Getreideanbau

Maispflanzen

Versorger der Menschheit

Alle Getreidesorten entwickelten sich ursprünglich aus Grasarten, die mittlerweile jedoch fast ganz ausgestorben sind. Da Grassamen zahlreich vorhanden, nahrhaft, weit verbreitet und leicht zu lagern sind, ist es verständlich, dass sie zur Hauptnahrung der Menschen wurden. Die meisten Gartenbesitzer glauben, der Getreideanbau würde sich nur auf großer Fläche und unter Einsatz kostspieliger Maschinen lohnen, aber sie irren sich, denn Getreideanbau ist auch auf kleinen Grundstücken möglich! Mit einer simplen Sichel kann gemäht, auf einer Stuhllehne gedroschen und gemahlen wird mit einer kleinen Handmühle. Es gibt nichts Befriedigenderes, als selbstzubereitetes, warmes, knuspriges Brot aus dem eigenen Ofen zu holen.


Bodenvorbereitung

Getreide ist so vielseitig, dass es sich fast auf der ganzen Welt anbauen lässt. In feuchten Tropenregionen wächst Reis, in trockenen Gebieten Hirse. In gemäßigten Klimazonen gedeiht auf schweren Böden Weizen, auf trockenen Sandböden Hafer und Gerste.

Weizen
Hartweizen wächst in warmen, trockenen Gebieten. Weichweizen allerdings nur in gemäßigten Klimazonen. Am besten eignet sich schwerer Lehm- oder sogar Tonboden. Kleine Erdschollen ermöglichen, dass Regen ablaufen kann und die Saat nicht ausgeschwemmt wird.

Hafer
Hafer liebt feuchtes Klima und schwere, saure sowie wenig durchlässige Böden.

Roggen
Roggen ist relativ resistent gegenüber kalten Wintern und sauren Böden. Optimal ist jedoch ein Anbau auf leichtem, sandigem Boden.

Gerste
Gerste verträgt auch kälteres und nasses Klima. Jedoch benötigt sie ein feines Saatbeet.

Zuckermais
Zuckermais fühlt sich am Besten in tiefem, gut drainiertem, humusreichem Lehmboden wohl. Ist der Boden mit viel Humus angereicht worden, kann man Zuckermais auch auf leichtem Sandboden anbauen. Der er vier Monate braucht, bis er geerntet werden kann, sollte man ihn früh genug aussähen und auf warmes, sonniges Wetter achten.


Aussaattermine

Weizen
In Regionen mit sehr kalten Wintern wird hauptsächlich der im Frühjahr ausgesäte Sommerweizen angebaut. Allerdings sind zu dieser Zeit die Verluste durch Vögel sehr groß, da diese im Frühling nur schwer Nahrung finden. Der sog. Winterweizen wird im Herbst ausgesät. Dieser wächst im vom Sommer erwärmten Boden, ruht im Winter und sprießt im Frühling. Sein Anbau ist aufgrund früherer und ertragreicherer Ernten zu empfehlen.

Nach dem Aussäen wird zur Lockerung der oberen Bodenschicht geeggt (harken) und danach gewalzt. Ausnahme: der Boden ist nass, dann sollte das Walzen unbedingt vermieden werden.

Hafer
In feuchten Regionen kann Hafer im Frühjahr ausgesät werden. In wärmeren Zonen wird die Wintersaat bevorzugt. Diese bringt reichere Erträge und wird seltener von der Fritfliege befallen. Allerdings wird hierbei die Ernte durch zahlreiche Vogelarten eingeschränkt. Wie beim Weizen wird erst geeggt und danach gewalzt.

Roggen
Im Herbst ausgesät, sprießt der Roggen im Frühling. Es besteht auch keine große Gefahr, dass die Ernte durch Krähen gefährdet wird. Eine zweite Aussaat kann mit vorherigem Pflügen im Sommer erfolgen.

Gerste
Die Gerste besitzt eine sehr kurze Entwicklungszeit, sodass sie bei einer Aussaat im Mai sogar noch reif wird. Zu beachten ist, dass der Boden schon warm und trocken ist.

Zuckermais
Der Zuckermais mindestens vier Monate braucht, bis er geerntet werden kann, sollte man ihn früh genug aussähen und auf warmes, sonniges Wetter achten. In Gebieten mit vorwiegend bedecktem Himmel sollte die Aussaat deshalb rechtzeitig erfolgen.


Pflanzenpflege

Weizen
Weizen, Foto: Stan Shebs/Wikipedia

Weizen
Die heranwachsende Saat unter 15 cm wird wieder geeggt. Die Lockerung des Bodens und Vernichtung verschiedener Unkräuter wirkt sich positiv auf die Ernte aus. Sollte der Winterweizen zu hoch stehen, kann er von Schafen im November bzw. im Februar/März abgeweidet oder ca. 10 cm über dem Boden abgemäht werden. Dadurch treiben die Pflanzen vermehrt aus und bringen mehr Ertrag. Wird er stehen gelassen, knickt er häufig durch die Last der Schneedecke ab und verfault darunter.

Roggen
Auch beim Roggenanbau ist ein winterliches Beweiden durch Schafe oder Kühe vorteilhaft für eine ausgiebige Ernte.

Gerste
Sowohl nach der Reihensaat, sowie nach der breitwürfigen Aussaat wird geeggt und gewalzt. Allgemein ist Gerste wie Weizen zu behandeln.

Zuckermais
Zuckermais sollte vor allem in dichten Blöcken angebaut werden, und weniger in langen Reihen, da die Bestäubung durch den Wind erfolgt und Pflanzen in Einzelreihen unbefruchtet bleiben. Der Stamm der Pflanze sollte während der Wachstumsperiode gelegentlich angehäufelt werden, da man somit mehr Stabilität und Standfestigkeit in der Reifezeit schafft.  Besonders in trockenen Gegenden sollte man darauf achten, den Mais nicht über lange Zeiträume ohne Wasser zu lassen, da er dies nicht verträgt.


Krankheiten und Schädlinge

Die Brachfliege befällt Winterweizen und Winterroggen. Dabei vergilben im Frühjahr die Herzblätter und lassen sich problemlos herausziehen. Nah der Bodenoberfläche können weiße Maden gefunden werden. Stark beschädigte Pflanzen müssen tief gepflügt werden.

Die Sattelmücke bevorzugt die verdickten Blattscheiden der Gerste. Die zunächst weißlichen, später orangeroten Larven entwickeln sich zu Mücken, die Anfang/Mitte Mai das Getreide anfliegen.

Gelbe und orangerote Weizengallmücke: Gelbe, orangerote madenförmige Mückenlarven, die an den Körnern saugen. Unter hohen Temperaturen schlüpfen dann Mitte Mai die Mücken.

Getreidehähnchen: Ab Mai zeigen sich streifige Fraßstellen hervorgerufen werden diese durch einen 4-5 mm großen, metallisch-blaugrünen Käfer mit rötlichem Kopf. Aber auch die nacktschneckenartigen Larven richten großflächigen Schaden an.

Ohrwurm: Dieser bohrt sich von den Spitzen in den Kolben. Beim Entdecken sollte man ihn sofort vernichten.

Mail-Beulenbrand: Hierbei handelt es sich um einen Pilz, durch welchen sich am Kolben große graue Beulen bilden. Die befallenen Pflanzen sollten verbrannt  und das Kraut der Pflanzen untergegraben oder kompostiert werden, da ansonsten die Gefahr einer Verbreitung des Pilzes besteht.


Ernte

Hafer
Der Hafer wird noch leicht grün mit Hilfe von Sichel, Sense, Mähmaschine oder Bindemäher geerntet. Danach soll er drei Wochen in Hocken aufgestellt werden, bis die Frucht restlos ausgetrocknet ist. Damit wird vermieden, dass das Lagergut fault.

Roggen
Roggen wird oftmals nur als Weide für Schafe und Kühe angebaut. Er wächst sehr schnell und bringt eine gute Ernte, die einmal im Frühjahr und außerdem auch im Winter zur Verfügung stehen kann. Der Roggen ist sehr früh zu ernten und wird in der Totreife –letztes Reifestadium, in der das Korn schon hart ist- gemäht. Reines Roggenbrot ist feucht, dunkel und sehr nahrhaft.

Gerste
Bei der Ernte sollte sie ausgereift und trocken sein. Sie wird wie Heu eingebracht, locker auf dem Boden getrocknet und immer wieder gewendet. Wird sie gebunden, so muss sie mindestens eine Woche auf dem Feld liegenbleiben. Gemäht wird nicht, bevor alle Ähren hängen, die Körner hart und die Schale gelb ist. Sie ist nicht nur gutes Viehfutter, sondern auch ein unverzichtbarer Grundstoff für den Brauprozess aller Biere.

Zuckermais
Färbt sich der weiße, seidige Büschel an der Spitze der Maiskolben braun, ist es Zeit zu ernten.


Literatur:

„Das neue Buch vom Leben auf dem Land“, John Seymour 2010

http://www.landwirtschaftskammer.de/

 


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