falschen Platz kann sie durch ihre Ausläuferbildung zu „Unkraut“ werden und muss regelmäßig entfernt werden. Die Stauden können im Herbst und zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden. Man kann die Zypressen-Wolfsmilch am sonnigen Gehölzrand, in Mauerritzen oder an einem Kiesweg sehen und sie kann sich durch ihren Wandertrieb zwischen andere Stauden und Kleingehölze ausbreiten. Sie kann manchmal rötliche Blätter mit gelben Blüten haben und ist dann als Purpur-Zypressen-Wolfsmilch zu finden. Die roten Blätter vergrünen im Laufe des Jahres. Sie ist außerdem für die Dachbegrünung geeignet.

 

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Blütezeit: April bis Oktober
Standort: Halbschatten, Schatten
Boden: mäßig feucht, nährreich, humos, stickstoffhaltig
Insekten: Hummeln und Bienen

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Das Schöllkraut ist eine sommergrüne, zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern erreicht. Die zwittrigen, gelben Blüten sind vierzählig und etwa zwei Zentimeter groß. Die leuchtend gelben Blüten werden von vielen Insekten angeflogen. Die winzigen Samen werden von Ameisen verbreitet. Diese werden durch ein fetthaltiges Anhängsel am Samen (Elaisosom) angelockt und helfen der Pflanze so, sich auszubreiten. Das Schöllkraut ist oft als „Unkraut“ verkannt, dabei eignet es sich als äußerst robuster Farbklecks für Naturgärten. Ursprünglich war Schöllkraut in den gemäßigten und warm-temperierten Gebieten Eurasiens sowie im Mittelmeerraum weit verbreitet. Nach Nordamerika wurde es von Siedler*innen mitgenommen, die es als Heilmittel bei Hautkrankheiten verwendeten. Auch heute noch wird in der Volksmedizin der Saft der Pflanze äußerlich bei Hautkrankheiten wie Warzen verwendet. Die Anwendung ist aufgrund des hohen Alkaloidgehalts der Pflanze aber umstritten und steht im Verdacht, Leberschäden hervorzurufen.

 

Blaubeere (Vaccinium myrtillus)

Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Blütezeit: April bis August
Standort: sonnig
Boden: sauer, humusreich, nährstoffarm, kalkfrei, sandig oder torfig
Insekten: Hummeln, Bienen, Schmetterlinge

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Die Blau- oder Heidelbeere ist in den nordischen und gemäßigten Zonen Eurasiens verbreitet. In unserer Region wächst sie häufig in Kiefernwäldern, aber auch andere Laub- und Nadelwälder, sowie Moor- und Bergheiden zählen zu ihren Lebensräumen. Der Zwergstrauch wird 10 bis 60 cm hoch und kann bis zu 30 Jahren alt werden. Ihre Blätter sind eiförmig und auf beiden Seiten grasgrün. Gut zu erkennen ist die Blaubeere auch im Winter an den grünen, kantigen Trieben, die gern vom Wild gefressen werden. Noch beliebter sind aber ihre Beeren – nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren. Besonders für Tiere, die Früchte in Bäumen nicht gut erreichen können, sind sie eine willkommene Nahrungsquelle, zum Beispiel für Füchse oder das in Deutschland nur noch sehr selten vorkommende Auerhuhn. Auch für Insekten ist die Pflanze von Bedeutung. Bienen und Hummeln besuchen ihre Blüten und einige Schmetterlinge, darunter gefährdete Arten wie die Rollflügel-Holzeule, nutzen sie als Raupenfutterpflanze. Schon die alten Griechen und Römer verwendeten Heidelbeeren als Heilmittel. Bis heute wird sie so und als Nahrungsmittel verwendet. Die wohlschmeckenden Beeren der Pflanze sind reich an Vitaminen und sonstigen Nährstoffen. Kulturheidelbeeren stammen übrigens von nordamerikanischen Arten ab und haben, anders als die europäischen Blaubeeren, helles Fruchtfleisch. Die Blaubeere bevorzugt saueren Boden und verträgt keinen Kalk. Im Garten sollte trotzdem unbedingt torffreie Erde verwendet werden!

 

März

Silber-Weide (Salix alba)

Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: sonnig
Boden: nährstoffreich, frisch-feucht, sandig-tonig oder kiesig-tonig und kalkhaltig
Insekten: Käfer, Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Blattwespen

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Die Silber-Weide ist in ganz Europa, Vorderasien und Nordafrika heimisch und wurde zum Baum des Jahres 1999 gekürt. Anders als viele strauchartig wachsenden Weidengewächse hat die Silberweide eine baumartige Struktur. Sie wächst im Jugendalter rasant in die Höhe (bis zu zwei Meter pro Jahr), wird insgesamt bis zu 35 Meter hoch und bis zu 100 Jahre alt. Die Weidenblätter werden bis zu zwölf Zentimeter lang und sind schmal und lanzenförmig mit gesägtem Rand. Die frühe Blüte ist, wie bei anderen Weiden auch, ein willkommener Pollen- und Nektarspender für allerlei Insekten. Sie sind nicht nur für Honigbienen eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen im Jahr, wenn sonst noch nicht viel blüht. Weiden sind zweihäusig, das heißt, an einer Pflanze kommen immer entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten vor. An den weiblichen sind die sogenannten Weidenkätzchen zu finden. Ältere Silber-Weiden sind oft hohl und die Höhlen im Stamm dienen vielen Tieren als Unterschlupf. Auch der Moschusbock, einer unserer größten und streng geschützten Käfer, besiedelt vorzugsweise morsche Weidenstämme. Aufgrund des fortschreitenden Lebensraumverlusts ist der Käfer sehr selten geworden und auch der Bestand der Silber-Weide stark zurückgegangen.

 

Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: frisch, humusreich, lehmig, kalkhaltig
Insekten: Hummeln, Wildbienen, Schwebefliegen, Schmetterlinge

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Das Echte oder Gefleckte Lungenkraut ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Es ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die ursprünglich vor allem in Laub- und Mischwäldern beheimatet ist. Bevor sich das Blätterdach schließt, nutzt das Lungenkraut die Sonnenstrahlen, die im Frühjahr auf den Waldboden treffen. Die zunächst roten, später blauen Blüten werden besonders von der Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes), aber auch anderen langrüsseligen Wildbienenarten und Schmetterlingen besucht, denn der Nektar ist in der etwa einen cm langen Kronröhre nicht für alle Insekten zugänglich und wird auch noch durch einen Haarsaum an den sogenannten Schlundschuppen im Inneren der Blüte geschützt. Der leichter erreichbare Pollen dient auch Schwebfliegen als Nahrung. Gut zu erkennen ist das 10 bis 40 cm hohe Pflänzchen an seinen rauhen, stets weiß gefleckten Blättern. Es eignet sich gut für die Unterpflanzung von Gehölzen. Der Name Pulmonaria kommt von lateinisch pulmo = Lunge. Das Lungenkraut wird seit dem Mittelalter gegen Lungenleiden eingesetzt und hat außerdem lungenförmige Blätter.

 

Scharbockskraut (Ficaria verna)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: sonnig bis schattig
Boden: feucht, tiefgründig, stickstoffhaltig
Insekten: Wildbienen und Schwebfliegen

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Das Scharbockskraut ist eine frühjahrsgrüne Pflanze, die Wuchshöhen von 10-20 cm erreicht. Charakteristisch sind die goldgelben, sternenförmigen Blüten, die als frühe Nahrungsquelle von verschiedenen Insekten angeflogen werden. Schwerpunktmäßig ist das Scharbockskraut in Nord- und Mitteleuropa verbreitet, vereinzelt ist es aber auch in Kleinasien und in Nordafrika beheimatet. Es gedeiht meist in feuchten Wiesen, Gebüschen, Hecken oder dichten Laubwäldern und an Laubwaldrändern und ist dort im Frühling anzutreffen. Das Scharbockskraut ist in allen Teilen giftig. Dennoch können die jungen Blätter vor der Blütezeit geerntet und zum Salat oder zum Quark gegessen werden. Der Geschmack wird als herb, etwas scharf beschrieben. Gefährlich sind hierbei aber Verwechslungen mit anderen Hahnenfuß-Gewächsen, da diese wesentlich größere Mengen an Giftstoffen enthalten. Scharbockskraut gehörte früher zum Reiseproviant auf Seereisen. Da das Kraut sehr viel Vitamin C enthält, verhinderte es die Seefahrerkrankheit Skorbut, die Seefahrer*innen früher auf ihren langen Reisen ohne frisches Obst und Gemüse bedrohte. Daher hat es auch seinen deutschen Namen, denn Scharbock ist eine andere Bezeichnung für Skorbut.

 

Kornelkirsche (Cornus mas)

Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae)
Blütezeit: März bis April
Standort: sonnig
Boden: sandig bis lehmig, humusreich
Insekten: Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Fliegen, Käfer

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Die Kornelkirsche ist am weitesten in Südeuropa und teilen von Mitteleuropa verbreitet. Es handelt sich hierbei um einen Großstrauch oder Baum, der bis zu 8 m hoch werden kann. Die Stämme werden 15 bis 20 cm dick und sie können über 100 Jahre alt werden. Der Busch blüht von März bis April mit goldgelben Blüten. Daraus werden später die charakteristischen, rot glänzenden Früchte. Diese sind etwa 2 cm lang und enthalten einen länglichen Steinkern. Die Früchte der Kornelkirsche sind essbar und schmecken leicht säuerlich. In privaten Gärten wie auch in Parks oder Grünanlagen ist die Kornelkirsche eine beliebte Pflanze. Da sie schnittfest ist und selbst bei starkem Rückschnitt wieder ausschlägt, eignet sie sich auch gut als Hecke. Zudem ist sie anspruchslos und gilt als widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung und Schädlinge. Auch für einheimische Tiere hat der Strauch einen hohen Mehrwert. Blätter und Triebe sind beliebt bei Rehen und Feldhasen, die nektar- und pollenreichen Blüten sind eine frühe Nahrungsquelle für verschiedenste Insekten und die Kirschen dienen verschiedensten Vogelarten, Haselmäusen und Siebenschläfern als Nahrungsmittel.

 

 

Februar

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: schattig bis halbschattig
Boden: mäßig frisch bis feucht, nährstoffreich, tiefgründig, lehmig
Insekten: Fliegen, Wildbienen, Käfer, Ameisen

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Das Buschwindröschen ist vor allem in Laubwäldern der gemäßigten Zone in Eurasien verbreitet und wird zwischen 11 und 25 Zentimetern hoch. Als Speicher- und Überdauerungsorgan dient ein unterirdisches, etwa 30 Zentimeter langes Wurzelgebilde. Das Buschwindröschen bildet pro Pflanze für gewöhnlich nur eine Blüte mit sechs bis acht weißen Blütenblättern. Zur Vermehrung werden Balgfrüchte gebildet, deren Samen verstreut und von Ameisen verbreitet werden. Außerdem vermehrt sich das Buschwindröschen über den Wurzelstock, der sich kriechend ausbreitet. Es eignet sich hervorragend als Frühblüher zur Unterpflanzung von Gehölzen. Es zeigt sich, wenn die Frühjahrssonne den Boden unter den noch kahlen Bäumen oder Sträuchern erwärmt und zieht sich wieder zurück, wenn sich das Blätterdach schließt.  Alle Pflanzenteile dieser Pflanze sind giftig!

 

Leberblümchen (Hepatica nobilis)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: schattig bis halbschattig
Boden: Humusschicht über lehmigen kalkhaltigen Waldböden, Sandböden
Insekten: Bienen, Käfer, Schwebfliegen

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Das Leberblümchen ist vor allem in den Laubwäldern der Nordhalbkugel verbreitet und blüht deshalb im frühen Frühjahr, bevor die Blätter der Laubbäume ihnen die Lichtquelle nehmen. Die Blüten sind ein wichtiger Pollenlieferant für Bienen, Käfer und Schwebfliegen und obwohl das Gewöhnliche Leberblümchen ein Selbstaussäer ist, helfen Ameisen bei der Ausbreitung der Samen. Der Name bezieht sich auf die Gestalt der Blätter, da diese im Umriss an die Form der menschlichen Leber erinnern. Die Blume ist in verschiedenen Regionen Deutschlands noch unter anderen Namen bekannt, die sich auf den frühen Blühtermin beziehen (Märzblümchen, Fastenblümchen, Osterblümchen) oder auf die leuchtenden Blütensterne (Himmelsstern, Blaue Schlüsselblume). Obwohl das Leberblümchen als schwach giftig bezeichnet wird, ist es spätestens seit dem 15. Jahrhundert eine sehr beliebte Gartenpflanze. Das Leberblümchen ist nach der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland „besonders geschützt“. Es darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Gefahren drohen dem Leberblümchen auch durch den Verlust typischer Lebensräume wie beispielsweise den lichten Laubwäldern.

 

Huflattich (Tussilago farfara)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Blütezeit: März bis April
Standort: sonnig
Boden: durchlässig, feucht
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen, Falter

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Die Blüte des Huflattichs zählt zu den ersten Frühlingsboten. Eine Besonderheit der Pflanze ist, dass die gelben Blütenkörbchen als erstes erscheinen. Sie sitzen an filzig behaarten und mit Schuppen besetzten Stängeln, die bis zu 30 cm hoch werden. Die herzförmigen Blätter entwickeln sich erst nach dem Abblühen. Sie können bis zu 20 cm breit werden und sind auf der Oberseite filzig behaart, verlieren diesen Filz aber mit der Zeit. Vielen frühfliegenden Insekten liefert der Huflattich Nektar und Pollen, zum Beispiel Wildbienen, Schwebfliegen, Käfern und Schmetterlingen. Angelockt werden sie durch den Honigduft der Blüte. Vielen Falterarten dient er außerdem als Raupenfutterpflanze, darunter einigen gefährdeten Arten. Die Pflanze ist schon lange in der Heilkunde als Mittel gegen Husten bekannt, allerdings ist die Anwendung heute aufgrund des Gehalts an giftigen Stoffen umstritten. Zu finden ist Huflattich oft an Wegrändern, Böschungen und Schutt- oder Brachflächen. Sein Wurzelwerk reicht bis in einen Meter Tiefe und er vermehrt sich neben Samen auch über Wurzelausläufer, was ihn zu einer sehr robusten und ausdauernden Gartenpflanze macht.

 

Winterling (Eranthis hyemalis)

Familie: Hahnenfußgewächse (Asteraceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig bis lehmig, nährstoffreich, frisch bis mäßig feucht
Insekten: Fliegen, Wildbienen

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Der Winterling ist strenggenommen keine heimische Pflanze, da er aus Südeuropa stammt. Die beliebte Gartenpflanze gilt mittlerweile in Deutschland aber als eingebürgert, da es vielerorts verwilderte und sich selbst ausbreitende Bestände gibt. Der kleine gelbe Frühblüher ist außerdem eine wichtige frühe Nahrungsquelle für heimische Insekten. Verschiedene Fliegenarten und Wildbienen besuchen die Blüten gern, darunter größere wie Hummeln und die Blauschwarze Holzbiene, die manchmal schon im Februar ausfliegen und dann einen hohen Energiebedarf haben. An den Nektar gelangen allerdings nur langrüsselige Insekten wie die genannten großen Wildbienen. Schwebfliegen müssen sich mit dem Pollen begnügen, da sie den in der Blüte verborgenen Nektar nicht erreichen können. Die Blüten öffnen sich nur bei Tag und bei schönem Wetter, nachts und bei Regen schließen sie sich. Dabei wachsen die Blütenblätter weiter in die Länge, während der Blütezeit verdoppeln sich deshalb manchmal ihre Länge. Wie alle Hahnenfußgewächse ist der Winterling giftig.

 

 

Januar

Märzenbecher (Lecojum vernum)

Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: halbschattig
Boden: feucht, humusreich
Insekten: Wildbienen, Schmetterlinge

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Der Märzenbecher ist eng mit dem Schneeglöckchen verwandt und sieht diesem sehr ähnlich. Er beginnt etwa ein bis zwei Wochen später mit der Blüte als das Schneeglöckchen, an günstigen Standorten oft schon im Februar. Zu erkennen ist er gut an den grünen Flecken auf den Blütenblättern. Dabei handelt es sich um sogenannte Saftmale, die zur Anlockung von Insekten dienen und diese zu Nektar und Pollen leiten. Leicht macht es der Märzenbecher ihnen aber nicht: um an den Nektar zu gelangen, müssen sie den Griffel aufbeißen. Das können nur Insekten mit entsprechenden Mundwerkzeugen, vor allem also Bienen. Schmetterlinge saugen manchmal den Nektar bereits geöffneter Blüten, da sie mit ihrem Saugrüssel selbst dazu nicht in der Lage sind. Die kleine Zwiebelpflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber schon lange auch in nördlicheren Regionen eingebürgert und streng geschützt. Im norddeutschen Raum ist sie sehr selten und ihre Vorkommen gehen meistens auf Verwilderung zurück. Nichtsdestotrotz ist der Märzenbecher eine wichtige Nahrungsquelle für frühfliegende Insekten.

 

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Blütezeit: ganzjährig
Standort: sonnig bis absonnig
Boden: nährstoffreich, anspruchslos
Insekten: Wildbienen, Fliegen

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Das Gänseblümchen ist zwar weitläufig bekannt, trotzdem wird es meistens wenig beachtet und ist im Rasen sogar oft unerwünscht. Besonders am Gänseblümchen ist, dass es das ganze Jahr über blüht, selbst im tiefsten Winter. Obwohl es verhältnismäßig wenig Nektar und Pollen liefert, dient es besonders in blütenarmen Zeiten verschiedenen Wildbienen und Hummeln sowie Schwebfliegen und anderen Fliegen als Nahrungsquelle. Was wie eine einzige Blüte aussieht, ist in Wirklichkeit, wie es typisch für Korbblütler ist, ein aus mehr als 100 Einzelblüten zusammengesetzter Blütenstand. Die zwittrigen Röhrenblüten bilden das gelbe Zentrum des Blütenkörbchens. Gemeinsam mit den am Rand stehenden weißen, manchmal ins Rosa übergehenden, Zungenblüten bilden sie eine sogenannte Scheinblüte. Ähnlich wie die der Sonnenblume richten sie sich nach der Sonne aus und schließen sich außerdem nachts und bei schlechtem Wetter. Die im Handel als Frühblüher erhältlichen Zuchtformen des Gänseblümchens (auch als Tausendschönchen bekannt) sind für Insekten wegen ihrer gefüllten Blüten übrigens meistens wertlos.

 

Vogelmiere (Stellaria media)

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Blütezeit: ganzjährig
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffreich
Insekten: Wildbienen, Fliegen, Ameisen

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Die Vogelmiere wird wie viele andere Wildkräuter häufig als „Unkraut“ herausgerissen. Dabei schützt das kleine Pflänzchen mit seinem niederliegenden Wuchs offenen Boden vor Erosion und Austrocknung und im Winter vor Kälteeinwirkung. Die kleinen weißen Blüten liefern eher wenig Nektar und Pollen, dafür blüht die Pflanze aber das ganze Jahr über und wird von verschiedenen Wildbienen und Fliegen besucht. Die Samen der Vogelmiere werden unter anderem durch Ameisen verbreitet. Wie der Name es schon vermuten lässt, fressen auch Vögel gern an der Pflanze. Für Menschen ist die Vogelmiere ebenfalls essbar und hat verschiedene Heilwirkungen. Für jeden Garten und Balkon ist sie also eher eine Bereicherung als ein Ärgernis.

 

Haselnuss (Coryllus avellana)

Familie: Haselgewächse (Corylaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: tiefgründig, humusreich, mäßig feucht
Insekten: Wild- und Honigbienen, Käfer, Wanzen

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Obwohl die Haselnuss ein reiner Windbestäuber ist, sind ihre Pollen eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen. Nektar liefert sie deshalb nicht. Der Strauch ist einhäusig, das heißt, dass an einer Pflanze sowohl männliche als auch weibliche Blüten wachsen. Die weiblichen Blüten sind dabei für die Bienen uninteressant, da nur die männlichen, die langen Kätzchen, den begehrten Pollen produzieren. Zum Leidwesen von Allergiker*innen beginnen sie damit manchmal schon im Januar. Für Insekten sind nicht nur die Blüten von Bedeutung. Auch verschiedene Käfer und Wanzen, wie z.B. der Haselnussbohrer, ernähren sich von den Früchten Blättern, oder Pflanzensäften der Haselnuss.

 

Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)

Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Blütezeit: Juni bis Juli
Standort: sonnig bis schattig
Boden: anspruchslos, nicht zu feucht
Insekten: Tag- und Nachtfalter, Wildbienen

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Der Gemeine Liguster ist ein heimischer Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse. Er ist sehr schnittverträglich und behält zumindest in milderen Wintern sein Laub und bleibt somit auch im Winter grün. Wegen dieser Eigenschaften ist er als Heckenpflanze beliebt. Schneidet man den Liguster aber regelmäßig in Form, kann er nicht sein volles ökologisches Potenzial entfalten, denn die Blüten erscheinen im Frühsommer am den Triebspitzen aus dem Vorjahr. Werden diese weggeschnitten, entfällt die Blüte. Die Blüten sind jedoch eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle für verschiedene Schmetterlingsarten und Wildbienen, darunter Sand- und Furchenbienen. Zahlreichen Nachtfaltern dient der Liguster außerdem als Raupenfutterpflanze. Möchte man den Insekten etwas Gutes tun, empfiehlt es sich also, den Liguster erst nach der Blüte zu schneiden oder, bei ausreichend Platz, nicht jedes Jahr zur Heckenschere zu greifen. Dann können sich auch die blauschwarzen Früchte entwickeln, die für Menschen zwar giftig sind, im Winter aber eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel und Nagetiere darstellen.

 

Dezember

Eberesche (Sorbus aucuparia)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Mai bis Juni
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: anspruchslos
Insekten:

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Die auch als Vogelbeere bekannte Eberesche ist für die heimische Tierwelt eins der bedeutendsten Gehölze. Nachgewiesen wurden 31 Säugetier-, 72 Insekten- und 63 Vogelarten, die die Eberesche als Nahrungsquelle nutzen. Ihre Blüten riechen für den Menschen recht unangenehm, locken mit ihrem „Duft“ aber besonders Fliegen an. Auch verschiedene Wildbienen und Schmetterlinge nehmen den reichlich angebotenen Nektar und Pollen gerne an. Einige Arten von Rüsselkäfern nutzen die Blütenknospen zur Eiablage und Larvenentwicklung. Die Beeren werden von vielen Vögeln gern gefressen und sind im Winter eine wichtige Nahrungsgrundlage. Die in den Früchten enthaltenen Samen werden unverdaut wieder ausgeschieden, wodurch Vögel und andere Tiere bei der Verbreitung der Eberesche helfen. Aufgrund ihrer Robustheit und Anspruchslosigkeit eignet sich die Eberesche als Kleinbaum hervorragend für den Naturgarten oder andere hausnahe Flächen.

 

Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: ganzjährig
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffreich
Insekten: kleine Wildbienen, Schwebfliegen u.a.

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Das Hirtentäschel ist unscheinbar und wird häufig als „Unkraut“ angesehen. Dabei ist das kleine Pflänzchen nicht nur für uns Menschen essbar und findet gelegentlich noch Verwendung in der Küche, sondern liefert auch Insekten und Vögeln das ganze Jahr über Nahrung. Es blüht selbst im Winter und ist wie die meisten Kreuzblütler bei vielen Insekten beliebt. Aufgrund seiner Größe lockt es vor allem kleine Wildbienen und Schwebfliegen an. Manche von ihnen sind auch an milden Wintertagen unterwegs. Da das Nahrungsangebot im Winter sehr knapp ist, sind sie besonders auf die wenigen Winterblüher angewiesen. Das kleine, unauffällige Hirtentäschel darf also beim Unkrautzupfen ruhig übersehen werden.

 

Hunds-Rose (Rosa canina)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Juni
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: humos oder sandig bis lehmig, nährstoffreich, eher trocken
Insekten: Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Käfer u.a.

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Die Hunds-Rose ist eine der häufigsten Wildrosenarten in Deutschland. Sie ist äußerst robust und schnellwüchsig eignet sich für den Naturgarten, als lockere Hecke oder die rasche Begrünung von Böschungen und Brachflächen. Bei der Pflanzung sollte man ausreichend Platz einplanen, sie verträgt aber auch einen Rückschnitt problemlos. Im Juni lockt sie mit ihren rosa Blüten verschiedenste Insekten an. Ihre Früchte, die leuchtend roten Hagebutten, reifen ab Oktober und sind im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und ein schöner Winterschmuck.

 

Europäische Eibe (Taxus baccata)

Familie: Eibengewächse (Taxaceae)
Blütezeit: März bis April
Standort: halbschattig bis schattig
Boden: frisch bis feucht, durchlässig
Insekten: Wild- und Honigbienen

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Die Eibe hat aufgrund ihrer Giftigkeit einen schlechten Ruf, ist als Ziergehölz in Parks und auf Friedhöfen trotzdem oft anzutreffen und gut als immergrüne Heckenpflanze geeignet. Als reiner Windbestäuber, wie es für Nadelgehölze üblich ist, liefert sie zwar keinen Nektar, die Pollen der werden aber gern von Bienen gesammelt. Eiben sind zweihäusig, haben also an einer Pflanze entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten. Die männlichen Pflanzen eignen sich also als Bienenweide, während an den weiblichen die charakteristischen roten Früchte wachsen. Der rote Samenmantel ist der einzige ungiftige Teil der Pflanze und auch für Menschen essbar. Da dieser aber auch den hochgiftigen Samen enthält, der auf keinen Fall mitgegessen oder zerbissen werden darf, überlässt man die Früchte am besten den Vögeln. Sie scheiden den Samen nämlich unverdaut wieder aus und helfen der Eibe so bei der Verbreitung. Im Herbst und Winter sind die Früchte für viele Vogelarten und Kleinsäuger eine begehrte Nahrungsquelle. Auch als Nistplatz ist die Eibe mit ihren dichten, immergrünen Zweigen beliebt. Wilde Eiben sind inzwischen übrigens so selten geworden, dass sie unter Schutz stehen.

 

Gewöhnliches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Familie: Spindelbaumgewächse (Celastraceae)

Blütezeit: Mai bis Juni
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffreich, eher feucht
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Ameisen, Falter

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Das Pfaffenhütchen hat seinen Namen der Form seiner Früchte zu verdanken, die an die Kopfbedeckung von Geistlichen erinnert. Die leuchtend rosafarbenen bis roten Früchte zieren den Strauch bis in den Winter und werden von gern von Vögeln gefressen. Die eher unscheinbaren Blüten liefern neben Pollen auch reichlich Nektar. Sie werden zahlreich von Schwebfliegen, Wildbienen, Käfern und Ameisen besucht. Im Frühjahr sieht man die Sträucher oft komplett von Gespinsten überzogen. Grund dafür sind die Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotten, die den Strauch oft sogar völlig kahlfressen. Das Pfaffenhütchen treibt dann aber meistens ein zweites Mal aus. Auch für einige andere Falterarten ist es eine wichtige Raupenfutterpflanze. Für den Menschen und Haustiere ist die Pflanze aber sehr giftig!

 

Oktober

Große Fetthenne (Hylotelephium telephium)

Familie:  Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Blütezeit:  August bis Oktober
Standort:  sonnig
Boden:  leicht, sandig, trocken
Insekten: Wildbienen, Falter, Fliegen, Wespen

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Die Große Fetthenne mit ihren vielen Unterarten ist in fast ganz Europa verbreitet und wächst an sonnigen, trockenen Standorten wie Mauern und Felsen, Weg- und Feldrändern und in trockenen Wäldern. Wie alle Dickblattgewächse kann sie in ihren fleischigen Blättern Wasser speichern und übersteht so auch längere Trockenperioden. Durch ihren relativ späten Blütezeitpunkt ist sie eine wichtige Nahrungsquelle für spätfliegende Blütenbesucher.

 

Feld-Thymian (Thymus serpyllum)

Familie:  Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Blütezeit:  Juli bis Oktober
Standort:  sonnig
Boden:  leicht, sandig
Insekten: Wildbienen, Ameisen, Falter

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Der mehrjährige Feld-Thymian kann je nach Standort bis zu 30 cm hoch werden. Die Blüten, die dicht zusammen in zylindrischen Blütenständen wachsen, sind rosa bis purpurn gefärbt und verströmen einen aromatischen Duft, der eine Vielzahl von Insekten anlockt. Die schmalen bis breit-elliptischen Blätter können an sonnigen Orten im Winter rote Pigmente bilden, um sich vor der Sonne zu schützen. Die nahrhaften Ölkörper der Früchte sind Nahrungsquelle für Ameisen. Häufig ist der Feld-Thymian daher in der Nähe von Ameisenhaufen anzutreffen. Der als Küchenkraut beliebte Echte Thymian (Thymus vulgaris) ist für Insekten ebenso wertvoll. Beide Arten eignen sich gut für sonnige, trockene Standorte im Garten oder auf dem Balkon. Der Feld-Thymian hat ähnliche, aber etwas schwächere Heilwirkungen wie sein Verwandter und kann ebenso als Gewürz eingesetzt werden.

 

Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix)

Familie:  Araliengewächse (Araliaceae)
Blütezeit:  August bis Oktober
Standort: schattig bis halbschattig
Boden:  feucht, leicht bis mittelschwer
Insekten: Wildbienen (u.a. Efeu-Seidenbiene), Fliegen, Wespen, Falter (u.a. Admiral)

Der immergrüne Gewöhnliche Efeu kann bis zu 20 Meter hoch und mehr als 200 Jahre alt werden. Seine Stämme können einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen. Mit seinen kleinen Haftwurzeln kann er nahezu jeden Untergrund erklimmen. Erst wenn der Efeu etwa 10 Jahre alt ist, erscheinen seine grüngelben, unscheinbaren Blüten. Sie enthalten viel Nektar und sind durch die späte Blütezeit eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Die Efeu-Seidenbiene ist auf Efeu spezialisiert, doch auch viele andere Insekten können an ihm im Herbst noch Energie tanken. Nach der Blüte erscheinen die kugelförmigen, schwarzblauen Früchte erst zwischen Februar und April. Diese sind zwar für Menschen leicht giftig, Vögel wie Amseln nutzen sie aber als Futterquelle. Auch als Nistplatz ist er beliebt, dies sollte man beim Rückschnitt von Fassadenbegrünung unbedingt beachten und außerhalb der Brutzeit erledigen.

 

September

Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit:  Juni bis September
Standort:  sonnig
Boden:  nährstoffreich, mittelschwer, lehmig
Insekten: Falter, Wildbienen (z.B. Löcherbienen), Käfer

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Die gewöhnliche Kratzdistel ist eine zweijährige Pflanze mit einer Wuchshöhe zwischen 50 und 300 cm, die erst im zweiten Jahr in die Höhe wächst und ihre Blüte entfaltet. Die Stacheln an Stängel, Blattrand und Körbchen bieten ihr Schutz vor Fressfeinden. Oft findet man sie an Wegrändern, auf trockenen Wiesen oder auf Brach- und Ödland, aber sie eignet sich auch als Blickfang für Gärten oder Blumentöpfe. Ihre besonders großen Blütenkörbchen mit purpurfarbenen Röhrenblüten bieten langrüsseligen Insekten wie z.B. dem Zitronenfalter oder dem Distelfalter eine wichtige Futterquelle.

 

Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Standort: Sonnig
Boden: Humusreich, leicht
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln)

Die gewöhnliche Sonnenblume gehört zu den einjährigen Pflanzen und wird je nach Art zwischen 25 und 300 cm hoch. Ebenso tief wachsen meist ihre kräftigen Pfahlwurzeln. Ihre gelb bis gelborangefarbenen Blüten, die sich immer zur Sonne drehen, können einen Durchmesser von bis zu 30 cm erreichen. Die nektargefüllten Röhrenblüten befinden sich in der Mitte des Blütenkopfes, die kräftigen Farben der Zungenblüten locken bestäubende Insekten an. Die Samen sät man am besten im Ende Mai direkt ins Beet oder bei Vorkultur im Haus im April in Anzuchttöpfe. Die gewöhnliche Sonnenblume ist eine robuste Pflanze, längere Trockenzeit verträgt sie allerdings nicht und die Jungpflanzen müssen ggf. vor Schnecken geschützt werden.

 

Hanfblättriger Eibisch (Althaea cannabina)

Familie:  Malvengewächs (Malvaceae)
Blütezeit:  Juli bis September
Standort:  sonnig
Boden:  mittelschwerer, nährstoffreicher Boden
Insekten: Hummeln, Schwebfliegen

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Die mehrjährige Staude lockt mit ihren rosavioletten Blüten zahlreiche Insekten in den Garten. Sie hat zwar nicht sonderlich viel Nektar zu bieten, dafür ist sie reich an Pollen. Da sie ständig neue Blüten ansetzt, blüht sie über mehrere Monate.  Als Solitärstaude oder auch als Heckenersatz kann sie unter optimalen Bedingungen bis zu zwei Meter hoch werden. Sie ist auch in großen Blumentöpfen gut zu halten. Ihre Blätter erinnern an die der Hanfpflanze und ähnlich stark sind auch ihre Fasern. Dies macht ihre dünnen Stiele windresistent. Im Mittelalter fertigte man aus ihnen Stoffe und Seile.

 

Blutwurz (Potentilla erecta)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Mai bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: leichte, nährstoffarme Böden
Insekten: Wildbienen, Käfer, Wanzen

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Die Blutwurz gilt als Zeigerpflanze nährstoffarmer Standorte. Vielleicht ist sie nicht unbedingt als Zierpflanze geeignet ist, dafür aber als genügsamer Bodendecker mit hübschen kleinen gelben vierblättrigen Blüten, die gerne von Wildbienen als Nahrungsquelle angeflogen werden. Nach der Blüte bilden sich kleine nussartige Früchte, die die Samen enthalten. Durch Wind oder Tiere werden diese verbreitet.  Die Blutwurz ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die 10 bis 40 cm hoch wächst. Schneidet man ihren Wurzelstock auf, so verfärbt sich das weiße Wurzelfleisch rötlich, vermutlich stammt ihr Name daher. Seit der Antike ist die Blutwurz eine bekannte Heilpflanze, die auch heute noch in der Pflanzenheilkunde vielseitig angewandt wird. Auch für Kräuterliköre und Schnäpse wird sie gerne verwendet.

 

August

Acker-Rittersporn (Consolida regalis)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig
Boden: kalkhaltiger, humoser Lehmboden
Insekten: langrüsselige Insekten wie Hummeln und Schmetterlinge

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Der Acker-Rittersporn ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen und steht auf der Roten Liste bedrohter Arten. Früher fand man ihn häufig an den Rändern von Getreideäckern und als eine Pionierpflanze auf Brachflächen. Der Acker-Rittersporn ist durch Herbizide, gründliche Saatgutreinigung und den Rückgang von Ackerrändern stark gefährdet. Alle Pflanzenteile des Rittersporns sind stark giftig! Insbesondere die Samen enthalten die giftigen Alkaloide. Im öffentlichen Raum oder in Reichweite von Kindern und Haustieren sollte er deshalb lieber nicht gepflanzt werden. Viele langrüsselige Insekten erfreuen sich aber an seinem Nektar.

 

 

 

Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig
Boden: leichter Boden
Insekten:  Wildbienen, Falter (v.a. Nachtfalter)

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Das Taubenkropf-Leimkraut wird zwischen 20 und 60 cm hoch und kann Wurzeln bis in 1 m Tiefe bilden. Obwohl es zu den Leimkräutern zählt, ist es nicht klebrig. Als Heilpflanze hat es heutzutage seine Bedeutung verloren, früher kochte man aus den Wurzeln eine Seifenlauge und aß die stoffwechselanregenden jungen Triebe. Jedoch bietet diese Wildpflanze ein wertvolles Nahrungsangebot für Insekten. Zwar sind die Blüten auch tagsüber geöffnet, aber nur abends und nachts verströmen sie einen kleeartigen Duft, um Nachtfalter anzulocken. Der tief im Kelch liegende Nektar ist nur für langrüsselige Bienen und Falter erreichbar, Hummeln umgehen dieses Problem, indem sie ein Loch in den Kelch beißen. Die Blüte wird dann jedoch nicht befruchtet. Außer über Samen vermehrt die Pflanze sich auch über ihre Wurzeln und bildet Ableger. Möchte man das Taubenkropf-Leimkraut aussäen, sollte man dies im Frühling tun.

 

Wilde Malve, Große Käsepappel (Malva sylvestris)

Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig
Boden: sandig, lehmig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Schwebfliegen, Käfer, Falter, Wanzen (u.a. Rote Feuerwanze)

© GRÜNE LIGA Berlin

Zu den Insekten, die besonders gerne an der Wilden Malve sitzen, zählen die Roten Feuerwanzen. Sie saugen den Pflanzensaft an Blüten und Blättern, fügen der Malve aber keinen nennenswerten Schaden zu. Auch Spinnen wie die Veränderliche Krabbenspinne haben an der Wilden Malve ihr Jagdrevier. Die Pflanze wird schon lange als Heilpflanze verwendet, wobei der Hauptwirkstoff der Pflanzenschleim ist. Als Käsepappel wird sie bezeichnet, weil ihre Früchte die Form eines Käselaibs haben und aus ihnen früher Kinderbrei (Papp) zubereitet wurde. Die Wilde Malve ist recht anspruchslos an ihren Standort und wächst sowohl auf Wiesen als auch an Wegrändern und an Häuserwänden.

 

 

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Familie: Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: humusreich, mittelschwer
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge

© GRÜNE LIGA Berlin

Die Kapuzinerkresse stammt aus den Anden. Trotzdem ist sie bei vielen unserer heimischen Insekten als Nahrungsquelle beliebt. Als unkomplizierte Kletterpflanze eignet sie sich gut für Balkone oder Kübel. Sie rankt sich an Spalieren empor oder kann ohne Kletterhilfe kriechend oder hängend schnell Kästen und Beete begrünen. Ihre Blüten und Blätter sind auch für Menschen essbar und sie wurden schon von den Inkas als Heilpflanze genutzt.

 

Garten-Rettich (Raphanus sativus)

Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Standort: sonnig
Boden: humusreich, mittelschwer
Insekten: Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge

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Der Garten-Rettich ist eine alte Kulturpflanze. Von welcher Wildart er abstammt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Auch Radieschen, Winterrettich und Ölrettich gehören der gleichen Art an und sind lediglich andere Unterarten. Beim Anbau im Garten geht es normalerweise um die Wurzel und die Pflanze kommt gar nicht erst zur Blüte. Lässt man aber einen Teil der Pflanzen stehen und blühen, tut man damit der Insektenwelt einen Gefallen: Die Blüten von Rettich, Radieschen und Co. liefern zahlreichen Insekten Nahrung. Außerdem können so Samen für das nächste Jahr gewonnen werden.

 

Juli

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit: Juni bis September
Standort: sonnig
Boden: leicht bis mittelschwer, trocken
Insekten: Wildbienen (z.B. Hosenbienen), Schwebfliegen

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Die Gemeine Wegwarte ist als Pionierpflanze eine der ersten, die neue Standorte, z.B. Brachflächen, besiedelt. In der Stadt ist sie oft an Straßen- und Wegrändern zu finden. Sie liebt es warm und sonnig und kommt an trockenen Stellen gut zurecht. Sie wird gern von Hummeln, anderen Wildbienen und Schwebfliegen aufgesucht. Die Wurzeln der Wegwarte werden zum Teil bis heute gemahlen und geröstet als Kaffee-Ersatz genutzt. Der Chicorée ist eine Zuchtform der Wildpflanze.

 

Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Standort: sonnig
Boden: feucht bis nass, humos, lehmig-tonig
Insekten: langrüsselige, Schmetterlinge und Bienen

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Die Kuckucks-Lichtnelke verdankt ihren Namen dem Aberglauben unserer Vorfahren, die sich die schaumartige , die oft an ihrem Stängel zu finden ist, nicht recht erklären konnten. Der Schaum, der im Volksmund auch als „Kuckucksspeichel“ bezeichnet wurde, war im Volksglauben vom Kuckuck verursacht, der mit dem Teufel gleichgemacht wurde. Diese Naturphänomene sind allerdings nichts weiter als die Nester der Schaumzikade, in denen die Zikadenlarven heranwachsen. Die Kuckucks-Lichtnelke hat einen tiefen Kelch, so dass nur langrüsselige Insekten wie Schmetterlinge und langrüsselige Bienen sie bestäuben können. Durch die zerteilten Kronblätter zieht sie besonders viel Aufmerksamkeit der Insekten auf sich.

 

Gemeiner Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Familie: Rosengewächse
Blütezeit: Juni-September
Standort: halbschattig bis sonnig
Boden: locker, durchlässig, kalkhaltig
Insekten: Schwebfliegen, Fliegen, Wildbienen

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Der gemeine Odermennig ist ein heimisches Wildkraut, das häufig auf Magerwiesen und an Waldrändern zu finden ist. Im Mittelalter war das Wildkraut sehr bekannt als Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden oder starkem Husten. Der Odermennig ist eine robuste ausdauernde Pflanze, die auch längere Hitzeperioden gut übersteht. Ihr reichliches Pollenangebot lockt verschiedene Insekten wie Schwebfliegen, Fliegen und Wildbienen an

 

 

Gewöhnlicher Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Blütezeit: Juni bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig, schattentolerant
Boden: nährstoffreich, durchlässig
Insekten: Fliegen, Wildbienen (u.a. Hummeln)

Der heimische Frauenmantel mit seinen vielen verschiedenen Arten zählt zu den am weitesten verbreiteten Gartenstauden. Er bildet schnell dichte Bestände, die teilweise bis in den frühen Herbst blühen, was Wildbienen und Fliegen freut. Natürlicherweise wächst der Gewöhnliche Frauenmantel zusammen mit anderen Frauenmantelarten auf Hochlandwiesen und Waldichtungen, was vermutlich durch willkürliche Kreuzungen zu den heute so verschiedenen zahlreichen Unterarten geführt hat. Er ist wegen seiner krampflösenden und schmerzlindernden Wirkung ein beliebtes Heilkraut bei Frauenleiden (Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden). Zur Herstellung von Tees sollten die Blätter des Frauenmantels vor der Blüte geerntet werden. Die Pflanze fand schon bei den alten Germanen Verwendung und wurde der Göttin Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit, Liebe und des Krieges geweiht, denn aus ihren Tränen soll sie entstanden sein. Die Römer taten es ihnen gleich und weihten sie der Venus.

 

Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: kalkhaltig, durchlässig, nährstoffarm
Insekten: Widderchen (Falter), Schachbrettfalter, Wildbienen u.a.                                          

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Die Tauben-Skabiose ist eine recht anspruchslose Pflanze, die am richtigen Standort keine Pflege benötigt. Sie wächst auf Wiesen, macht sich aber auch gut in Mauerkronen oder im Steingarten. Als alte Heilpflanze wurde sie früher innerlich bei Atembeschwerden angewendet und sollte den Stoffwechsel anregen. Die jungen Blätter der Tauben-Skabiose kann man zudem sehr gut im Salat verwenden.

 

 

Juni

Ausdauerndes Sandglöckchen (Jasione laevis)

Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig
Boden: kalkarm, dicht
Insekten: Wildbienen (z.B. Große Keulhornbiene, Schwarzglänzende Keulhornbiene)

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Das Ausdauernde Sandglöckchen ist eine heimische Staude, die im Schwarzwald und im Pfälzer Wald noch in der freien Natur vorkommen soll. Sie gehört zu den gefährdeten Arten und ist unter anderem ein wichtiger Pollenlieferant für die Große, die Gewöhnliche und die Schwarzglänzende Keulhornbiene, sowie für die Glänzende Schmalbiene. Die zierliche Pflanze ist recht wählerisch was ihren Standort betrifft und zieht kalkarme, sonnige Plätze vor. In einem Steingarten macht sie sich besonders gut.

 

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: mäßig feucht, leicht bis mittelschwer
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln

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Der Rote Fingerhut ist eine heimische zweijährige Pflanze, die häufig an Waldrändern oder auf Lichtungen zu finden ist. Auch im Garten fühlt sie sich an halbschattigen Plätzen wohl. Für Menschen ist der Fingerhut stark giftig und darf daher nicht im öffentlichen Raum oder an für Kinder und Haustiere zugängliche Stellen gepflanzt werden. In der richtigen Dosierung liefert er aber noch heute einen der wichtigsten Wirkstoffe für Herzmedikamente. Für Wildbienen, insbesondere Hummeln, ist er aber eine wertvolle Nahrungsquelle. Aufgrund des hohen Mineralstoffgehalts können seine Blätter gut als Gründüngung oder Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.

 

 

 

Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: Juni bis Juli
Standort: vollsonnig
Boden: durchlässig, nährstoffreich, nicht zu kalkreich, mäßig trocken
Insekten: Falter, Raupen (als Futterpflanze), Wildbienen inkl. Hummeln

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Früher wurde die giftige Ochsenzunge zur Gewinnung eines gelben Farbstoffs und als Heilpflanze in der Nähe von Siedlungen angebaut und konnte sich so gut ausbreiten. Die Blätter der Ochsenzunge sind namensgebend, da sie in ihrer Form an eine Ochsenzunge erinnern. Als Nahrungsquelle für Falter, Wildbienen und Hummeln ist der Pollen der Gemeinen Ochsenzunge wichtig, aber auch für die Raupen diverser (Eulen-)Falter ist sie als Futterquelle entscheidend.

 

Großes Immergrün (Vinca major)

Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Blütezeit: April bis Mai, ein zweites Mal im Herbst
Standort: schattig
Boden: mäßig kalkhaltig bis sauer, locker
Insekten: Bienen, Hummeln und Schwebfliegen

Das Große Immergrün ist ein hervorragender Bodendecker, der keine großen Ansprüche hat, außer dass er genug Wasser braucht. Wie der Name schon sagt, ist die Pflanze auch im Winter grün. Ursprünglich aus Vorderasien stammend, wächst das Große Immergrün vielerorts eingebürgert. Es ist von der Blüte übers Blatt bis zur Wurzel giftig. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen freut es, genau wie sein kleinerer Verwandter, allerdings sehr.

 

Mai

Schwarzer Senf (Brassica nigra)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: vollsonnig
Boden: warm und feucht
Insekten: Wildbienen, Käfer, Falter und Fliegen

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Schwarzer Senf ist eine der ältesten Gewürzpflanzen Mitteleuropas und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er trägt scharfe Samen, die eine verdauungsfördernde Wirkung haben. Er geht jedoch in der Speisesenfherstellung stark zurück, da andere Sorten milder sind. Als Heilpflanze wird Senf bei Bronchitis und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Wildbienen, Käfer und vielen  anderen Insekten dient Schwarzer Senf als Nahrungsquelle.

 

Herzblättrige Bergenie (Bergenia cordifolia)

Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Blütezeit: April und Mai
Standort: sonnig, halbschattig
Boden: lehmhaltig und humusreich, nährstoffreich, feucht, durchlässig
Insekten: Wildbienen, Schmetterlinge u.a.

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Wegen der großen Blätter und ihrer Robustheit sind Bergenien beliebte Bodendecker im Garten, Steingarten und an Teichufern. Sie ist eine ganzjährige robuste Staude, die 2017 aufgrund ihrer steigenden Beliebtheit zur Pflanze des Jahres gewählt wurde. Zwischen April und Mai öffnen sich die Blüten und locken erste Insekten an. Im Herbst überzeugt die Bergenie durch dekorative Rotfärbung.

 

 

Echter Beinwell (Symphytum grandiflorum)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Standort: sonnig
Boden: feucht, nähstoffreich und stickstoffhaltig, schwere Böde
Insekten: Falter (z.B. Weißlinge, Hauhechel-Bläuling)

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Der echte Beinwell braucht als heimische Wildpflanze kaum Pflege und ist häufig in Bauengärten zu finden. Man sollte beachten, dass seine lange Pfahlwurzel das Umpflanzen erschweren kann, wenn er einmal gepflanzt ist. Er lässt sich aber auch gut im Kübel halten. Schon Hildegard von Bingen fand, eine Beinwell-Salbe, aus den Wurzeln der Pflanze, helfe bei Verstauchungen, Prellungen und Muskelverspannungen. Tees aus Beinwellblättern helfen gegen Bronchialbeschwerden. Besonders Falter und Hummeln mit langen Rüsseln freuen sich über den Beinwell.

 

Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)

Familie: Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: halbschattig bis schattige Standorte
Boden: feuchte, durchlässige und humose Böden, nährstoffreich und kalkhaltig
Insekten: langrüsselige Insekten, Falter, Ameisen (Samen)

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Die Samen des Lerchensporns werden von Ameisen verbreitet  die, das fett- und  zuckerreiche Anhängsel (Elaiosom) am Samen fressen.  Das wiederum ist vorteilhaft für die Pflanze, da sie so weit entfernt von der Mutterpflanze eine neue Kolonie bilden kann. Die Pflanze ist vor allem an der Wurzel stark giftig. Sie blüht erst im vierten Jahr und ist mit reichlich Nektar vor allem bei langrüsseligen Insekten sehr beliebt. Hummeln kommen mit ihren kurzen Rüsseln nicht an den Nektar. Sie beißen die Blüten einfach von unten auf und saugen den Nektar, ohne die Pflanze zu bestäuben. Dieses Phänomen nennt man Nektarraub.

 

April

Berberitzen (Berberis-Arten)

Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: halbschattig bis sonnig
Boden: trocken bis frisch
Insekten: Wildbienen, Wespen, Fliegen, Käfer

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Die gelben Blüten der Berberitze ziehen unzählige Bienen, Fliegen und Käfer an. Für Vögel ist der stachelige Strauch ein toller Nistplatz, da er sie vor Katzen und andere Nesträubern schützt. Neben der als Garten- und Heckenpflanze beliebten Thungberg-Berberitze (Berberis thunbergii, Bild), eignet sich für die heimische Tierwelt besonders die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris), die zeitweise fast ausgerottet war, weil sie ein Zwischenwirt für Getreidekrankheiten ist.

 

Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)

Familie: Lippenblütler (Lamiceae)
Blütezeit: März bis Oktober
Standort: halbschattig
Boden: frische, nährstoffreiche, lockere, sandige Böden
Insekten: Wildbienen (inkl. Hummeln), Falter (ausgewachsene Tiere und Raupen, z.B. Achateule, Weißfleck-Widderchen), Großer Wollschweber, Ameisen (Samen)

© Marielle Kittmann, GRÜNE LIGA Berlin

Die Purpurrote Taubnessel ist eine Zeigerpflanze die stickstoffhaltige, nährstoffreiche Standorte anzeigt. Ihre Blätter können wunderbar als Wildgemüse in Salaten oder als Spinat zubereitet werden. Sie ist sehr schnellwüchsig und so können pro Jahr drei bis  vier Generationen möglich sein. Da sie eine wichtige Pflanze für frühfliegende nahrungssuchende Hummelköniginnen und Wildbienen ist, sollte man mit dem Sammeln aber lieber die zweite Generation im Jahr abwarten.

 

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: frisch, nährstoffreich, kalkreich
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln, Rote Mauerbiene), Falter

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Wie der Name schon verrät, sammelt die Platterbsen-Mörtelbiene ihre Pollen hauptsächlich von Platterbsen. Die Frühlings-Platterbse ist die erste blühende Platterbse des Jahres und liefert der Platterbsen-Mörtelbiene somit wichtige Nahrung bei ihren ersten Flügen.  Auch andere Insekten und Wildbienenarten, wie die Rote Mauerbiene, freuen sich über den Pollen der Frühlings-Platterbse.

 

 

Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile)

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Standort: sonnig
Boden: gut durchlässig, trocken und steinig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Falter

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Das Felsensteinkraut ist nicht zu anspruchsvoll und mag es gerne trocken und warm, ist also perfekt für Leute geeignet, die nicht viel Zeit zur Balkon- und Gartenpflege haben. Es macht sich toll in nährstoffarmen Böden oder an Natursteinmauern und bringt mit seinen vielen Blüten Stärkung für Hummel, Wildbiene, Falter und Co.

 

März

Traubenhyazinthe (Muscari-Arten)

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Blütezeit: März bis Mai   
Standort: sonnig, warm
Boden: locker, durchlässig, nicht zu feucht
Insekten: Wildbienen (u.a. Gehörnte Mauerbiene)

© GRÜNE LIGA Berlin

Die Gehörnte Mauerbiene beerntet die Traubenhyazinthe auf ihre eigene Weise. Dazu lässt sie den Pollenstaub, aus den Staubbeuteln der Blüte, auf ihren Vorderkopf rieseln und fängt ihn dort mit ihren Hörnchen auf.

 

 

 

 

 

Frühlings-Krokus (Crocus vernus)

Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig
Boden: nährstoffreich, frisch, durchlässig
Insekten: Wildbienen, Fliegen

© GRÜNE LIGA Berlin

Ursprünglich eher im Mittelmeerraum beheimatet, ist der Frühlings-Krokus verwildert fast überall in Deutschland zu finden. Er ist eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen im Jahr für frühfliegende Insekten wie Hummeln und Schwebfliegen.

 

 

 

 

Duftveilchen (Viola odorata)

Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Blütezeit: März bis April
Standort: lichter Schatten, halbschattig, unter Gehölzen
Boden: frisch, nährstoffreich
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln, Schmetterlinge (z.B. Distelfalter)

Vielen ist das Duftveilchen, wie schon sein Name verrät, wegen seines lieblichen Duftes bekannt. Doch nicht nur wir Menschen haben das wohlriechende Veilchen sehr gern, auch unsere geflügelten Mitbewohner finden Gefallen an ihm. Für früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten, wie den Distelfalter, ist es mit seinem süßen Nektar eine wichtige Nahrungsquelle.

 

 

Wiesenschlüsselblume (Primula veris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: März bis Mai
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffarm
Insekten: langrüsselige Hummeln und Falter, Raupenfutterpflanze für Tagfalter

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Die röhrenförmig verwachsenen Blütenkronen der Wiesenschlüsselblume sind perfekt geeignet für langrüsselige Hummeln und Falter, die sich von ihrem Nektar ernähren. Außerdem dient sie mehreren Tagfalterraupen, wie dem Schlüsselblumen-Würfelfalter, als Futterpflanze. Aber auch Nachtfalter, wie die Raupen der Silbergrauen Bandeule, fressen die Wiesenschlüsselblume gern. Die Loki-Schmidt-Stiftung erklärte die Wiesenschlüsselblume zur Blume des Jahres 2016, um auf sie und ihren drastischen Rückgang aufmerksam zu machen.

 

 

 

 

Gundermann (Glechoma hederacea)

Familie: Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Blütezeit: März bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig bis lehmig, mäßig feucht bis feucht
Insekten: Wildbienen (u.a. Pelzbiene), Falter, Käfer, Ameisen, Fliegen

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Der Gundermann ist eine heimische Waldstaude, die schon von den Römern und Germanen als Heilpflanze für Wunden und gegen Würmer verwendet wurde. Äußerlich angewendet hilft er bei Entzündungen.  Der Gundermann macht sich mit seinem würzigen Aroma gut in Salaten und auch unsere heimischen Insekten, z.B. die Pelzbiene und 21 Schmetterlingsarten wie der Aurora- und Zitronenfalter saugen gern seinen Nektar. Für Pferde und auch für Meerschweinchen und Hamster soll er allerdings giftig sein.

 

Februar

Gewöhnlicher Schneeglanz (Chionodoxa luciliae)

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Blütezeit: Februar bis April
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: trocken bis frisch, locker, steinig, lehmig
Insekten: Wildbienen (u.a. Hummeln), Wespen, Fliegen

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Die hübsche kleine Pflanze mit den blauen Blüten kommt ursprünglich aus dem Bozdag-Gebirge in der westlichen Türkei. Dort wächst sie in bis zu 2.000 Höhenmetern. Unsere heimischen Insekten freuen sich auch sehr über ihren frühen Pollen. Der gewöhnliche Schneeglanz vermehrt sich mit den Jahren selbst durch Brutzwiebeln, es ist also nach erstmaliger Pflanzung keine neue Aussaat notwendig.

 

Schwarze Nieswurz  (Helleborus niger)

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit: Februar bis April, manchmal schon ab November
Standort: halbschattig
Boden: schwer
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln und Falter

© GRÜNE LIGA Berlin

Die auch als Christrose bekannte Pflanze stammt aus den Alpen und ist in Deutschland nur in Bayern wirklich heimisch, aber als Zierpflanze sehr beliebt und ein wichtiger Winterblüher. Das Nektarium, eine Saftdrüse, die den Nektar ausscheidet, absorbiert an der Schwarzen Nieswurz UV-Licht, was sie für UV-sichtige Insekten wie Hummeln besonders anziehend macht. Am geeigneten Standort kann sie bis zu 25 Jahre alt werden.

 

Kissenprimel (Primula vulgaris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Blütezeit: Februar bis Mai
Standort: halbschattig
Boden: lehmig, frisch bis mäßig feucht
Insekten: Wildbienen inkl. Hummeln, Fliegen (u.a. Wollschweber), Falter, Käfer

© GRÜNE LIGA Berlin

Die einheimischen Primelarten wie die Kissenprimel produzieren besonders viel Nektar und Pollen und sind damit im Frühling besonders attraktiv für Insekten wie den Wollschweber oder Hummeln. Sie kommen sich gerne bedienen. In Deutschland und Österreich steht die wilde Kissenprimel als besonders geschützt auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als Zierpflanze ist sie in vielen Farben erhältlich.

 

Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Blütezeit: Februar bis Juli
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig, kiesig, mäßig trocken, frisch, locker
Insekten: Wildbienen, Falter und Hummeln

Auch wenn das flammende Käthchen ursprünglich in Madagaskar beheimatet ist, erfreut sich auch unsere heimische Insektenwelt an seinen zahlreichen Blüten. Gerade im Winter ist es als Zimmerpflanze beliebt, kann aber im Frühling nach draußen gestellt oder ausgepflanzt werden und liefert dann Wildbienen, Faltern und Hummeln ein gutes Nahrungsangebot.

 

Januar

Gewöhnliches Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)  
Blütezeit: Februar bis März
Standort: halbschattig
Boden: humusreich, locker, feucht
Insekten: Falter, Hummeln, Wildbienen

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Das Schneeglöckchen gehört zu den ersten Blütenpflanzen des Spätwinters. Da es aber nur noch äußerst selten in der freien Natur vorkommt, steht es in Deutschland unter Naturschutz. Vom frühen Blühen des Schneeglöckchens profitieren viele Insekten, wie Falter, Hummeln und Wildbienen in der noch sehr blütenarmen Zeit zum Jahresbeginn.

 


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