Ostdeutsches Umweltnetzwerk bleibt kämpferisch

Foto: ideengruen Markus Pichlmaier
Berlin, 09.02.2020: Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA hat am Freitagabend im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte sein 30-jähriges Jubiläum begangen. Unter den über 70 Gästen waren mit Prof. Dr. Michael Succow und Klaus Schlüter zwei ehemalige Minister, die in der letzten DDR-

Regierung aktiv den Grundstein für die Großschutzgebiete in den neuen Bundesländern legten. Die GRÜNE LIGA wurde am 3. Februar 1990 als Dachverband der DDR-Umweltgruppen gebildet, die in den Monaten davor wesentlich zur friedlichen Revolution beigetragen hatten.

Zu Beginn der Jubiläumsfeier unternahm eine Lesung von Originaltexten im Wechsel mit Liedern von Gerhard Gundermann (†) eine „Zeitreise“ in die Gründungsjahre. So heißt es in den 1994 beschlossenen Grundsätzen des Umweltnetzwerkes unter anderem kämpferisch: „Die Grüne Liga will vielmehr ein subversives Element in einem System sein, dass im allgemeinen als Sieger der Geschichte gilt“.
 
Der heutige Bundesvorsitzende der GRÜNEn LIGA René Schuster bekräftige: „Auch nach 30 Jahren tritt die Grüne Liga noch genau so kämpferisch für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ein“. Der Verband hat in der Vergangenheit gemeinsam mit weiteren Bündnispartnern das Bombodrom in der Wittstock-Ruppiner Heide verhindert. Erst vor wenigen Monaten brachte eine von GRÜNE LIGA und Deutscher Umwelthilfe erarbeitete Klage sogar den Braunkohletagebau Jänschwalde vorerst zum Stillstand. Im Dezember 2019 hat die GRÜNE LIGA zudem ein von der Abbaggerung bedrohtes Waldstück am Tagebau Nochten in Sachsen langfristig gepachtet.
 
Die Mitgliedsgruppen der GRÜNEN LIGA vor Ort setzen eigenständig ihre Schwerpunkte und decken so ein sehr breites Spektrum an Themen ab. Der Bundesverband will sich neben den Themen Wasserschutz, Braunkohle und Verkehrswende in der nächsten Zeit besonders dem Gesteinsabbau widmen: „Der Abbau von Kies, Sand und Gips ruft oft Protest der ansässigen Bevölkerung hervor, wie es beispielsweise in Mühlberg/Elbe seit Jahren zu beobachten ist. Der riesige Verbrauch an Ressourcen für den aktuellen Bauboom muss offen diskutiert werden.“ so Schuster. Zahlreiche Bürgerinitiativen arbeiten bereits im Netzwerk der Initiativgruppen Gesteinsabbau zusammen.
 
Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Michael Succow, Nestor der ostdeutschen Umweltbewegung und Träger des alternativen Nobelpreises, Daniela Setton, Transformationsforscherin am IASS Potsdam, Dr. Nils Franke, Umwelthistoriker und Kommunikationsforscher und René Schuster, Bundesvorsitzender der GRÜNEN LIGA, moderiert von Hellmuth Henneberg. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit www.klimareporter.de statt.
 
Quelle: Pressemitteilung GRÜNE LIGA Bundesverband

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