„Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.“
Christian Morgenstern *

Leif Miller
Da wiederholen seit Jahrzehnten die Klimaschutzexperten weltweit gebetsmühlenartig die Tatsache, dass der Klimawandel die Lebensgrundlagen von Milliarden von Menschen und die Artenvielfalt unseres Planeten bedroht. Da schlägt die UN mit ihren Weltklimaberichten Alarm und wirbt für Umdenken, die Umweltverbände fordern verbindliche Vereinbarungen um die Klimaschutzziele zu erreichen, es scheinen alle verstanden zu haben bis auf wenige Skeptiker und Ignoranten und dennoch scheint Klimaschutzpolitik – wenn es um konkrete Vereinbarungen geht – sich in zähen Kleister zu verwandeln und die Verhandlungen werden zum Versuch Pudding an die Wand zu nageln. Was bei Christian Morgenstern so einfach und verlockend klingt, ist doch so schwer. Ungeachtet der Aufmerksamkeit, die das Thema jetzt findet, geht es immer drängender darum, den Worten auch konkrete Taten folgen zu lassen.
Konkrete Taten im Großen wie im Kleinen einzufordern und umzusetzen, dafür engagieren wir uns mit unserer Arbeit in Berlin. Die GRÜNE LIGA Berlin engagiert sich seit vielen Jahren z.B. mit dem UMWELTFESTIVAL für eine Energiewende und Klimaschutz. Mit dem Motto des Festivals 2009 „Klimaschutz erleben!“ wurden die drohenden Folgen des Klimawandels in den Mittelpunkt gerückt. Mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher und 180 Stände trugen zum Erfolg der Veranstaltung bei.
2010 ist auch ein Jahr der Jubiläen! Am 3.2.1990 wurde die GRÜNE LIGA e.V. gegründet und im Dezember 1990 erschien die erste Ausgabe des „RABEN RALF“ der GRÜNEn LIGA Berlin e.V.. Im Gründungsaufruf für eine GRÜNE LIGA e.V. vom 18. November 1989 heißt es: ”Das Wissen um den Ernst und die Dringlichkeit der globalen und lokalen ökologischen Probleme führt uns zusammen. Die Mitverantwortung, die jede und jeder von uns für die Lösung der anstehenden, schier unbewältigten Aufgaben des Umweltschutzes in sich spürt, drängt uns zum Handeln. Dieses Handeln kann nur ein gemeinsames sein…”
Seit diesem Aufruf haben sich die Bedingungen für die Umweltbewegung im Osten Deutschlands grundlegend verändert. Dabei haben sich im gesamtgesellschaftlichen ostdeutschen Kontext entscheidende Verschiebungen ergeben, die gravierende Auswirkungen auf die Umweltbewegung haben. Die Euphorie des Herbstes 1989 etwas bewegen zu können, ist verflogen. Arbeitslosigkeit, Existenzängste und andere soziale Sorgen und Nöte haben bei vielen Menschen bewirkt, dass Umweltprobleme für sie inzwischen von nachrangiger Wertigkeit sind und Umweltengagement nicht mehr so ausgeprägt wie in der Wende- und Nachwendezeit ist. Die GRÜNE LIGA sieht deshalb ihre Grundsatzverpflichtung, sich für eine ökologische Umgestaltung der Gesellschaft einzusetzen, nicht in den engen traditionellen Grenzen von Umwelt- und Naturschutz. Dies dokumentieren z.B. die Forderung nach umwelt- und sozialverträglichen Tarifen im öffentlichen Personen-Nahverkehr, die generationenübergreifende Umweltarbeit ebenso wie das Engagement für die Lokale Agenda 21 auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene oder das Eintreten für fair produzierte Blumen.
Die GRÜNE LIGA als Netzwerk ökologischer Bewegung hat die Erfahrung gemacht und eingebracht, dass ”gemeinsames Handeln”, wie im Gründungsaufruf formuliert, der einzige erfolgversprechende Weg ist, um Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, sich für die Umwelt zu engagieren und demokratische Mitbestimmung für eine nachhaltige Zukunft einzufordern und durchzusetzen. Dabei hat sie zahlreiche Partner, Mitstreiter und Verbündete aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft gewonnen und lokal bis international Anerkennung gefunden.
Als ein Kind der Wende werden wir 2010 mit zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen die Erfolge der Umweltbewegung in den neuen Bundesländern herausstellen und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.
Dieses Anliegen zieht sich durch alle unsere Projekte: Wir möchten die Bürger zum Handeln ermuntern und bestehende Initiativen motivieren, weiter zu machen und neue Wege zu beschreiten. Bereits zum dritten Mal gehört die GRÜNE LIGA Berlin zu den Mitorganisatoren des Netzwerk21Kongresses, in dessen Rahmen, in diesem Jahr in Köln, alljährlich der Zeitzeiche(N) – Preis für vorbildliche lokale Initiativen verliehen wurde. Durch die Vorbildfunktion der Aktivitäten der Preisträger soll zum Mitmachen und Nachahmen angeregt werden.
Es gibt für uns als Umweltverband auch zukünftig viel zu tun. Und Sie können uns dabei helfen. Engagieren Sie sich in einem unserer Projekte oder unseren Mitgliedsgruppen oder werden Sie Förderer.
Ich würde mich sehr freuen, Sie auf einer unserer zahlreichen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen, z.B. am 5. und 6. Juni 2010 zum UMWELTFESTIVAL am Brandenburger Tor!
Herzlichst,
Ihr Leif Miller
Vorstandsvorsitzender
* Christian Morgenstern ist der Namensgeber unserer Zeitschrift „DER RABE RALF“





