Gehölze

Gehölze sind Pflanzen, wie Bäume oder Sträucher, mit verholzten Stämmen und Ästen. Diese können bei der Hofgestaltung zu verschiedenen Zwecken genutzt werden. Sie können Schatten spenden, als Abgrenzung zwischen verschiedenen Bereichen des Hofes dienen oder unschöne Stellen verdecken.

Wer sich entschieden hat, seinen Hof mit Bäumen, Sträuchern oder einer Hecke zu bepflanzen, sollte vor dem Kauf eine Vorauswahl treffen. Empfehlenswert sind in erster Linie einheimische Arten, denn darauf sind einheimische Tiere und  Pflanzen eingestellt. So kann ein gut funktionierendes Ökosystem entstehen. Über die Anschaffung von Bäumen sollte man sich genaue Gedanken machen, denn ein Baum lebt sehr lange. Stehen in den nächsten Jahren bauliche Veränderungen an, die zum Beispiel die Lichtverhältnisse ändern, kann das den frühzeitigen Tod für den Baum bedeuten. Alle Hausbewohner sollten mit der Pflanzung einverstanden sein, damit der Baum nicht später wieder gefällt werden muss, weil er einigen Bewohnern das Licht nimmt.

Bäume

900 Jahre alte Eiche am Tegeler See, Foto: C. Pfeiffer
900 Jahre alte Eiche am Tegeler See, Foto: C. Pfeiffer

„Wenn du ein Jahr vorausdenkst, so setze einen Samen. Denkst du zehn Jahre voraus, so pflanze einen Baum.“
(Aus China, 500 v. Chr.)

Bäume sind seit Menschengedenken ein Symbol des Lebens, der Weisheit, der Fruchtbarkeit und der Kraft, da sie oft mehrere Generationen überdauern. Sie dienten als mystische und sogar heilige Orte, an denen Riten zelebriert wurden oder Gericht gehalten wurde.

Neben den mystischen Funktionen von Bäumen und der vielfältigen Verwendung ihres Holzes als Baumaterial und Brennstoff haben einige Bäume Inhaltsstoffe, die helfen, verschiedene Leiden zu mildern. So enthält zum Beispiel der Eukalyptusbaum den entzündungshemmenden Wirkstoff Cineol, der sich im Eukalyptusöl befindet. Die Blätter des Ginko enthalten Wirkstoffe, die die Durchblutung fördern und die geistige Leistungsfähigkeit steigern, und die Rinde des Lapachobaumes enthält Beta-Lapachon, das bei Erkältungen und Entzündungen hilft.


Warum einen Baum im eigenen Hof pflanzen?

Ebereschen sind aufgrund ihrer geringeren Höhe und Schattenverträglichkeit für viele Höfe gut geeignet
Ebereschen sind aufgrund ihrer geringeren Höhe und Schattenverträglichkeit für viele Höfe gut geeignet

Bäume haben vor allem bei der Verbesserung der Lebensbedingungen des Menschen im Siedlungsbereich eine wichtige Bedeutung: Sie reinigen die Atemluft, indem sie Staub und kleine Rußpartikel an ihren Blättern binden, dienen als Schattenspender und gleichen die Temperaturunterschiede um bis zu 6°C im Vergleich zur Temperatur der unbegrünten Umgebung aus. Bäume verdunsten durch die Spaltöffnungen auf der Unterseite der Blätter bis zu mehrere hundert Liter Wasser pro Tag. Sie verbessern dadurch die Luftqualität und begünstigen die Wolkenbildung nicht nur im städtischen Raum. Im belaubten Zustand dämpfen Bäume den Verkehrslärm, liefern den für Mensch und Tier lebensnotwendigen Sauerstoff und binden gleichzeitig das klimaschädliche Kohlendioxid. Bäume sind unverzichtbarer Lebensraum für zahlreiche Tierarten wie Specht, Eichelhäher, Eichhörnchen und Insekten.

Auswahl der Gehölze

Der eigentlichen Pflanzung geht die Auswahl der Baum- oder Strauchart voraus. Die sorgfältigste Pflanzung nützt nichts, wenn der Standort den Ansprüchen der gewählten Baumart nicht entspricht. Besonders zu beachten sind die Wasserversorgung, der Boden-pH-Wert (kalkreich oder kalkarm), die zu erwartende Bodenverdichtung durch das Betreten des Wurzelraumes, sowie der Nährstoffeintrag, z.B. durch Rasendüngung. Zu berücksichtigen ist auch, wieviel Platz der ausgewachsene Baum zukünftig einnehmen wird. Bei der Auswahl der passenden Bäume sollte denjenigen der Vorzug gegeben werden, die als Nahrungsspender für Tiere wie Vögel, Kleinsäuger oder Insekten dienen und nicht ausschließlich einen ästhetischen Zweck erfüllen.

Gehölze werden in Baumschulen in verschiedenen Qualitäten angeboten, meist als Wurzel-, Ballen- oder Containerware. Ohne Wurzelballen (Wurzelware) sind sie oft preisgünstiger und auch leichter zu transportieren. Sie vertragen jedoch keinen Frost und ihre Wurzeln trocknen durch einen fehlenden Wurzelballen schnell aus, was eine besondere Pflege nötig macht. Auch ist der Pflanzzeitraum wesentlich kleiner als bei Ware mit Ballen. Gehölze mit Wurzelballen oder im Container sind zwar wesentlich teurer, haben aber unempfindlichere Wurzeln, die durch den Ballen geschützt sind. In den frostfreien Monaten können sie jederzeit gepflanzt werden.
Wenn der Jungbaum vor der Pflanzung noch zwischengelagert wird, muss der Wurzelballen permanent feuchtgehalten werden. Hilfreich ist dabei, den Ballen oberflächlich einzugraben, bzw. ihn mit einer dünnen Schicht Erde zu bedecken.

Jüngere Gehölze gewöhnen sich rascher an den neuen Standort als größere. Vielfach wird die kleine Anfangsgröße durch kräftigeres Wachstum innerhalb weniger Jahre kompensiert. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass Stamm und Äste unverletzt sind. Astschnittstellen müssen klein sein und ringsherum gleichmäßige Überwallungswülste aufweisen. Wenn der Stamm zum Schutz gegen die Sonneneinstrahlung mit Jutebandagen umwickelt ist, sollten diese zur Kontrolle auf darunter befindliche Rindenverletzungen entfernt werden. Die stärkeren Wurzeln der Ballen- oder Containerpflanzen dürfen sich nicht ringeln und sollten sich strahlenförmig vom Stamm weg orientieren. Das ist wichtig, damit sie schnell eine große Bodenfläche erschließen und dem heranwachsenden Baum eine gute Stabilität geben.

Welcher Baum ist der richtige?

 

Welcher Strauch ist der richtige?
Sträucher können nach verschiedenen Gesichtspunkten ausgewählt werden:

Gehölze, die stark duften:
Rose, Jasmin, Magnolie, Flieder, Rhododendron, Gold-Johannisbeere, Anemonen-Waldrebe, Lavendel, Holunder, Goldregen (giftig!)

Vogelschutzgehölze:
Schmuck-Eberesche, Weiß-Dorn, Eibe, Apfelbeere, Sanddorn, Mahonie, Efeu, Kiefer, Feuerdorn

Wildfruchtgehölze:
Haselnuss, Holunder, Felsenbirne, Götterbaum, Kastanie (Edel-/Ess-), gewöhnlicher Trompetenbaum (giftig!), Pfaffenhütchen (giftig!), Johanniskraut, Hopfen, Europäische Lärche

Gehölze mit besonders auffälliger Blütenfarbe:
Rotdorn, Zierapfel, Sommerflieder, Fuchsie, Robinie, Blauregen/Glyzine

Besondere Gehölzformen:
Hängebirke, Pyramiden-Hainbuche, Säulen-Pappel, Sicheltanne (Hahnenkamm), Hänge-Kätzchen-Weide, Trauer-Wacholder, Kugel-Trompetenbaum (giftig!)

Blühzeit:
Blut-Johannisbeere (April), Schneeball (Mai-Juni), Besenheide/Sommerheide (September-November), Fingerstrauch (Juni-Oktober), Winter-Jasmin (Dezember-Februar), Flieder (Mai), Zaubernuss (Dezember-April)

Heckengehölze:
Hainbuche, Berberitzen, Strauchrose, Buchsbaum, Stechpalme, Liguster, Blaue Säulenzypresse, Gemeine Eibe (giftig!)

Bodendeckende Gehölze:
Immergrün, Teppich-Hartriegel, Preiselbeere, Brombeere, Zwerg-Rhododendron, Japanische Azalee, Glanz-Rose, Teppich-Wacholder, Kriech-Fichte

Gehölze für bestimmte Bodentypen:
Roter Hartriegel (feucht), Hunds-Rose (trocken), Zaubernuss (schwer, kalt), Sanddorn (trocken und sandig), Magnolie (Humus- oder Moorboden, kein Kalk!), Schwarzer Holunder (verträgt sowohl salz- als auch kalkhaltige Böden)



Standortwahl und Pflanzung für Sträucher und Bäume

Obwohl sich die folgenden Tipps größtenteils auf Bäume beziehen, gelten sie generell auch für Sträucher.

Felsenbirne im Herbstlaub in Gräserpflanzung

Beim Ausheben des Pflanzlochs sollte der gewachsene Mutterboden (Oberboden) separat neben der Baumgrube gelagert und später als oberster Füllboden wieder verwendet werden. Das Pflanzloch muss mindestens die doppelte Größe der Höhe und Breite des Wurzelballens haben und der natürlichen Lage der Wurzel ensprechen. Grundsätzlich gilt, je verdichteteter und nährstoffarmer ein Boden ist, desto mehr Volumen muss ein Pflanzloch haben, um zusätzlich Pflanzsubstrate in den Boden mit einbringen zu können. Die Grubenwände sollten vor dem Pflanzen zusätzlich gelockert werden, um das Andocken des Pflanzsubstrates an den gewachsenen Boden zu erleichtern. Das Pflanzsubstrat muss entsprechend der Beschaffenheit des vorhandenen Bodens verbessert werden. Bindig-schwere Böden, wie z.B. Lehmböden, werden mit grobem Sand gemischt, um u.a. die Durchlässigkeit für Luft und Wasser zu erhöhen. Leichtere (z.B. sandige) Böden werden mit einem Gemisch aus Lehm (50%), Kompost (40%) und Blähton (10%) aufgefüllt.

Der Wurzelballen wird von seiner Hülle befreit und verletzte Wurzeln mit einer scharfen Schere entfernt. Wenn Wurzeln gebogen sind, werden sie radial zum Stamm ausgerichtet, falls sie noch elastisch genug sind und nicht brechen.

Die Pflanztiefe muss dem ursprünglichen Bodenniveau entsprechen. Auf gar keinen Fall sollten Bäume zu tief gepflanzt werden, da ein großer Teil der lebensnotwendigen Feinwurzeln eines Baumes dicht unter der Bodenoberfläche zu finden ist.

Zu tief versenkte Feinwurzeln leiden an Sauerstoffmangel, werden fäuleanfällig und beeinträchtigen somit die ganze Baumentwicklung. Es gilt die Regel, dass ein 10 cm zu hoch gepflanzter Ballen richtiger sein kann, als ein 10 cm zu tief platzierter. Gehölze ohne Ballen sollten so gepflanzt werden, dass das Wurzelwerk in seinem natürlichem Habitus entsprechend in die Pflanzgrube gepflanzt wird. Starkes Biegen und Knicken der Hauptwurzeln ist zu vermeiden. Die Erde muss locker eingebracht und kann nach dem Verfüllen der Grube im feuchten Zustand angetreten werden.

Da die Aufnahme der Feuchtigkeit aus der umgebenden Erde nach dem Pflanzen nur sehr langsam erfolgt, sind die Wurzeln bei Wurzelware gründlich in Wasser zu tauchen. Wurzelballen müssen vor dem Pflanzen gründlich gewässert werden (nicht tauchen!). Bei großen Exemplaren am besten nach dem Platzieren im Pflanzloch und vor dem Verfüllen.

Frisch gepflanzte Bäume müssen mit Pfählen im Boden verankert werden. Das hilft, dem Baum Standfestigkeit zu geben und damit das Anwachsen zu erleichtern. Zum Anbinden genügt bei kleineren Bäumen bis 16 cm Stammumfang ein Pfahl. Dieser ist so tief in die Baumgrube zu schlagen, dass er dem Baum einen sicheren Halt bieten kann. Der Dreibock ist eine sichere Stütze bei Bäumen bis 25 cm Stammumfang. Das Anbinden der Pfähle erfolgt mit Kokosstricken, die jedes Jahr kontrolliert werden sollten.

Pflege der neu gepflanzten Gehölze
Die neu gepflanzten Gehölze müssen sehr gut gewässert werden, um die Wurzeln möglichst gut mit dem umgebenden Substrat zu verbinden und um ein Anwachsen der Wurzeln zu verbessern. Der weitere Wasserbedarf ist von der Bodenart, dem Wurzelwerk und der Witterung abhängig. Die Wasservorräte sind, z.B. auf Sandböden, schnell erschöpft. Zum Halten des Wassers im Bereich der Pflanzgrube kann ein Gießrand angelegt werden. Er sollte der Breite des Ballens oder Wurzelwerks entsprechen und kann an den Rändern bis zu 15 cm hoch sein.

Schädlingsbefall ist nicht gleich ein Grund zur Panik, die Giftspritze oft nicht notwendig. Im Normalfall werden sich schnell auch die richtigen Nützlinge ansiedeln und dafür sorgen, dass der Baum überleben kann. Diese Schäd- und Nützlinge bilden außerdem eine Futtergrundlage für Vögel und Fledermäuse. Sollten diese Nützlinge sich nicht selbst ansiedeln, besteht die Möglichkeit, die natürlichen Gegenspieler der Schädlinge zu kaufen. Ob Marienkäfer oder Schwebfliegen gegen Blattläuse, Raubmilben gegen Spinnmilben oder Schlupfwespen gegen weiße Fliegen. Es gibt für wirklich jeden Schädling einen natürlichen Gegenspieler, der den Einsatz von chemischen Spritzmitteln überflüssig macht.

Wenn man sich für einen Obstbaum entschieden hat, sollte man in Erfahrung bringen, ob sich in der Umgebung weitere Bäume dieser Art befinden. Die meisten Obstbäume (und viele andere auch) sind zweihäusig – das heißt, es gibt von einer Baumart männliche und weibliche Vertreter. Befindet sich kein anderer Baum des anderen Geschlechts in der Nähe, ist es den Bienen nicht möglich, die weiblichen Blüten zu befruchten. Der Baum wird demnach nie Früchte tragen.

Pflanzschnitt
Das Zurückschneiden der Pflanzen kann eine wichtige Maßnahme sein, um ein Auswuchern der Gehölze zu vermeiden. Bei Nutzgehölzen ist dies auch sinnvoll, wenn man den Ernteertrag steigern möchte. So zum Beispiel bei Apfelbäumen. Gehölze neigen dazu, ihre Triebe zum Licht zu neigen, so kommt es oft vor, dass viele dünne, lange Triebe in eine für den Baum oder Strauch ungünstige Lage wachsen. Diese sogenannten Wassertriebe sollten zum Teil entfernt werden, um das jeweilige Gehölz gleichmäßig vom Stamm über die Krone zu entwickeln.

Wann ist Pflanzzeit?
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Gehölze gepflanzt werden sollten, wenn kein Bodenfrost mehr zu erwarten und ausreichende Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist, so dass sich die Wurzeln schnell entwickeln können.
Gehölze, die in Töpfen gezogen wurden und noch jung sind, kann man über das ganze Jahr pflanzen, solange im Boden kein Frost ist. Größere Gehölze, wie sommergrüne Laubbäume und Sträucher, werden im Herbst und Frühjahr im laubfreien Zustand verpflanzt, möglichst nicht bei Bodenfrost.
Nadelbäume (Koniferen) können von April bis September gepflanzt werden, sie sollten jedoch nicht in gefrorenen Boden gesetzt werden. Immergrüne Pflanzen mit gestochenem Ballen (Kirschlorbeer, Fichten, Tannen, Thuja usw.) sollten erst Ende August bis Anfang September verpflanzt werden.


Tabelle über Gehölze


 

 

Mehr Informationen unter: http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/gartenelemente/hecke-aus-wildstraeuchern/


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