IGA-Campus – bald geht’s los

Aus DER RABE RALF Februar/März 2017, Seiten 22-23

Afrikanische Gärten, grüne Stadtlabore und Kunst für Kinder und Jugendliche

Die Internationale Gartenausstellung 2017 eröffnet am 13. April auf 104 Hektar Fläche im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Geboten wird ein erlebnisreiches halbes Jahr internationaler Gartenkunst und grüner urbaner Lebenskultur.

Schulklassen und Kitagruppen: Jetzt Veranstaltungen buchen

Mit der IGA beginnt auch der IGA-Campus: Am Osterwochenende gibt es Aktionstage mit internationalem Austausch und direkt nach den Osterferien starten die Erlebnis- und Mitmachprogramme im IGA-Klassenzimmer, die Kitas und alle Schultypen buchen können. Bis zu 15 Klassen oder Gruppen können gleichzeitig an jedem Schultag Angebote im Klassenzimmer des IGA-Campus wahrnehmen. Die Eintrittskarten berechtigen zum Besuch der gesamten IGA.

Bei 2.200 altersspezifischen Einzelveranstaltungen im IGA-Campus findet sich für jedes Interessengebiet und Lernziel ein passendes Angebot. Die Veranstaltungen dauern in der Regel 90 Minuten, daneben gibt es auch dreistündige und ganztägige Angebote. Die Anfangszeiten sind 9.30 Uhr, 11.30 Uhr oder 13.30 Uhr.

Es empfiehlt sich frühzeitig zu buchen: Zu Beginn des Jahres waren schon 500 Veranstaltungen ausgebucht.

Weitere Informationen: www.iga-berlin-2017.de/iga-campus

Schülerbeete in Berlin und aller Welt

Spannende Erfahrungen in der Natur oder eigenständiges Forschen und Experimentieren im Wissenslabor: Während der 186-tägigen Laufzeit bietet der IGA-Campus an jedem Tag ein umfangreiches Bildungsprogramm für Kitas und Schulen an. Neben den Einzelveranstaltungen im IGA-Klassenzimmer gibt es auch Programme und Projekte, die über den IGA-Campus hinausgehen.

Einzelne Projekte laufen bereits, andere werden während der IGA konkrete Formen annehmen. Seit Sommer 2016 plant das IGA-Campus-Team zusammen mit Schulen aus Marzahn-Hellersdorf Gartenbeete für einzelne Schulklassen oder schulische Arbeitsgruppen. Im Projektunterricht wurden Jungpflanzen und Samen ausgewählt und bestellt. Ab Mitte April werden sie in den Boden gebracht. Die beteiligten Schüler_innen werden während der Laufzeit der IGA regelmäßig auf den IGA-Campus kommen, um ihre Beete zu pflegen.

Neben den Schülerbeeten für lokale Schulen werden auf dem Campus modellhaft sechs internationale Schulgärten präsentiert. Diese Beete vermitteln den Besucher_innen eine Idee davon, welche Bedeutung Schulgärten überall auf der Welt haben. Im Zusammenhang mit den internationalen Schulgärten werden langfristige Kooperationen zu Schulen und Vereinen in Asien, Afrika und Südamerika aufgebaut.

Ein wichtiger Kooperationspartner ist die Organisation Slow Food mit dem Projekt „10.000 Gärten in Afrika“. Seit 2011 hat das Projekt über 2.600 Schul- und Gemeinschaftsgärten in 30 afrikanischen Ländern angelegt und insgesamt rund 50.000 Menschen angesprochen. Darüber hinaus beteiligen sich weltweit Zehntausende Mitglieder und Aktivisten. Nachdem das ursprüngliche Ziel des Projekts, „1.000 Gärten in Afrika“, Ende 2013 erreicht war, hat sich Slow Food entschieden, die Initiative mit einer neuen Herausforderung fortzusetzen. Das neue Ziel ist die Einrichtung von zehntausend Gemeinschafts- und Schulgärten! Die Aktivitäten auf dem IGA-Campus sollen einen Beitrag für die Errichtung von zwei neuen Schulgärten in Afrika leisten und damit die Idee der „10.000 Gärten“ unterstützen.

Begleitend zum Projekt internationale Schulgärten auf dem IGA-Campus erarbeiten die FH Potsdam (Fachbereich Design) sowie IGA und GRÜNE LIGA Berlin zurzeit eine Broschüre zu den Modellgärten. Beteiligt sind Experten aus Costa Rica, Kuba, Marokko, Äthiopien, Kenia und den Philippinen. Die Broschüre wird in einer Auflage von 1.000 Stück gedruckt und kostenfrei im IGA-Campus an interessierte Lehrer ausgegeben. Sie soll dazu anzuregen, sich intensiver mit Schulgärten, auseinanderzusetzen, auch im globalen Zusammenhang. Besonders freuen würden sich die Kooperationspartner über weitere Partnerschaften nach dem Slow-Food-Beispiel oder auch im Rahmen von Schulpartnerschaften.

Weitere Informationen: www.slowfood.de/10000_gaerten

Oasen der Großstadt

Die Programme und Projekte auf dem IGA-Campus sind nicht auf Natur- und Umweltthemen beschränkt. So haben die Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain” von Marzahn-Hellersdorf und die dortige Schreibwerkstatt für Jugendliche im vergangenen Jahr einen Schreibwettbewerb über „Oasen der Großstadt“ organisiert. Teilnehmen konnten Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 29 Jahren. Der Wettbewerb sollte den Blick der Öffentlichkeit auf das Großereignis IGA richten und auf den grünen Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf aufmerksam machen. Eingereicht werden konnten Arbeiten aller Genres in Lyrik und Prosa. Die Teilnahme war nicht auf Berliner_innen beschränkt. Der Masterplan zur Durchführung des Wettbewerbes wurde von sechs Mädchen aus der Schreibwerkstatt gemeinsam mit der IGA-Geschäftsführung und mit Unterstützung der GRÜNEN LIGA Berlin erarbeitet.

Einsendungen kamen aus ganz Deutschland sowie aus Mexiko, Polen, Österreich, Kroatien und der Schweiz. 83 Teilnehmer haben über ihre ganz persönliche Oase geschrieben. Die meisten davon dürfen sich nun auf ihren Text in einem richtigen Buch freuen. Außerdem warten attraktive Gewinne auf 18 Preisträger. Am 24. März findet die Jurysitzung statt, in der die Preisträger gekürt werden. Alle Texte, die es bis dorthin geschafft haben, werden in einem Buch veröffentlicht. Die Preisverleihung wird am 29. April um 15 Uhr auf der Internationalen Gartenausstellung stattfinden. Als Schirmherr konnte Tim Renner gewonnen werden. In der Jury wirken Horst Evers und Tanja Steinlechner mit, die auch den Hauptpreis – eine Autorenausbildung – zur Verfügung stellen wird.

Weitere Informationen: www.oasendergrossstadt.wordpress.com

Big Picnic: Ein Picknickkorb voller Ideen

Der IGA-Campus kooperiert mit zwei großen EU-Forschungsprojekten: „Big Picnic“ und „Green Surge“ bieten einzelne Veranstaltungen und Führungen im Rahmen des Bildungsprogramms des IGA-Campus an.

Der Botanische Garten Berlin beteiligt sich am groß angelegten EU-Projekt „Big Picnic“. Im Mittelpunkt steht die Nahrungssicherheit und damit die für uns alle entscheidende Zukunftsfrage, wie die wachsende Menschheit auch morgen ausreichend mit Nahrung versorgt werden kann. „Big Picnic“ möchte ein Bewusstsein für Fragen künftiger Ernährung wecken und eine Diskussion darüber anregen, in welcher Weise dies unsere eigene Gesellschaft betrifft.

In dem Projekt kooperieren insgesamt 14 Botanische Gärten in Europa und ein Garten in Uganda. Botanische Gärten sind gern zur Erholung besuchte Orte, gleichzeitig sind es Forschungseinrichtungen mit Bildungsauftrag, die einer breiten Öffentlichkeit Informationen zur Verfügung stellen. Sie bieten daher vielfältige Möglichkeiten, Fragen der Nahrungssicherheit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Jeder teilnehmende Garten entwickelt eine eigene mobile Ausstellung zum Mitmachen, die an verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb der Botanischen Gärten präsentiert wird. Erste Arbeitsergebnisse des Botanischen Gartens Berlin sind vorab auf dem IGA-Campus zu sehen.

Die offizielle Webseite für das Gesamtprojekt ist im Werden. In unserer nächsten Ausgabe berichten wir ausführlich über Big Picnic.

Green Surge: Die grünen Stadtlabore

Green Surge ist ein EU-Projekt, das unterschiedliche Facetten urbaner grüner Infrastruktur und Biodiversität als konzeptionelle Grundlage für Stadtplanungen erfassen und weiterentwickeln will. Das transdisziplinäre Forschungsprojekt arbeitet in 20 Modellstädten und läuft von 2013 bis 2017.

Um einzelnen Fragestellungen nachzugehen und die Zusammenarbeit mit lokalen Beteiligten zu vertiefen, wurden in den Städten Berlin, Bari, Edinburgh, Ljubljana und Malmö Stadtlabore eingerichtet. Das Berliner Stadtlabor wird vom Fachgebiet Ökosystemkunde der TU Berlin geleitet.

Im Berliner Stadtlabor geht es vor allem um die Wahrnehmung und Wertschätzung der Biodiversität städtischer Grünflächen in Abhängigkeit von unterschiedlichen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen. Für diese „biokulturelle Diversität“ sammelt das Stadtlabor gemeinsam mit lokalen Akteuren vorbildhafte Beispiele der Planung, Entwicklung und Nutzung urbaner grüner Infrastrukturen.

An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und gelebter Stadtentwicklung unterstützt Green Surge das Projekt „Essbare Schule“ an der Caspar-David-Friedrich Oberschule in Hellersdorf. Im Austausch zwischen Forschung und „echtem Leben“ entwickelten Schüler_innen der Schule und Studierende der TU Berlin gemeinsam ein Nutzungskonzept für den benachbarten Brachengarten und integrierten Biodiversitätsaspekte in das Schulgartenkonzept.

Weitere Informationen: www.greensurge.eu

Wuhle-Werft: Werkstatt für Ökologie und Kunst

Der IGA-Campus veranstaltet Projekttage oder -wochen, um die Kommunikation zwischen Kunst und Ökologie erlebbar zu machen. Seit Herbst 2016 sind bereits vier Schulen aus Marzahn-Hellersdorf in die Projektarbeit einbezogen. Vorbereitende Unterrichtseinheiten vermitteln den Schüler_innen einen Zugang zur Umwelt sowie zur künstlerischen Umsetzung eigener Ideen. Es werden Projekte realisiert, in denen Kunst und Ökologie sich miteinander „unterhalten“. Unter Anleitung der Künstler Birgit Schöne und Berbo Thierfelder entstehen Kunst-Objekte, Installationen und Performances.

Beispielsweise werden Recyclingmaterialien und Kräfte, die die Natur liefert, in Klang, Musik, Licht- und Wasserspiele umgewandelt. Es entstehen Bio-Inseln auf Rädern und weitere Installationen, die an keinen festen Standort gebunden sind. Sie können im eigenen Kiez, in der Schule und bei wirksamen Aktionen in ganz Berlin gezeigt werden. Dank der Kraft ihrer Phantasie begeben sich die Teilnehmer_innen auf Expeditionen und schöpferische Reisen. Ausgehend von der Wuhle-Werft am Wuhleteich kann es dann bis in die Südsee gehen.

Ulrich Nowikow

IGA-Campus – was, wo, wie

Der IGA-Campus befindet sich südlich des Kienbergs. Das neu errichtete Umweltbildungszentrum (UBZ) liegt direkt am Wuhleteich. Der IGA-Campus ist am besten über die U-Bahn Station Kienberg (Gärten der Welt) erreichbar. Die Fahrzeit vom Alexanderplatz mit der U5 beträgt genau 30 Minuten.

Buchung von IGA-Klassenzimmer-Veranstaltungen

1. Im Menü der IGA-Website www.iga-berlin-2017.de den IGA-Campus anklicken und auf der Seite nach unten scrollen bis zum Veranstaltungskalender.

2. In der Kalenderansicht den gesuchten Zeitraum einstellen und dann nach weiteren Kriterien filtern.

3. Zum Buchen auf den blauen Button klicken. Es erscheint zunächst eine Seite mit detaillierten Informationen zur Veranstaltung und bei erneutem Klicken auf den blauen Button das Buchungsformular.

Insgesamt können ca. 2.200 Einzelveranstaltungen für Kitagruppen und Schulklassen gebucht werden, außerdem Lehrerfortbildungen. Bis zur Drucklegung Anfang Februar wurden etwa 500 Veranstaltungen gebucht.

Auf dem IGA-Campus gibt es 15 Veranstaltungsorte – die grünen Klassenzimmer. Nur ein kleiner Teil – das UBZ, der Pavillon und der Folientunnel – sind geschlossene Räume und entsprechend wetterfest. Die anderen Orte sind in der Natur. Besucher sollten also unbedingt dem Wetter entsprechende Kleidung mitbringen und auch Regenkleidung dabeihaben.

www.iga-berlin-2017.de/iga-campus

Wichtige Daten

Eröffnung: 13. April

Erster Veranstaltungstag IGA-Klassenzimmer: 19. April

Erste Aktionstage im IGA-Campus mit Angeboten für die ganze Familie:

zur Eröffnung am 13. April

an den Ostertagen vom 14.-17. April

Schulgartentag am 23. Mai


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