Himbeeren und Brombeeren

Leichte Pflege, reiche Erträge!

Einleitung

Himbeeren
Himbeeren, © volwi

Die Himbeere (Rubus ideaus) und die Brombeere (Rubus) gehören zu den Rosengewächsen. Sie wachsen noch heute wild als Unterholz im lichten Schutz von Sträuchern und Bäumen. Aber die Sträucher mit den süßen, fruchtigen Früchten finden immer öfter den Weg in unsere Gärten.
Bei den Himbeeren unterscheidet man zwischen ein-und zweimal tragenden Sorten. Zu den ertragreichsten einmal Tragenden gehören „Zeva 2“, „Schönemann“ und „Bulgarski Rubin“. Eine sehr geeignete zweimal Tragende Sorte ist „George“.

Brombeeren

Bei den Brombeeren unterscheidet man zwischen rankenden und aufrecht wachsenden Sorten. Die höchsten Erträge bringen in der Regel die rankenden Sorten. Zu empfehlen sind die ertragreichen „Theodor Reimers“, „Thornfree“ und „Thornless Evergreen“. Die aufrecht Wachsenden sind meist nicht so frostempfindlich wie „Wilson Frühe“ und „Taylors Fruchtbare“.

Bodenvorbereitung
Him-und Brombeeren bevorzugen durchlässigen und möglichst lehmhaltigen Boden. Schwere Böden müssen mithilfe von Kompost gelockert werden. Sandiger Boden kann mit Steinmehl und reichlich Kompost bindig gemacht werden. Beide Beerensorten benötigen eine ständige Mulchdecke (organische Materialen, z.B. Rindenmulch).

Auspflanzzeit
Himbeeren werden im Herbst oder im Frühling gepflanzt. Da die Wurzelausläufer nach allen Seiten austreiben, sollte zwischen den Pflanzen 40-60 cm Abstand eingehalten werden. Durch Ausgraben der Nebentriebe lassen die Bestände sich leicht selber vermehren.
Brombeeren müssen tiefer eingepflanzt werden. Um optimal Erträge zu erzielen, wird zwischen März und April gepflanzt. Brombeeren wachsen sehr kräftig und müssen deshalb sehr weit auseinandergesetzt werden. Aufrecht wachsende Sorten benötigen 1-1,5 m und rankende Sorten sogar 3-4 m Abstand voneinander. Vermehren lassen sich die Brombeeren ohne Probleme: durch einfaches Absenken und Ranken in die Erde drücken bilden sich an dieser Stelle Wurzeln. Die Jungpflanze wird dann abgetrennt, ausgegraben und neu eingepflanzt.

Pflanzenpflege
Die jungen Ruten der Himbeere werden an einen Zaun oder an ein einfaches Spalier gesetzt (zwei stabile Pfosten, zwischen denen zwei Drähte gespannt werden, wo die langen Triebe durchgezogen werden, reichen aus). Die Triebe der Himbeeren werden im Frühling auf ca. 5cm zurückgeschnitten. Nach der Ernte sind die abgetragenen Ruten komplett zurückzuschneiden. Bei den Jungtrieben bleiben nur ca. 5-7 starke Ruten stehen. Die Restlichen werden abgeschnitten. Wichtig ist eine gesunde Mulchdecke (ideal aus Laub, Hobelspänen, Nadelstreu oder Rindenabfällen), die regelmäßig erneuert wird.
Die Brombeerruten müssen direkt nach der Pflanzung auf 20-30 cm zurückgeschnitten werden. Brombeeren benötigen ein stabiles Rankengerüst und einen regelmäßigen Schnitt. Dazu werden zwischen zwei starken Pfosten Drähte gespannt, an die die Ranken befestigt werden. Sechs aus dem Wurzelstock sprießende Jungtriebe werden jährlich hochgebunden. Die Seitentriebe sollen im Hochsommer auf ein bis zwei Knospen gekürzt werden. Alle schwachen Zweige sind sofort zu entfernen.
Ein Brennessel-Jauche-Guß stärkt die Pflanzen und sorgt dafür, dass sie jahrelang gesund und ertragreich sind.

Krankheiten und Schädlinge
Die Himbeerrutenkrankheit ist eine Pilzinfektion, die in der Regel durch eine naturgemäße Bodenbedeckung vermieden werden kann. Bei Befall sollte die Pflanze jedoch verbrannt werden, um ein Ausbreiten auf andere Pflanzen zu verhindern.
Hinweise für den Brombeerbeerrost sind erst violettrote Flecken auf den Blättern und später orangerote bis hin zu schwarzen und braunen Sporenlager an den Blattunterseiten. Befallene Blätter sind zu vernichten.
Die Früchte der Himbeere und Brombeere können auch von Grauschimmel befallen werden. Dieser überzieht die Früchte mit einem grauen Belag. Vorbeugend sollten dichte Bestände gelichtet und die Pflanzen evtl. mit einem Knoblauchtee oder einem Brennnessel-Jauche-Guss besprüht werden.

Ernte
Die optimale Erntezeit für Himbeeren ist Ende Juni in den frühen Morgenstunden. Für den höchsten Geschmackswert werden die Früchte vollreif (wenn sie sich leicht lösen lassen) gepflückt.
Brombeeren sind erst im August reif. Hartreif sind sie für den Rohgenuss geeignet. Sobald sie weich und überreif sind, sollten sie sofort weiterverarbeitet werden.

 

Literatur:

„Das Grosse Garten Lexikon“, Südwest Verlag 1990

„Selbstversorgung aus dem Garten“ von John Seymour, Urania Verlag 2005

„Rat für jeden Gartentag“, Franz Böhmig, Neumann Verlag Leipzig 1982

„1mal1 des Bio-Gärtners“, Marie-Luise Kreuter, BLV Verlagsgesellschaft 1983


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