Gemüseanbau

Kapuzinerkresse im Einkaufswagen

Wer einmal die Früchte seines eigenen Gartens geerntet und gekostet hat, möchte dies nicht mehr missen. Knackige Möhren, aromatische Petersilie und Tomaten in den kuriosesten Farben und Formen sind vitaminreicher und – so auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet und biologisch angebaut wird – auch wesentlich gesünder und vitaminreicher als Supermarktgemüse.

Viele Gemüsepflanzen bieten auch im Juli und August eine letzte Chance zur Aussaat und gelangen noch in diesem Jahr zur Reife. So gedeihen verschiedene Salatsorten, einige Kohlsorten, Busch- und Stangenbohnen, bestimmte Zwiebelgewächse, Wurzelgemüse wie Möhren, Rettich und Herbstrüben sowie schnellwachsende einjährige Kräuter und Blumen. Für andere Pflanzen, die erst im Spätherbst erntereif sind oder keine Probleme mit dem Winter haben, beginnt jetzt die richtige Zeit der Saat, z.B. für Spinat, Feldsalat, Wintergetreide, mehrjährige oder überwinternde Kräuter und Blumen.

Salatbeet

 

Blattgemüse

Salate sind beliebte Blattgemüse. Die bekanntesten sind Kopfsalat, Eisbergsalat aber auch Pflücksalat. Sie schmecken von süß bis herb, sind dunkel, rot, gelb und grün und ihre Blattformen variieren von glatt, gewellt bis kraus. Salat wird entweder direkt ins Beet gesät und später vereinzelt oder zu Hause vorgezogen. Sät man alle zwei bis drei Wochen, hat man eine kontinuierliche Ernte.

Wurzelgemüse

Möhren oder auch Karotten können ähnlich wie Salat mehrfach im Jahr angesät werden, um eine Ernte über das ganze Jahr ermöglichen. Radieschen benötigen lockeren feuchten Boden und können im Abstand von 2 – 3 Wochen jeweils neu ausgesät werden. Sowohl bei Radieschen als auch bei Möhren darf nach dem Aufgehen der Saat das Verziehen nicht vergessen werden, um den Wurzeln entsprechenden  Platz zu verschaffen. Rettich gibt es in Sommer- und Wintervarianten.
Er ist schärfer als Radieschen und schmeckt besonders lecker roh in dünne Scheiben geschnitten und gesalzen. Der Saft des Winterrettichs soll, in Honig aufgelöst, eiwirkungsvolles Hustenmittel sein. Herbstrüben können im Herbst als Vorratsgemüse für den Winter angebaut werden. Schon acht Wochen nach der Aussaat ist eine Ernte möglich. Der Geschmack soll dem von Kohlrabi ähneln.

Kohl

Blumenkohl

Für den Kohlanbau wird ein gut mit Kompost gedüngter Boden benötigt. Das Gemüse wird vorgezogen und nach Erscheinen im sog. Vierblattstadium ausgepflanzt. Da Kohl zu den Starkzehrern gehört, sollte er nur alle 5 Jahre auf derselben Stelle angepflanzt werden. Viele Kohlsorten sind frostverträglich bis -5 Grad Celsius und können bis spät ins Jahr hinein geerntet werden. Für die späte Aussaat gut geeignet sind asiatische Kohl- und Blattgemüse, Abessinischer Kohl oder Stielmus (Namenia B. rapa var. Rapa)

Zwiebeln

Lauchzwiebeln bilden keine Verdickungen und werden (in geschützten Lagen sogar ganzjährig) als Frühlingszwiebeln geerntet. Knoblauch wird im Herbst für das nächste Jahr gesteckt. Die Ernte erfolgt erst im nächsten oder bei Vereinzelung auf 10 cm im übernächsten Jahr.

Hülsenfrüchte

Buschbohnen sind frostempfindlich, weswegen sie erst ab Ende Mai gesät werden. Ihre Standfestigkeit lässt sich durch Anhäufeln optimieren. Buschbohnen mit Fäden müssen vor dem Kochen entfädelt werden. Die zusätzliche Mühe wird belohnt: Sie schmecken aromatischer als die fadenlosen Sorten. Stangenbohnen sind kräftiger und lassen höhere Erträge als Buschbohnen erwarten.

Getreide

Wintergetreide wird im Spätsommer oder Herbst für die Ernte im nächsten Jahr gesät. Die Aussaat von Weizen erfolgt zwischen Ende August und Oktober. Die Körner werden flächig ausgesät und leicht eingeharkt.

Kräuter

Petersilie

Kerbel, Petersilie, Großblättrige Kresse und Löffelkraut gedeihen auch im Spätsommer und gelangen noch zur Erntereife vom Herbst bis zum Winter.


Neuanlage eines Gemüsegartens

Egal, ob Kleingarten, Gewächshaus, Hochbeet oder Balkon: einer ertragreichen Ernte geht eine gute Planung voraus. Ein Ort zum Gärtnern muss gefunden, der entsprechende Boden vorbereitet oder besorgt, für eine Wasseranschlussstelle gesorgt, Aussaatzeiten und Fruchtfolgen beachtet werden. Auch spielen die zur Verfügung stehende Zeit und die zu erwartende Erntemenge eine entscheidende Rolle.
Hat man eine größere Fläche, sollten zuerst Verlauf und Lage der Wege und der Ort des Komposthaufens (Schatten) festgelegt werden. Ist der Boden ungeeignet oder ein Beet soll rückenschonend zu bearbeiten sein, empfiehlt sich ein Hoch- oder Hügelbeet. Zäune und Hecken, aber auch einzelne Sträucher schützen vor Wind und zuviel Sonneneinstrahlung und schaffen ein Mikroklima.
Zu guter Letzt muss entschieden werden, welches Gemüse angepflanzt werden soll und welche Arten und Sorten sich gut vertragen oder begünstigen (Mischkultur und Fruchtfolge) und entsprechend dem Standort geeignet erscheinen.

Boden

Ein guter Boden ist Grundvoraussetzung für das Gedeihen der angebauten Früchte. Er liefert den Pflanzen die nötigen Nährstoffe und Wasser. Möchte man die vorhandene Erde im Hinterhof nutzen, sollte dem eine Bodenprobe vorrausgehen. Es besteht immer die Gefahr, dass Böden aufgrund vorheriger Nutzung mit Öl, Schwermetallen oder anderen Schadstoffen belastet sind. In diesem Fall, muss der Boden tiefgründig entsorgt und ausgetauscht werden. Ist das nicht möglich, oder möchte man auf Nummer sicher gehen, sollte man sich für ein Hoch- oder Hügelbeet oder für den Anbau in Kübeln o.ä. entscheiden.

Um Missverständnisse vorzubeugen, sei aber auch gesagt, dass ein kahler Boden auf einem Hinterhof nicht unbedingt mit Verseuchung gleichgesetzt werden muss. Entscheidend für das gute Gedeihen von Pflanzen sind auch die Lichtverhältnisse, die Wasserdurchlässigkeit bzw. Bodenverdichtung, im Hof stehende, alles dominierende Bäume wie Kastanie, Pappel oder Walnuss oder die Zusammensetzung des Bodens (Humusanteil, Schuttreste, Lehm).

Je nach anzuanpflanzender Gemüseart müssen Böden auch entsprechend ihren Ansprüchen vorbereitet werden. Pflanzen entziehen dem Boden Wasser und Nährstoffe. Diese müssen dann wieder regelmäßig zugeführt werden. Die beste Düngung ist die regelmäßige Gabe von Kompost. Aus selbst hergestelltem Kompost aus Garten- und Küchenabfällen fließen dem Garten immer wieder neue Kräfte zu. Natürliche Düngemittel für den Garten sind außerdem Hornspäne, Mist oder Pflanzenjauchen. Bedeckt man den Boden ganzjährig mit Mulch oder Gründüngungspflanzen, bewahrt man ihn vor Nährstoffauswaschung und Bodenabtragung. Zudem wird damit das Gedeihen nicht erwünschter Unkräuter und der Aufbau von Humus gefördert.

Boden oder Gartenerde kann man kaufen oder auch je nach Möglichkeit selbst herstellen. Kompostierungsfirmen, manchmal auch Gartenämter oder Friedhöfe bieten Böden in verschiedenen Qualitäten an. Generell wird in Kompost, Oberboden (mit Kompost gemischter Altboden) und Füllboden unterschieden. Für den Pflanzenanbau wird Oberboden benötigt. Soll ein Hochbeet befüllt werden, kann unten auch Grobkompost und oben erst Oberboden eingefüllt werden.

Detailierte Informationen zum Kompostieren finden Sie hier…

oder auch unter http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/sorten-2/


Gärtnern in Mischkulturen

Wie bereits erwähnt, haben die verschienden Gemüsesorten auch verschiedene Vorlieben, was den Boden, die Lichteinstrahlung, den Nährstoffverbrauch und den Wasserbedarf betrifft. Auch verträgt sich nicht jede Pflanze mit jeder. Andere wiederum, wie z.B. die Zwiebel, die bei den Möhren die Möhrenfliege vertreibt, der Mais, der der Kapuzinerkreisse als Kletterhilfe dient, der Sellerie, der die Kohlweißlinge vertreibt, der Knoblauch, der Paprika vor Pilzerkrankungen schützt, begünstigen sich gegenseitig.

Unterschieden werden Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer. Die jeweilige Gruppierung sagt etwas über die Intensität des Nährstoffverbrauchs aus. Diese Gruppen zu kennen, ist auch sehr vorteilhaft kleinen Flächen, wie zum Beispiel Hochbeeten, in denen sich im Laufe der Jahre die Nährstoffdichte verringert. Durch eine darauf abgestimmte Fruchfolge können die Erträge bis zu sieben Jahren hoch sein, bevor der Boden im Hochbeet komplett erneuert werden sollte.

Gründünger bedecken und schützen den Boden und reichern ihn mit Humus an. Sie werden als Vor- oder Nachfrucht verwendet oder ganzjährig auf Brachflächen angebaut. Sie kann später eingearbeitet, kompostiert oder als Mulch verwendet werden. Der Bienenfreund oder Phazelia ist zudem eine gute Bienen- und Schmetterlingsweide.

Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer Gründüngung
alle Kohlarten Zwiebeln Erbsen Buchweizen
Rote Rüben Möhren Bohnen Phazelia
Lauch Rote Beete Kräuter Senf
Kürbis Kohlrabi Winterroggen
Kartoffeln Melonen, Spinat Inkarnatklee
Sellerie Schwarzwurzeln Fahnenhafer
Gurken Radieschen Rauhweizen
Salate Rettich Sommerwicke
Paprika

Mehr Informationen zum Thema Mischkulturen : http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/mischkulturen/

Mehr Informationen zur Fruchtfolge : http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/mischkulturen/


Weitere Bezugsquellen für Saatgut und Informationen zum Gemüseanbau:

http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/sorten/

Dreschflegel
www.dreschflegel-saatgut.de
Vern e.V.
http://vern.de/

Mehr Informationen zum detailierten Anbau von:

Spinat

Salat

Mangold

Tomaten

Radieschen 

…oder unter http://www.giftfreiesgaertnern.de/gartenbox/wissenswertes/

Literatur:
Kreuter, Marie-Luise: 1×1 des Biogärtnerns, 1983, BLV Verlagsgesellschaft, München
Seymor, John: Selbstversorgung aus dem Garten, 2005, Urania Verlag, Stuttgart
v. Heynitz/Merckens: Das biologische Gartenbuch, 1982, Eugen Ulmer GmbH und & Co KG


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