Rettet den Raben Ralf!

Aus DER RABE RALF Dezember 2023 / Januar 2024, Seite 3

Berlins letzte Umweltzeitung steht vor dem Aus

Grafik: Luwie

Wer diese Zeitung aufschlägt, stellt schnell fest, dass hier tiefgründiger, unabhängiger und engagierter Umweltjournalismus geboten wird. Seit 1990 wird der Rabe Ralf von der Grünen Liga Berlin herausgegeben. Dieses „Netzwerk ökologischer Bewegung“ hat wie der Rabe seine Wurzeln in der kritischen DDR-Umweltbewegung und trägt die Zeitung seit über 30 Jahren. Jetzt steht das Demokratie- und Umweltbildungsprojekt Rabe Ralf – inzwischen eines der letzten Kinder der Wende – vor dem Aus.

Mit vielen Höhen und Tiefen steht der Verein nach den Corona-Jahren aufgrund der anhaltenden Inflation und gestiegener Kosten für Druck und Vertrieb der Zeitung vor enormen finanziellen Herausforderungen. Die über 50-prozentige Teilfinanzierung des Raben Ralf aus Vereinsmitteln ist für die Grüne Liga Berlin nicht länger möglich. Deshalb braucht das einzige umweltpolitische Periodikum der Hauptstadt Ihre Unterstützung. Bis Mitte 2024 wird eine mittelfristige Finanzierung für den Raben Ralf benötigt, um die Schließung der Redaktion zum Jahresende 2024 zu verhindern. Wir brauchen etwa 20.000 Euro pro Jahr und der Rabe fliegt weiter!

Demokratisches Mitmachprojekt

Inmitten des allgegenwärtigen Zeitungssterbens grenzt es fast an ein Wunder, dass ausgerechnet eine Zeitung, die kostenlos gelesen werden kann, seit über 30 Jahren weiterbesteht. Das ist möglich, weil alle Autorinnen und Autoren auf ein Honorar verzichten und die Redaktion ihre Arbeit mit einem großen ehrenamtlichen Anteil leistet. Der Rabe Ralf lebt, weil er von Engagierten getragen wird.

Dem Raben gelingt dabei etwas, was immer schwieriger wird: Er erreicht Menschen, die kaum Zugang zu Themen wie Umweltschutz oder demokratische Teilhabe finden. Die Zeitung liegt als kostenfreies Angebot an vielen Orten aus, wo Menschen zusammenkommen. Sie ist unabhängig vom Geldbeutel, von Herkunft, Geschlecht oder Bildung verfügbar. Über kontroverse gesellschaftliche Themen – wie Friedenspolitik, Gendern, Ökologie von rechts, Zukunft der Arbeit – wird im Raben Ralf offen diskutiert, wobei antidemokratische Stereotype nicht bedient, sondern kritisch analysiert werden.

„Basisdemokratie“ und „Graswurzelbewegung“ sind beim Raben Ralf gelebte und progressiv ausgefüllte Tradition. Durch die redaktionellen Beteiligungsmöglichkeiten, die Engagement-Angebote und die kritische Redaktion leistet der Rabe einen einzigartigen Beitrag zur demokratischen Teilhabe.

Journalismus mit Wirkung

Mitunter zeigen die Texte auch Wirkung. So wurde seit 2005 im Raben Ralf immer wieder an die jüdischen Naturschützer Max Hilzheimer und Benno Wolf und den geschichtsvergessenen Umgang mit ihnen erinnert. Hilzheimer war bis 1936 der erste amtliche Naturschützer Berlins. Der Rabe Ralf machte öffentlich, dass der Namensgeber des seit 1988 verliehenen Berliner Naturschutzpreises, Victor Wendland, in der Nachkriegszeit die Rehabilitierung Hilzheimers verhindert hatte.

Und als in diesem Frühjahr der Rabe Ralf in einer Titelgeschichte darüber berichtete, dass der Berliner Senat mit dem geplanten Ausbau des Friedhofs Gatow die Tötung geschützter Zauneidechsen in Kauf nehmen würde, wurde der Ausbau gestoppt und ein Umsiedlungsprogramm entwickelt. Der Rabe konnte die protestierenden und klagenden Umweltverbände durch die Schaffung von Aufmerksamkeit bei ihrem Erfolg unterstützen.

Bitte helfen Sie uns!

Sollte die Redaktion des Raben Ralf im Dezember 2024 schließen müssen, würde damit ein gelebtes Beispiel für unabhängigen Umweltjournalismus verlorengehen. In einer Zeit, in der antidemokratische Bewegungen erstarken, sollten Instrumente demokratischer Teilhabe gestärkt werden, die das Vertrauen in demokratische Strukturen stützen. Der Grünen Liga Berlin ist dies jedoch nicht mehr allein möglich. Deshalb braucht der Rabe Ralf für sein Weiterbestehen und seine Entwicklung unter den Bedingungen der Digitalisierung finanzielle Unterstützung.

Ich bitte Sie ebenso herzlich wie dringlich: Helfen Sie uns, den Raben Ralf zu retten! Alle Formen der Unterstützung, von regelmäßigen Spenden und Anzeigen über Förderabonnements bis zu Expertise im Fundraising, sind herzlich willkommen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Rabe-Ralf-Redaktion oder der Geschäftsführung der Grünen Liga Berlin auf.

Leif Miller
Vorstandvorsitzender der Grünen Liga Berlin e.V. und Mitglied der ersten Rabe-Ralf-Redaktion

Abo-Bestellseite, Spendenseite und Anzeigenpreisliste: raberalf.grueneliga-berlin.de
Betterplace-Spendenseite: betterplace.org/projects/86472


Stimmen zur Raben-Rettung

„Der Rabe Ralf ist eine ganz erstaunliche Zeitung. Ich finde ihn zuverlässig in meinem kleinen Bioladen und bin immer überrascht, wie breit und vielfältig das Themenspektrum ist, ohne beliebig zu sein oder Öko-Blendern auf den Leim zu gehen.“
Simone Weist, Berlin-Lichtenberg

„Hier wird in einem außergewöhnlichen Spektrum eine Vielzahl von Inhalten behandelt, und es ist gerade diese Mischung aus dem Engagement für die Umwelt – regional und global – über Detailthemen der Tier- und Pflanzenwelt bis hin zu besonderen Küchen, nicht zu vergessen die Artikel zu wichtigen historischen Vorkämpferpersönlichkeiten, durch die der Rabe Ralf nicht nur politisch so relevant, sondern für den Leser auch so anregend wird.“
Franziska Bollerey, Professorin für Geschichte der Architektur und des Städtebaus an der TU Delft

„Der Rabe Ralf ist wichtig, weil er eines der fundiertesten Umweltmagazine verkörpert. Auch für Personen, die fernab von Berlin ihr Dasein fristen, ist die Lektüre extrem bereichernd. Das liegt zum einen daran, dass Ralf sich im Umweltbereich vielschichtiger journalistischer Kompetenzen erfreut, die ihresgleichen suchen. Zum anderen bietet er spannende Interviews, Porträts und tiefere theoretische Analysen.“
Niko Paech, Professor an der Universität Siegen, Begründer der Postwachstumsökonomie

„Den ‚Raben Ralf‘ habe ich erst vor einigen Jahren kennengelernt. Die Zeitung hat mir gefallen, weil sie offen ist für Themen, für die in anderen Zeitungen kaum mehr ein Platz ist. Es ist die Mischung aus politischen Analysen, die durchaus auf unterschiedliche linke Traditionen Bezug nehmen, dem Blick auf soziale Schieflagen in unserer Gesellschaft und die Werbung für ein Leben, das sich um Autonomie gerade in der Ernährung bemüht. Deshalb: Macht weiter so.“
Onno Poppinga, Professor für Ökologische Agrarwissenschaften

„Als Nicht-Berliner, der allerdings recht oft die Hauptstadt besucht, bin ich besonders froh über den ‚Raben Ralf‘. Ich bekomme hier Informationen über die Berliner Umwelt- und Klimadebatte, die ich anderswo nicht lesen kann. Der Rabe Ralf muss weiterleben!“
Joachim Wille, langjähriger Umweltredakteur der Frankfurter Rundschau, Chefredakteur von klimareporter.de

„Ich habe ‚Der Rabe Ralf‘ abonniert, um mich, auf dem Land lebend, über aktuelle ökologische und politische Diskussionen zu informieren. Besonders wichtig sind die Berichte über die Auswirkungen der Klimadiskussion auf die Völker des Südens und die vielen Anregungen durch Buchrezensionen und dargestellte Lebensläufe.“
Ruth Lutz-Preiskorn, Steinbergkirche, Kreis Schleswig-Flensburg

„Es ist erstaunlich, wie viele gut recherchierte Themen mit Tiefgang die Redaktion in diese kleine, angenehm handliche Zeitung bringt und sie dadurch groß macht. Mit Umsicht bringt der Rabe Ralf Zusammenhänge in die Weltpolitik, in Menschenrechts- und Ethikfragen. Alles ist in der Mischung interessant, mutig und zudem mit sparsamen Mitteln auch sehr lebendig gestaltet.“
Hartmut Sommerschuh, Journalist, Potsdam

„Unsere lokalen vergleichbaren Bewegungszeitungen in Dortmund sind schon lange ausgestorben – der Rabe gibt uns die gleichen Vibes. Es ist einfach wundervoll, dass ihr die Tradition der lokalen Bewegungszeitungen in einer solchen Riesenauflage aufrechterhaltet, das darf unter keinen Umständen verloren gehen. Gerade in diesen Zeiten brauchen wir doch mehr anstatt weniger Gegenöffentlichkeit. Also durchhalten!“
Marian und Joshua, „Übertage“-Podcast, Dortmund

„Gedruckt wird eine Zeitung mehr gelesen als online angeklickt, wo man oft nur die Überschriften wahrnimmt. Ich mag auch das Layout der Zeitung, den Raben-Titel mit wechselnden Farben.“
Dana Jestel, Autorin, Berlin

„Gerade in Zeiten der Klimakrise ist eine Zeitung wie ‚Der Rabe Ralf‘ wichtig, weil dort Positionen diskutiert werden, die sich nicht im grünen Kapitalismus erschöpfen. Wir brauchen mehr solcher Medien. Daher muss ‚Der Rabe Ralf‘ weiterbestehen.“
Peter Nowak, freier Journalist, Berlin

„In einer Zeit der Klimakrise und des Artensterbens, wo der Wert der Natur für unsere Zukunft gar nicht hoch genug geschätzt werden kann, wäre der Absturz des Raben Ralf ein fatales Zeichen. Für die Vernetzung und Verständigung Umweltengagierter und -interessierter ist eine Zeitung, die es auch noch gedruckt gibt, unverzichtbar. Deswegen muss der Rabe seine Flügel weiter ausbreiten können.“
Jörg Staude, Wirtschafts- und Umweltjournalist, Redakteur bei klimareporter.de, Berlin

„Die Spree entspringt nicht in Berlin und deshalb schaut der Rabe Ralf auch immer über den Tellerrand zu uns in die Lausitz. Macht das bitte weiter möglich!“
René Schuster, Umweltgruppe Cottbus, Bundesvorsitzender der Grünen Liga

„Ich verschenke den Raben Ralf an jemanden, der sich seit Jahrzehnten für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Politik interessiert und dazu beiträgt, dass sich einige Menschen mehr Gedanken darüber machen. Das Thema selbst liegt mir ebenfalls seit meinen Teenagerzeiten am Herzen und ich konnte in den letzten Jahren mithilfe eines tollen internationalen Teams von Gleichgesinnten die Dokureihe tripleF*** veröffentlichen. Da nicht jeder und jede Zugang zu Filmen, wissenschaftlichen Papern oder Diskussionsrunden hat, finde ich es toll, dass es freie Medien wie den Raben Ralf gibt, damit so viele Menschen wie möglich erreicht werden und sich informieren sowie engagieren können. Von daher unterstütze ich die Arbeit aller Beteiligten sehr gerne und freue mich auf die kommenden Artikel!“
Simona Theoharova, Schauspielerin, Berlin

„Der Rabe Ralf ist seit vielen Jahren – zumindest unter Naturschützer*innen – zu Recht sehr beliebt in Düsseldorf und wird dort traditionell weitergereicht. :)“
J. S., Abonnentin

„Der Rabe steht heute nicht vor einer rosigen wirtschaftlichen Zukunft. Es werden dringend Abos und Anzeigen gebraucht, um im nächsten Jahr den Druck zu finanzieren. Vor zwanzig Jahren haben wir geschrieben: ‚Wahrscheinlich gibt es den Raben vor allem deshalb, weil es Leute gibt, die ihn unbedingt machen und haben wollen.‘ Solange das so bleibt, sehe ich alles andere als rabenschwarz.“
Matthias Bauer, Redakteur Rabe Ralf, Berlin

Zur Ausgaben-Übersicht


Copyright © 2009 - 2024 GRÜNE LIGA Berlin e.V. Landesverband Berlin - Netzwerk Ökologischer Bewegungen - Alle Rechte vorbehalten.