Hecken

Foto: Hecke in Saum-, Mantel-, und Kernzone. © C. Pfeiffer, Hecke im Oderbruch
Foto: Hecke in Saum-, Mantel-, und Kernzone. © C. Pfeiffer, Hecke im Oderbruch

Das Wort Hecke stammt ursprünglich von dem althochdeutschen Wort „hegga“ (= hegen, einhegen) ab. Im Laufe der Zeit wurde daraus die Silbe „heck“ abgeleitet. Sie bedeutet „beschützen“ oder „behüten“ und beschreibt zugleich die Abgrenzung eines Ortes. Wir kennen Hecken meist als Begrenzung zum Nachbarn oder als Sichtschutz auf Grundstücken, oft sauber geschnitten und arm an Begleitvegetation. In der Feldflur werden unter dem Begriff Hecken Ansammlungen von Sträuchern und Bäumen unterschiedlicher Art verstanden, die stark miteinander verzweigt sind und dadurch eine natürliche Begrenzung bilden. Da Wildhecken meist linienförmig sind, z.B. entlang eines Weges oder neben einem Feld verlaufen, nennt man sie Linienbiotop.
Wildhecken sind meist nicht breiter als fünfzehn Meter, dennoch sind sie ein vielfältiger und notwendiger Lebensraum für Tiere in einer durch den Menschen gestalteten Landschaft. So gliedert sich eine wildwachsende Hecke in Saum-, Mantel- und Kernzone.

Der Heckensaum ist die der Heckenmantelzone vorgelagerte Wildkräuter- und Staudenflur, welche viele Insekten anzieht. Die Mantelzone einer Hecke besteht aus kleinen oder jungen austriebsfähigen Gehölzen, während die Kernzone einer Hecke aus hoch gewachsenen Büschen, Sträuchern und Bäumen besteht. Eine Hecke kann von der Saumzone über die Mantel- bis zur Kernzone bis zu 15 Metern breit werden.

Ökologische Wirkungen

Foto: Pflanzplan Vogelschutzhecke
Foto: Pflanzplan Vogelschutzhecke

Hecken sind Nahrungsbiotop für Insekten, Vögel und Säugetiere. Sie dienen als Niststandort genauso wie als Singwarte, Schlafplatz und Überwinterungsquartier. Hecken und Heckengehölze geben den in ihr lebenden Tieren Deckung, Schutz vor Witterung und Feinden. Sie sind Lebensraum für Lebewesen wie z.B. Laufkäfer, Erdkröte, Grasfrosch, Spitzmaus, Igel, Hermelin, Mauswiesel, Steinmarder, Kaninchen oder sogar den Fuchs. Hecken als Linienbiotope haben neben der Lebensraumfunktion auch eine Biotopverbundfunktion. Sie dienen Tieren als „Verbindungsweg“ zwischen zwei oder mehr Biotopen, z.B. zwischen zwei Wäldern, oder Zugvögeln als Orientierungshilfe auf ihrem Vogelzug. Aber nicht nur Tiere profitieren von der schützenden Funktion einer Hecke; Hecken halten den Wind ab, verringern die Bodenerosion und spenden Schatten.


Gestaltung

Foto: Vielfältige Heckenstruktur, © C. Pfeiffer
Foto: Vielfältige Heckenstruktur, © C. Pfeiffer

Um selber Hecken zu pflanzen oder bestehende Hecken weiterzuentwickeln, benötigt man einen Pflanzplan. Im Pflanzplan wird festgelegt, welche Arten auf dem zur Verfügung stehenden Platz gepflanzt werden können. Man geht dabei von ihrem maximalen Kronenumfang aus, den sie aus der Vogelperspektive haben. Von der Mitte ausgehend, werden zuerst die größten Gehölze in der Kernzone eingezeichnet und dann – in der Größe absteigend – die kleineren Gehölze der Mantel- und Saumzone. Bei der Heckenplanung ist gegebenenfalls ein Abstand zu benachbarten Privatgrundstücken zu wahren oder bei Nähe zu öffentlichem Straßenland die Verkehrsicherungspflicht zu beachten.


Freiwachsende Hecken im Siedlungsbereich

Große ungeschnittene Blütenhecken bestehen aus unterschiedlich hohen Kleinbäumen und Sträuchern mit einer Höhe zwischen 2 und 5 m. Im Wesentlichen behält man hier das Prinzip der mehrschichtigen, naturnahen Feldhecke bei, verzichtet aber auf allein einheimische Gehölze. Durch unterschiedlichste Züchtungen kann man so eine vielfarbige, zu verschiedenen Zeiten blühende Hecke erhalten. Die verschiedenen Höhen der Gehölze bieten zwar keinen hunderprozentigen Sichtschutz, doch wirken solche Kombinationen sehr lebendig. Folgende große Gehölze sind u.a. geeignet: Heckenkirsche, Schneeball, Forsythie, Felsenmispel, Kornelkirsche, Blaue Heckenkirsche, Felsenbirne, Zierapfel, Bogenflieder, Zierkirsche. Kleinere (Füll-) Gehölze: Fingerstrauch, Zwergspiersträucher, Zwergliguster.

Pflege und Pflanzung: Freiwachsende Hecken benötigen einen gut kultivierten, nährstoffreichen Boden. Ist dieser nicht vorhanden, sollte er vor der Pflanzung mit ausreichend Kompost, Torf oder Rindensubstrat verbessert werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich. Einzig die überalterten, mehrjährigen Triebe bestimmter Sträucher wie Goldglöckchen, Fingersträuchern, Zwergweigelie und Zwergspiersträuchern sind alle 2-3 Jahre zu entfernen. Dies ist auch nur notwendig, wenn die Blühfreudigkeit abnimmt.

Skizze kleine Blütenhecke

Für eine kleine Blütenhecke wird auf Bäume und Großsträucher verzichtet. Dadurch hat sie hat einen geringeren Platzbedarf mit einer maximalen Breite von 2,5 m und ist somit für auch kleinere Grundstücke geegnet. Für eine kleine Blütenhecke eigenen sich u.a. folgende Gehölze: Duftschneeball, Goldglöckchen, Spierstrauch, Kolkwitzie, Fingerstrauch, Zwergweigelie, Feuerdorn, Sauerdorn und Scheinkerrie.

Pflege und Pflanzung: Magere Sand- und Steinböden sollten vor der Pflanzung mit Gartenkompost aufgewertet werden. Die Strauchauswahl ist relativ anspruchslos. Nur beim Feuerdorn sollten bevorzugt resistente Sorten gepflanzt werden. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig. Einzig ein Auslichtungsschnitt für Spierstrauch und Fingerstrauch alle 2-3 Jahre erhöht die Blühfreudigkeit.

Blütenhecken mit Stauden verbinden die freiwachsende Hecke mit einer Staudenpflanzung und ahmen so die natürliche Hecke verbunden mit einer Krautschicht nach. Verwendet werden vor allem Wildstauden oder Sorten mit Wildcharakter, die bevorzugt am Gehölzrand oder unter Gehölzen wachsen. Sie gedeihen sowohl im Schatten als auch in der Sonne und vertragen Falllaub. Dazu gehören unter anderem: Bergaster, Storchschnabel, Graslilie, Gamanderehrenpreis, Knäuelglockenblume, Majoran, Rauer Alant und Diptam. Kombiniert werden können sie mit blühenden Gehölzen wie der Felsenbirne, Spierstrauch, Drehnadelkiefern, Schneeball, Goldregen (giftig!), Kolkwitzie, Felsenmispel und Fingerstrauch.

Pflege und Pflanzung: Die vorgeschlagenen Gehölze und Stauden sind vorwiegend kalkliebend. Bei der Pflanzung setzt man zuerst die großen Gehölze, dann die Stauden. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig.  Nur Spierstrauch und Fingerstrauch benötigen gelegentlich die Herausnahme älterer Triebe.

Geschnittene Hecken haben eher architektonische Bedeutung. Sie dienen zur Begrenzung von Räumen und Blickachsen, als Wind- und Sichtschutz. Da sich die Raumansprüche nach Bedarf einschränken lassen, sind sie vor allem auf kleineren Grundstücken sehr hilfreich. Geschnittene Hecken können Mauern oder Zäune ersetzen und unterliegen trotz geometrischer Formen optischen, farblichen und strukturellen Veränderungen im Wandel der Jahreszeiten. Die Auswahl der Gehölze für geschnittene Hecken ist nicht so groß wie für frei wachsende Hecken. Sie benötigen eine hohe Regenerationsfähigkeit, um nach dem Schnitt schnell wieder Triebe und Knospen zu bilden. Für Hecken, die höher als 2 m sind verwendet man u.a. Hainbuche und Feldahorn. Für Hecken mit einer Höhe zwischen 1-2 m verwendet man weniger stark wachsende Sträucher wie Liguster-Sorten.


Mehr Informationen zum Thema Hecke finden Sie hier:

http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/gartenelemente/hecke-aus-wildstraeuchern/


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