Biologischer Pflanzenschutz

Kleine Insektenherberge

Zahlreiche Pflanzenpräparate und Nützlinge helfen gegen die vielfältige Welt der Plagegeister wie Schnecken, Spinnmilben, Blattläuse und auch gegen Pflanzenkrankheiten und ermöglichen einen giftfreien Anbau von Obst und Gemüse. Pflanzen wie Ackerschachtelhalm, Brennnesseln, Farnkraut, Kamille, Tomate, Rainfarn, Knoblauch und Meerrettich wirken gegen Bakterien, Pilze und Insekten und schrecken größere Tiere wie z.B. Mäuse ab. Aber auch ein Insektenhotel, ein Reisighaufen für Igel oder ein Teich für Frösche kann helfen, die natürlichen Feinde vieler Pflanzenschädlinge anzusiedeln. Kräuterextrakte werden als Tee, Jauche, Auszug oder Brühe verwendet.

Schachtelhalm-Brühe

Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), auch Zinnkraut oder Katzenschwanz genannt, wirkt vorbeugend gegen Pilzkrankheiten und enthält viel Kieselsäure, das die Pflanzenzellen stärkt und sie so die Pflanzen widerstandsfähiger gegen das Eindringen von Pilzen macht.
Herstellung: Auf 10l Wasser verwendet man 1 kg frischen oder 150g getrockneten Schachtelhalm ohne Wurzeln. Die Pflanzen werden einen Tag lang in Wasser eingeweicht. Danach wird der Sud aufgekocht und muss 30min vor sich hin köcheln. Zum Schluss, nach dem Abkühlen, die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen.
Anwendung: 1:5 mit Regenwasser verdünnt als vorbeugendes Mittel gegen Pilze. Die Anwendung wird alle zwei bis drei Wochen wiederholt. Das Besprühen erfolgt am Besten vormittags bei Sonneneinstrahlung.

 

Marienkäfer

Marienkäfer auf einem Blatt
© volwi

Der Marienkäfer (Coccinellidae) ist für jeden Gärtner ein wahrer Segen. Immerhin gelten die Larven des berühmten Glücksbringers als die effektivste Alternative zu aggressiven chemischen Pflanzenschutzmitteln. Da eine einzige Marienkäferlarve täglich bis zu 150 Blattläuse frisst, ist die Ansiedlung von Marienkäferlarven eine wirkungsvolle Waffe gegen Blattläuse und bereitet vor allem Kindern großen Spaß.

Die grünen oder schwarzen, zwei Millimeter großen Blattläuse befallen mit Vorliebe junge Triebe und Knospen, sind aber auch oft auf der Unterseite von Blättern zu finden. Sie ernähren sich vom Saft, den sie aus der Pflanze saugen. Dabei scheiden Blattläuse große Mengen an zuckerhaltiger Lösung  aus, die andere Insekten anzieht.  Überdies ist diese Lösung auch ein idealer Nährboden für parasitäre Pilze, die die Pflanze zusätzlich schädigen.

Die Larven oder Eier können am einfachsten im Internet oder Fachhandel bestellt werden. Sie werden in Dosen mit Sägemehl oder an dünnen Papierblättchen befestigt, geliefert. Der gesamte Inhalt einer Dose wird an die von Blattläusen befallenen Pflanzen verteilt. Wenn dann die Larven schlüpfen, klettern sie auf die Pflanze und beginnen mit ihrer Arbeit.  Papierblättchen, auf denen die Eier haften, werden einfach an den Blättern der befallenen Pflanze angebracht. Dabei reichen schon zehn Larven für einen Rosenstrauch oder dreißig Larven für einen mittelgroßen Baum.


Alles rund ums giftfreie Gärtnern erfahren Sie auf der Wissensplattform: http://www.giftfreiesgaertnern.de/

 


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